Alsdorfer Schuldnerberater: Stromrechnung hat Priorität

Von: Claudia Schmitz
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Ein Strommessgerät gibt Sicherheit: Ulrike Ermert und Timo Sachsen von der Verbraucherzentrale checken, wie viel Strom die Kaffeemaschine in ihrer Beratungsstelle „frisst“. Foto: Holger Bubel

Nordkreis. Wenn der Strom abgeschaltet wird, dann geht in vielen Haushalten nicht nur das Licht aus. Wohnen im Dunklen, ohne warmes Wasser und den Luxus von Kühlschrank und Herd ist kein Zuckerschlecken. Wer auch nur kurz von einem Stromausfall betroffen war, der weiß von diesem Gefühl, auf all diese Annehmlichkeiten, die das Leben so schön leicht und bequem machen, verzichten zu müssen.

Die Stromrechnung zu begleichen, sollte daher auch höchste Priorität bei den monatlichen Ausgaben besitzen. Denn: „Bei Säumnis von Abschlags- oder Nachtzahlungen aus dem Jahresverbrauch von Stromrechnungen verstehen die Versorger nur wenig oder gar keinen Spaß“, wissen die Schuldnerberater Torsten Wendt und Ulrike Ermert von der Verbraucherzentrale (VZ) NRW, Beratungsstelle in Alsdorf.

Um darauf noch einmal nachdrücklich hinzuweisen, was es bedeutet, wenn „kein Saft“ mehr aus der Steckdose kommt und was bei drohendem Abschalten des Stroms wegen säumiger Begleichung der Rechnung zu tun ist, hat die VZ die Aktionswoche der Schuldnerberatung unter das Motto gestellt „Energieschulden – Energiesperren“ gestellt. Und das ganz und gar aus gutem Grund: Wegen der stetig steigenden Energiepreise geraten nicht nur finanzschwache Haushalte – hier vornehmlich die Empfänger aus dem SGB II – in die Bredouille, wenn der Jahresabschlag im Briefkasten liegt.

„Auch Haushalte mit einem durchschnittlichen Einkommen können durch den Jahresabschlag ins Schwimmen geraten“, weiß Ulrike Ermert. Die Zahl derer, die eine Nachforderung vom Energieversorger nicht mehr begleichen können, steige, so die Erkenntnis der VZ. „Dann gilt es, sofort aktiv zu werden und gegebenenfalls eine Ratenzahlung mit dem Anbieter zu vereinbaren“, rät VZ-Schuldnerberater Torsten Wendt. Denn: „Wenn der Strom erst einmal abgeschaltet ist, dann wollen die Versorger in der Regel die ausstehende Rechnung in einer Summe beglichen haben. Ein ‚Abstottern‘ ist dann nur schwer durch zu bekommen.“

Zumal auch die folgenden monatlichen Abschläge zu deckeln seien. Und weitere Folgekosten drohten in diesem Fall, etwa für Mahnungen, Inkasso sowie für die Unterbrechung beziehungsweise Wiederherstellung der Stromversorgung. All dies stelle der Versorger in Rechnung.

Prinzipiell gelte daher: Wie die Miete sollten die Abschläge für Strom und Gas regelmäßig und pünktlich bezahlt werden. Damit, sagt Ulrike Ermert, gehe man den Problemen am besten aus dem Weg.

Zudem sollte man auch regelmäßig die Abschlagszahlungen überprüfen. Ob der Energieversorger dafür Gebühren erhebt, gelte es vorher zu klären. „Auch ein regelmäßiges Ablesen des Zählerstandes trägt dazu bei, Stromverbrauch und -kosten im Blick zu halten.“ Dann könne man beim Anbieter schon während des Jahres angepasste monatliche Abschläge vereinbaren.

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