Alsdorfer Stadtverwaltung will Freizeitangebote weiter aufwerten

Von: Verena Müller
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Blick vom Fördergerüst: An den Annapark schließen sich das Kultur- und Bildungszentrum sowie das Energetiocn an. Im Hintergrund erheben sich Bergehalden. Eine davon, die Halde Noppenberg, soll Teil des Freizeitangebotes werden. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Im Zusammenhang mit Alsdorf von Tourismus zu sprechen, das fällt Bürgermeister Alfred Sonders dann doch ein bisschen schwer. Aber das Wort „Freizeitangebot“ nimmt er gerne und aus Überzeugung in den Mund, denn Alsdorf hat einiges zu bieten, findet er.

Dann lässt er vom Fördergerüst aus seinen Blick über den Annapark schweifen und kann einen Großteil dessen, was das Freizeitkonzept Alsdorf ausmacht, von hier aus mit dem Finger aufzeigen. Am morgigen Donnerstag soll das „Handlungskonzept Freizeit und Tourismus“ im Ausschuss für Stadtentwicklung (Großer Sitzungssaal des Rathauses, ab 18 Uhr) vorgestellt werden.

Die Vorlage ist seitenmäßig umfangreich und inhaltlich umfassend. Eine Reihe alter Bekannter trifft man hier wieder. Wichtigste Punkte: Ausbau des Radwegenetzes und Ausbau des Haldenrundwegs, Aufwertung der Halde Noppenberg, Einrichten eines Tourismusbüros für den Nordkreis im Energeticon, Stärkung des regionalen Marketings und bessere Vernetzung von lokaler Gastronomie und Freizeitangeboten über die Vermarktungsmöglichkeiten der Grünmetropole e.V.

Mit anderen Worten: Die Voraussetzungen sind da, man muss die Pfunde, mit denen man wuchern könnte, nur besser verpacken und in einen Zusammenhang stellen.

Im Gegensatz zu den Nachbarkommunen Herzogenrath und Baesweiler, die ihre Halden (Adolf und Carl-Alexander) bereits in Parks umgewandelt haben, ist die Halde Noppenberg – von Führungen mit dem Energeticon und vereinzelten Spaziergängern und Freizeitsportlern abgesehen – unerschlossen und ungenutzt. Nachdem der EBV die größte der drei Alsdorfer Halden veräußert hat, könnte man – so die Überlegung der Verwaltung – nun mit dem neuen Eigentümer Ideen zur Gestaltung (Stichworte Aufstiegsrampe „Geostrahl“ und Großskulptur „Ammoniticon“) besprechen und diese umsetzen. Außerdem, so der Plan, könnte man die begehbaren Halden im Nordkreis miteinander per Radweg verbinden. Ankerpunkte wären Adolfpark, Carl-Alexander-Park und Energeticon. Zur Finanzierung läuft der Förderantrag der Städteregion für den sogenannten Haldenparcours.

Das Thema Halden ist übrigens nicht neu, bereits 1989 waren sie in das sogenannte Grünkreuz integriert worden, das das Broichtal ergänzt.

Leerstehendes Potenzial

Die umliegenden baulichen Relikte der Alsdorfer Zechenvergangenheit sollen ebenfalls an Attraktivität gewinnen. „Die Unterstation von Anna I steht zum Verkauf und könnte Freizeit- und Kultureinrichtung werden“, so die Erwägung. An der Stelle sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass sich potenzielle Käufer nicht gerade um die Immobilie reißen. Der Plan, dort eine Disco mit Gastronomie zu etablieren, war nach langem Stillstand verworfen worden, und seit Mitte des vergangenen Jahres steht sie zum Verkauf.

Fördergerüst, Kraftzentrale (als Teil des im Bau befindlichen Kultur- und Bildungszentrums) sowie Fördermaschinenhaus, Schmiede und Kauengebäude unter dem Dach des Energeticons sind dagegen (bald) mit Leben gefüllt und haben bereits den Status von das Stadtbild prägenden Wahrzeichen.

In diesem räumlichen und inhaltlichen Kontext soll sich auch der „Weg der Energie“, der am Fuß des Fördergerüsts am ehemaligen Eingang des Franzschachts beginnt und derzeit am Energeticon endet, erweitert werden und auf dem Plateau der Halde Noppenberg enden. Die weiteren Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung – Tierpark, Kulturprogramm der Stadthalle, Bowling, Kino und so weiter – könnten, eine Ergänzung erhalten: die Burg. In welcher Form, lässt die Vorlage allerdings offen.

Zu den finanziellen Auswirkungen des Konzepts auf den Haushalt der Stadt ist lediglich ein Posten genannt: der Ausbau des Waldwegs zwischen Ofden und Blumenrath. Die Stadt Alsdorf hat hier einen zehnprozentigen Eigenanteil zu leisten, dieser beläuft sich auf 36500 Euro und würde den Haushalt 2018 belasten. Die Kosten für den Eigenanteil der „Erlebnisinszenierung des Energeticons“ in Höhe von 150000 Euro trägt die Energeticon gGmbH selbst.

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