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Alsdorfs CDU-Chef Peter Steingass wirft die Brocken hin

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Ist nicht mehr Vorsitzender der CDU Alsdorf: Peter Steingass.

Alsdorf. Auf der Homepage der CDU Alsdorf lächelt er noch dem Betrachter in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stadtverbandes Alsdorf entgegen, aber er ist es nicht mehr. Peter Steingass ist zurückgetreten. Schon öfter hatte er mit dem Gedanken gespielt, da er sich in seiner Arbeit nicht immer hinreichend unterstützt sah, nun hat er die Brocken hingeworfen.

Nicht unüblich ist es in solchen Fällen, als Grund anzugeben, die Arbeit im Beruf wachse einem über den Kopf. Steingass ist „Leiter der Straßenbauabteilung eines 34 Personen umfassenden Aachener Ingenieurbüros“, wie er es in seinem Rücktrittsschreiben an den Vize-Vorsitzenden der Alsdorfer CDU, Dieter Lothmann, formuliert hat. Dass ihm der Arzt geraten hat , zumindest die ehrenamtlichen Tätigkeiten einzuschränken, wenn es schon nicht beruflich geht, bewegt sich auch im Rahmen des Erwarteten. Aber der Hauptgrund für Steingass‘ Rückzug von der Spitze der CDU Alsdorf ist ein politischer.

Er kann die Strategie für den Kommunalwahlkampf, die im erweiterten Vorstand nach einer Diskussion festgelegt wurde, nicht mittragen. Besonders vom Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt forciert, so Steingass gegenüber unserer Zeitung, will die CDU ihr Heil in der Konfrontation mit dem amtierenden Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) suchen.

Kühl bemerkt Steingass dazu: „Ob dies wirklich die für die CDU Alsdorf derzeit zielführende Strategie ist, überlasse ich einer späteren Beurteilung.“ Große Teile der Mitgliedschaft sieht das anders, meint er. Eigentlich wäre es nun Steingass‘ Pflicht gewesen, als „kämpferischer CDU-Vorsitzender“ in den nächsten Monaten Sonders den politischen Kampf anzusagen. „Dieses strategische Verhalten lässt sich nicht mit meiner mittlerweile sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit als Stadtmarketing-Vorsitzender mit dem Bürgermeister Alfred Sonders und wichtigen Personen der Verwaltung mit dem (überparteilichen) Ziel der Verbesserung des Stadtimages in Einklang bringen“, argumentiert Steingass, der sich ohnehin nie als „strammen Parteipolit-Agitator“ gesehen hat.

„Ich habe mich entschlossen, lieber im überparteilichen Raum mitzugestalten, als weitere fünf Jahre in ohnmächtiger Opposition zu versauern.“ Und weiter: „Da mir einige Vertraute nach Erläuterung meiner Gründe bereits ihr Verständnis signalisiert haben, bin ich mir sicher, dass die übrigen verantwortlichen Funktionäre und Mitglieder ähnliches Verständnis aufbringen werden.“ Konsequenter Weise, auch mit Blick auf die Gesundheit, kandidiert er nicht für Stadtrat oder Städteregionsrat – „unter Aufgabe des ‚sicheren‘ Listenplatzes“.

Nun ist es aus seiner Sicht Zeit, „dass die (nach Abspaltung der Alsdorfer Bürger Union, Anm. d.Red.) wieder erstarkende Alsdorfer CDU von einem/einer (gesunden) unabhängigen, schlagkräftigen Vorsitzenden an die zukünftigen Aufgaben herangeführt wird. „Als Kreisgeschäftsführer der MIT bleibe ich jedoch noch eine Weile am Puls der CDU!“

Vize-Parteichef Dieter Lothmann, der nun bis zur Neuwahl eines Vorsitzenden die CDU führt, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich sehe in der angesprochenen Strategie im Wahlkampf nicht den Hauptgrund. Wir haben uns da ja auch noch nicht wirklich festgelegt.“ Zumal es einige Interessenten für die Bürgermeisterkandidatur gebe. „Wir werden das erst einmal klären!“ Den Rücktritt von Steingass sieht Lothmann als herben Verlust an. Beide hätten oft „auf einer Wellenlänge“ agiert.

Lothmann dankt Steingass ausdrücklich für die geleistete Arbeit. Nun könne die CDU wieder mit jungen Kräften antreten. Steingass habe zugesichert, soweit es Zeit und Gesundheit zuließen, immer noch mit Rat und Tat zu helfen. Am Montag will der Vorstand entscheiden, wie es nun weitergeht.

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