Würselen - Alternatives Kino in Würselen: Bald am Mittwochvormittag

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Alternatives Kino in Würselen: Bald am Mittwochvormittag

Von: jk
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Hoffen auf Besucher am Vormittag: Christian Jendrzej (l.) und Gerd Möhlendick wollen für das „Metropolis“ ein neues Konzept testen. Foto: Jule Klieser

Würselen. Würselen hat noch ein richtiges, schönes Kino mit gemütlichen Kinosesseln, mit einem antiken Projektor als Ausstellungsstück und Bistro-Atmosphäre im Vorraum. Der Verein Metropolis pflegt und betreibt dieses Kleinod im Alten Bahnhof liebevoll.

Die Aktiven denken sich immer wieder etwas Neues aus, um das Publikum zu begeistern. Demnächst starten Filme am Vormittag, immer an jedem zweiten Mittwoch im Monat. Dann können Menschen, die vormittags Zeit haben, Filmgenuss erleben. Die Reihe beginnt am Mittwoch, 14. Mai, 10 Uhr, mit „Zwei Leben“. Der norwegisch-deutsche Film von 2013 ist gleichzeitig spannender Agenten-Thriller und Familiendrama, mit Juliane Köhler und Liv Ullmann in den Hauptrollen.

„Wir dachten, das wäre ein gutes Angebot für Leute, die vormittags besser Zeit haben. Zum Beispiel Leute mit Kindern, die abends nicht weggehen, oder Senioren“, sagt Gerd Möhlendick vom Metropolis-Vorstand. Bisher gibt es von Januar bis April schon das Filmfrühstück sonntags, das gut angenommen wird. Bei Gesprächen am Metropolis-Infostand beim Stadtfest hatten sich viele Besucher interessiert gezeigt an dem Konzept, berichtete Möhlendick. Er erwartet genügend Publikum am Morgen, denn schließlich sei der Vormittagsfilm in anderen Kinos ein beliebtes Angebot. Als Vormittags-Film im Juni steht schon „Sein letztes Rennen“ mit Dieter Hallervorden auf dem Plan.

Vor acht Jahren stand das Filmtheater beinahe vor dem Aus. Seitdem wird es ausschließlich von Ehrenamtlern bewirtschaftet. Jeden Donnerstag wird ein Abendfilm gezeigt, alle 14 Tage donnerstags gibt es Kinderkino. Vor Filmbeginn müssen die Zuschauer keine Werbung erdulden und nur zwei Trailer für das kommende Programm. Früher wurde mitten im Film die Rolle gewechselt, erzählt Vorstandsmitglied Christian Jendrzej. Die daraus entstehende Pause habe man beibehalten, damit die Besucher zwischendurch den Saal verlassen können und nach Wunsch etwas trinken.

Ein Filmvorführer und Thekendienste aus den Reihen der 30 aktiven Mitglieder leisten die Arbeit ehrenamtlich und schaffen es, dass das Kino sich selbst trägt. Was nicht so einfach ist. Einen Film zu leihen, kostet zwischen 150 und 250 Euro. Mindestens 80 Besucher sind erforderlich, damit die Eintrittsgelder die Kosten einspielen. Manchmal, wenn auch selten, kommen nur um die zehn Besucher, dann muss der Verein den Verlust ausgleichen.

Vor kurzem musste die Vorführanlage auf digital umgestellt werden, denn es gab einfach keine Filme auf der Rolle mehr. Eine öffentliche Förderung konnte nicht gewonnen werden, denn dazu ist das Kino zu klein. „Als ‚morbide Cineasten‘ haben wir so lange wie möglich versucht, mit dem alten System weiter zu machen, doch das ist jetzt nicht mehr gelungen“, sagt Jendrzej.

Mit ganz viel Glück haben sie eine bezahlbare digitale Anlage gefunden. Deren Nachteil ist, dass damit keine amerikanischen Blockbuster gespielt werden können. Doch das sehen die Vorständler mit nur einem halben weinenden Auge. Schließlich gehört es zum Ideal des Metropolis-Kinos, viele europäische und deutsche Filme zu zeigen.

„Es gibt kleine, unabhängige Vereine mit oft anspruchsvollen Filmen“, sagt Jendrzej. „Wir zeigen Filme, die es unserer Ansicht nach wert sind, dass man sie zeigt.“ Abgesehen von den Kinderfilmen, die stets gut besucht werden, sei das Publikum im Schnitt meist älter als 40 Jahre. Doch auch hier wolle man in Zukunft etwas tun und mehr jüngere Leute ansprechen.

Das Filmtheater feiert dieses Jahr übrigens sein 25. Jubiläum. Dazu soll es im Spätsommer einen Tag der offenen Tür mit Party geben.

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