Alternativer Bürgermeister: Heidenreich tritt wieder an

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Alsdorf. Ihre Kandidaten für die Kommunalwahl haben die Alsdorfer Grünen bei einer Mitgliederversammlung aufgestellt. Mit Horst-Dieter Heidenreich schicken sie auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen.

Ortsvorsitzender Hartmut Malecha eröffnete die gut besuchte Versammlung. Mit dem Fraktionsvorsitzenden Horst-Dieter Heidenreich tritt ein langjähriges Ratsmitglied als Bürgermeisterkandidat an. Heidenreich, der nach 1999 zum zweiten Mal kandidiert, sagte, dass er eine Wahlalternative zum Amtsinhaber Alfred Sonders verkörpern möchte. Im Unterschied zu früheren Bürgermeistern sei dieser zwar „wesentlich stärker engagiert“, neige aber dazu, „alle wesentlichen Dinge an sich zu ziehen, während Rat und Ausschüsse in erster Linie nur noch die gesetzlich vorgeschriebenen Beschlüsse“ fassten. Sein eigenes Motto formulierte Heidenreich so: „Stadtrat stärken, Bürgerbeteiligung verbessern!“

Zwar habe Alfred Sonders mit seinen Bürgergesprächen in den Stadtteilen einen richtigen Weg gewählt und dabei auch die eine oder andere Bürgeranregung aufgegriffen, aber: „In wirklich wichtigen Fragen der Stadtentwicklung, wie der geplanten Bebauung der heutigen Grünfläche am VABW-Gelände in Ofden, steht die Entscheidung meist schon vorher fest, und selbst massive Kritik aus der Bevölkerung kann unseren Bürgermeister und die ihm folgende SPD-Ratsmehrheit nicht beeindrucken.“ Gleiches sei in bestimmten Baubereichen des so genannten Masterplans Ofden zu befürchten. „Da geht es häufig nur noch um Vermittlung von längst vorbereiteten Entscheidungen. Die Bürgerbeteiligung ist dann nur ein Placebo. Ich stelle mir eine Entscheidungssuche gemeinsam mit der Bürgerschaft anders vor.“

Deutlichere Beiträge

Inhaltlich wolle der Kandidat der Grünen auf mehr und deutlichere Beiträge zum Thema Energie, Umwelt und Klimaschutz setzen. Das auf Antrag der Grünen beschlossene Klimaschutzkonzept dümpelt in der Verwaltung vor sich hin. Während andere Städte schon längst ihre Altgebäude energetisch verbessert haben, beschäftigt sich Alsdorf seit Jahren mit der Erfassung der Verbrauchsdaten. Hier muss deutlich mehr Gas gegeben werden, auch in der Frage der verstärkten Nutzung von regenerativen Energien.“ Einen weiteren Schwerpunkt sieht er bei der Stärkung der Innenstadt, aber auch der Ortsteile, insbesondere den so genannten „weichen Standortfaktoren“ wie Grünflächen, Bildungsangeboten, Kindergärten und dem altengerechten Wohnen.

Nach kurzer Aussprache wurde Horst-Dieter Heidenreich von der Versammlung einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten gewählt.

Einstimmig verlief auch die Wahl der 19 Kandidatinnen und Kandidaten in den Direktwahlbezirken.

Schongen tritt kürzer

Bevor die Reserveliste für den Stadtrat aufgestellt wurde, gab Beatrix Schongen, die seit 2004 dem Rat angehört, bekannt, dass auf eine neuerliche Kandidatur für den Stadtrat auf einem vorderen Listenplatz verzichten wolle, da sie sich künftig intensiver ihren soziokulturellen und künstlerischen Projekten widmen möchte. Sie wolle aber auch weiterhin für die Grünen – insbesondere im kulturellen Bereich – aktiv bleiben. Die Wahlen für die Stadtratsliste brachten dann folgendes Ergebnis auf den ersten Plätzen: Platz 1: Horst-Dieter Heidenreich, 2: Friedel Wirtz, 3: Jutta Silly-Kuntz 4: Hartmut Malecha, 5: Marius Sapletta, 6: Heidrun Sengstake, 7: Johann-Josef Kuntz, 8: Marc Peters. In einem Gruppenwahlverfahren wurden sieben weitere Kandidatinnen und Kandidaten auf die Liste gewählt. Fazit des Ortsverbandsvorsitzenden Hartmut Malecha: „Als aktivste Stadtratsopposition gehen wir gut aufgestellt und mit Optimismus in die Wahlen. Das Ziel für uns ist eine Steigerung des Wahlergebnisses von 2009, mindestens ein Sitz mehr und eine Ablösung der heutigen Ratsmehrheit aus SPD, FDP und ABU.“ Neben der Aufstellung der Kommunalwahlkandidaten traf der Ortsverband bei Vorstandsnachwahlen eine weitere Personalentscheidung: Zum neuen Schatzmeister wurde Johann-Josef Kuntz gewählt.

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