Alter Bahnhof gibt Jugendlichen neue Freiräume

Von: Daniel Gerhards
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Mit Hacke und Schaufel für einen schönen Jugendtreff: Andreas Plonka, Kevin Reibeholz und Robin Plonka (v.l.) arbeiten an der Außenanlage des Alten Bahnhofs. Dort soll ein Multifunktionsplatz entstehen. Foto: D. Gerhards

Würselen. Ein wenig heruntergekommen war der Alte Bahnhof schon. Jetzt wird er wieder auf Vordermann gebracht. Denn in Zukunft soll in dem Jugendtreff täglich etwas los sein. Der Verein „Gemeinsam leben - Gemeinsam lernen” bietet in den Räumen Aktivitäten „für alle Kinder und Jugendlichen” an, erklärt Andreas Plonka, Vorsitzender des Vereins. Also für Behinderte und nicht Behinderte.

Um in den Räumen des Bahnhofs Jugendarbeit anzubieten, war bislang allerdings noch eine Menge Arbeit nötig. Vor über einem Jahr hatte die Stadt Würselen - das horrende Defizit im kommunale Etat lässt grüßen - den Sozialarbeiter im Jugendzentrum Bahnhof eingespart und durch einen Streetworker ersetzt, erklärt Plonka.

Seither fühlte sich niemand mehr verantwortlich für die Räume an der Bahnhofstraße. Seit Beginn des Monats ist der Verein „Gemeinsam leben - Gemeinsam lernen” in den Räumlichkeiten.

Er übernahm mit den Räumen, die hervorragende Möglichkeiten für die Jugendarbeit bieten, allerdings auch den Dreck, Unrat, kaputte Fensterscheiben.

Damit sich die Jugendlichen in dem integrativen Treff demnächst wohlfühlen, packten die ehrenamtlichen Helfer des Vereins nun kräftig an. Drinnen wurden der große Raum mit Theke und Billardtisch, der Raum für Jugendliche mit dem Kicker und vielen Regalen und Schränken, der Kinderaum mit seinen Spielen sowie die Küche aufgeräumt und geputzt.

Draußen rückten Teamer Robin Plonka und weitere ehrenamtliche Helfer dem Pflaster mit Hacke und Schaufel zu Leibe. Dort soll ein Multifunktionsplatz entstehen.

„Die fitten Jugendlichen sollen sich auch mal austoben”, sagt Andreas Plonka. Auf dem Platz werden demnächst Fußball-Tennis, Basketball oder Boule gespielt.

Bei der „Grundreinigungsaktion” sollten die Jugendlichen selber mit anpacken. „Sie sollen selber sehen, dass sie mit ihrer Arbeit etwas schaffen können”, sagt Andreas Plonka.

Bisher hatte der Verein den integrativen Mittwochstreff im Bahnhof organisiert. Durch den fortschreitenden Verfall des Gebäudes war jedoch die Weiterführung des Treffs gefährdet.

So entschloss man sich, Nägel mit Köpfen zu machen und den Treff vollständig zu übernehmen. Nun hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, den Jugendlichen neue Freiräume zu schaffen, in ungezwungener Atmosphäre spielen oder klönen zu können.

Darin sieht Plonka einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden. „Die Kommunen haben kein Geld für diese Form der Prävention. Dabei halte ich das für enorm wichtig. Sparmaßnahmen in der Jugendarbeit werden zum Bumerang.”

Und auch die behinderten Kinder und Jugendlichen müssten eine Chance bekommen, am Leben mit den Gleichaltrigen teilzunehmen. „Wir wollen erreichen, dass niemand benachteiligt wird. Jeder soll an der Gesellschaft teilhaben können”, erklärt Plonka.

Der Unterschied zwischen der integrativen und der herkömmlichen Jugendarbeit sei dabei gar nicht besonders groß. „Die Angebote unterscheiden sich eigentlich nicht.

Man muss nur ab und zu Hilfe anbieten. Der Betreuungsaufwand ist etwas höher.” Aber die Bedürfnisse behinderter Jugendlicher sind nicht außergewöhnlich: „Das sind genauso junge Menschen wie alle anderen auch.”

Angebote für alle von montags bis freitags

Der Jugendtreff im Bahnhof steht grundsätzlich alle Kindern und Jugendlichen offen.

Die Öffnungszeiten: montags 17 bis 20 Uhr (mit speziellen Angeboten für Mädchen), dienstags 16.30 bis 20 Uhr (mit speziellen Angeboten für Jungs).

Mittwochs 17.30 bis 20 Uhr ist integrativer Mittwochstreff, donnerstags 16 bis 19 Uhr Treff der Kokobe für behinderte Menschen.

Zudem findet der städtische Kindertreff montags bis freitags von 15.30 bis 18.30 Uhr im Bahnhof statt.

In den ersten beiden Ferienwochen ist der Treff geöffnet, danach ist Sommerpause.

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