Altpapier-Erlös soll wieder den Bürgern zugute kommen

Von: jk
Letzte Aktualisierung:
4630196.jpg
„Verheiratet“ die neuen Tonnen: Auch Horst Welden von der Regioentsorgung hat derzeit jede Menge Vorbereitungsarbeit. Foto: Jule Klieser
4627823.jpg
In der Altpapierhalle ELC Warden werden die neuen Tonnen der Regioentsorgung präsentiert. V.L. Bürgermeister Christoph von den Driesch, Fahrer Manuel Höse, Stephanie Pfeifer von der Regioentsorgung, Projektleiter Sven Otten, Ulrich Koch, Vorstand der Regioentsorgung.

Herzogenrath. Altpapier ist ein kostbarer Rohstoff, mit dem sich gute Geschäfte machen lassen. Deshalb wird in Herzogenrath die Papierverwertung ab 1. Januar von dem kommunalen Dienstleister Regioentsorgung übernommen. „Wir stehen vor einer Herkulesaufgabe“, sagte Stephanie Pfeifer von der Regioentsorgung.

Denn es gilt, alle bisherigen Sammelbehälter bis zum 15. Januar, dem ersten Abholtermin für Altpapier im neuen Jahr, gegen neue auszutauschen. Das sind 15200 Stück. Der bisherige Entsorger sammelt seine Behälter ab 18. Dezember ein.

Rund 3500 Tonnen

Die Fäden für das logistische Meisterstück laufen in Warden zusammen. Dort befindet sich auf dem Gelände des Entsorgungs- und Logistikcenters Warden (ELC) eine Halle, voll mit gigantischen Bergen von Altpapier, die die Sammelfahrzeuge einfahren und abladen.

Am anderen Ende des Lagers schaufelt ein Bagger die Massen von Zeitungen, Werbeprospekten oder Kartons in einen 22 Tonnen fassenden Lastwagen, der den Rohstoff zur Papierfabrik bringt. Denn das Altpapier wird wieder zu brauchbarem Papier verarbeitet: etwa für Illustrierte, Zeitungen, Bücher, Aktendeckel, Schreibpapier, Kartonverpackungen, Tapeten oder Hygienepapiere.

Am effektivsten lässt sich das Altpapier mit der blauen Tonne sammeln. 92 Prozent der Herzogenrather Haushalte und Firmen tun dies (zum Vergleich: Alsdorf hat 37 Prozent, Baesweiler 68 Prozent, Eschweiler 93 Prozent, Stolberg 90 Prozent, Würselen 100 Prozent Tonnendeckung). Mit gut 83 Kilogramm pro Jahr ist jeder Herzogenrather Einwohner dabei, den Papierberg in der Wardener Halle zu vergrößern.

Geschätzte 3500 Tonnen Altpapier kann die Stadt Herzogenrath demnächst zu Geld machen. Nach Abzug aller Aufwendungen (etwa die Kosten für das Einsammeln) werden nächstes Jahr 98000 Euro in die Kasse gespült, Geld, das die Abfallgebühren für die Bürger stabil halten oder eventuell sogar senken kann.

Mit dem bisherigen privaten Entsorger seien die Erträge aus der Altpapierverwertung kaum an die Stadt zurückgeflossen, sagt Bürgermeister Christoph von den Driesch. Die Entscheidung, die Altpapier-Entsorgung in die Hände der Regioentsorgung zu legen, gehe auf einen einstimmigen Ratsbeschluss zurück. Die Erfahrungen mit der Regioentsorgung in anderen Abfallaktionen seien sehr gut. Und Ulrich Koch, Vorstand der Regioentsorgung, betont: „Wir zahlen den Mitarbeitern Tariflöhne. Bei den Privaten sind Mindestlöhne die Regel.“

So richtig rentabel wird die Sache, wenn große Mengen Altpapier umgeschlagen werden. Was bei sechs an die Regioentsorgung angeschlossenen Kommunen der Fall ist. Mit dem Papierverwerter hat die AWA Service GmbH, ein zwischengeschaltetes, nicht gewinnorientiertes kommunales Dienstleistungsunternehmen, für 2013 einen Festpreis von 91,51 Euro pro Tonne ausgehandelt. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Marktpreis stabil bleibt. 2008 war er in den Keller gesaust – zu Lasten der Kommunen.

Beginn am 18. Dezember

In einer Halle in Mariadorf stapeln sich derzeit die nagelneuen grauen Tonnen mit den blauen Deckeln. Hier werden die Tonnen „verheiratet“, wie die Experten es nennen. Das heißt, jedes Gefäß bekommt einen Adressaufkleber, damit die Ausfahrer wissen, welche Tonne zu welchem Bürger kommt. Der Barcode des Aufklebers wird elektronisch mit dem grünen Chip unter dem Tonnenrand verbunden und so eine Verbindung mit der Adresse hergestellt, die im Computer der Regioentsorgung gespeichert ist.

Der Chip enthält lediglich die Tonnen-Nummer und keinerlei sonstige Daten, versichert Stephanie Pfeifer. Jedes Gefäß wird gespeichert, damit man weiß, wo es hingehört und bei Verlust oder fraglichen Fällen wieder zugeordnet werden kann. Am Dienstag, 18. Dezember, geht es los. Dann starten vier Teams mit vier Fahrzeugen, um, beginnend in Herzogenrath-Mitte und sich dann Richtung Merkstein vorarbeitend, die Gefäße an ihre Bestimmungsorte zu bringen.

Weiter geht es dann am 28. Dezember in Kohlscheid. „Wir dürfen nicht schneller sein als die Abholer“, betont Rainer Lenzen, stellvertretender Vorstand. Das Schlimmste, das passieren könnte, wäre, dass einige Bürger ein paar Tage ohne Altpapiertonne auskommen müssten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert