Alternativer Wohnformen im Alter: Euregionaler Gedankenaustausch

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In der AWO-Begegnungsstätte: Minister Antonios Antoniadis eingerahmt von der SoG-Vorsitzenden Maria Dünwald (r.) und Stellvertreterin Catharina Meyer. Foto: SoG

Herzogenrath/Eupen. In der erweiterten Vorstandssitzung des Deutschen Netzwerks Senioren ohne Grenzen (SoG) begrüßte Vorsitzende Maria Dünwald jetzt einen besonderen Gast: Den Minister für Familie, Gesundheit und Soziales der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Belgiens, Antonios Antoniadis.

Er stellte die Situation und Struktur der Altenarbeit in der DG vor und diskutierte mit den Teilnehmern. Unter ihnen auch die Vertreterinnen des niederländischen Netzwerks „Senioren zonder Grenzen“, Nettie Engels und Annemie Housen, sowie der Leiter des Amtes für Altenarbeit der StädteRegion Aachen, Heinz Müller.

Spannend und innovativ breitete der Minister eine bunte Palette alternativer Wohnformen aus, die derzeit in der DG erprobt werden. In seinem engagierten und temperamentvollen Statement wurde schnell deutlich: Nicht nur barrierefreie Wohnungen sind das Zeichen der Zeit. Senioren sollen die Wahl zwischen vielen Möglichkeiten haben. „Neues wagen, ausprobieren, aber stets unter Einbeziehung der Betroffenen“, sagte Antoniadis. „Jede Gemeinde ist anders. Es wird passgenau auf die jeweilige Struktur und den individuellen Bedarf geachtet.“

Schmunzelnd bemerkte er: „Wir haben viel Platz im ländlichen Raum und zum Teil große, ehemals bäuerliche Anwesen.“

Eine der vielen Ideen: Weshalb sollen Eigentümer im Alter ausziehen, vielleicht sogar ins Altenheim, nur weil sie ihr Heim nicht mehr bewirtschaften können? Stattdessen könnten sie junge Familien bei sich aufnehmen. Und seine für Seniorenarbeit zuständige Mitarbeiterin, Isabel May-stadt, ergänzte. „Da wird sich in Zukunft mental einiges ändern.“ „Alt zu Jung“ könne ebenso sinnvoll sein, auch eine Senioren-Wohngemeinschaft oder eine WG für Menschen mit Handicap. Es gelte, alle Möglichkeiten im Wohnungsbestand zu prüfen, immer auf Ebene der Kommune, mit administrativer und professioneller Unterstützung.

Außerdem: Der Ausbau der häuslichen Hilfe und viele Unterstützungsangebote seien nötig, damit Senioren im gewohnten Umfeld bleiben können. „Nicht nur, weil es billiger ist“, so der Minister, „sondern weil sie selbst es so wollen.“ Ehrenamtliches Engagement im demografischen Prozess – unverzichtbar! Aber unstrittig sei auch: Das Ehrenamt müsse getragen werden von einer professionellen hauptamtlich verantworteten Struktur.

Ein ambitioniertes Regionales Entwicklungskonzept (REK) bis zum Jahre 2025 hat die Deutschsprachige Gemeinschaft aufgelegt. In dem zweistündigen angeregten Gedankenaustausch überzeugten sich die Teilnehmer, wie konkret und nah an den Menschen an der Umsetzung gearbeitet wird.

Interessant war in der Diskussion immer wieder der Vergleich der unterschiedlichen Systeme der drei Grenzländer. „Wir haben heute Abend viel voneinander gelernt“, sagte Maria Dünwald in ihrem Dank an Minister Antoniadis. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Altern zu entwickeln und zu verstetigen.“ Man will in Kontakt bleiben.

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