Alsdorfer Kinobesucher stehen auf Horror-Filme

Von: Yannick Longerich
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Moritz Stürtz, Teilhaber und Geschäftsführer des Cinetower Alsdorf, im Vorführraum von Tower 7, dem größten Kinosaal in Alsdorf. Foto: Y. Longerich

Alsdorf. Seit der Komplettumstellung auf digitale Filmvorführung im Jahr 2012 hat sich im Betrieb der Familie Stürtz einiges getan, das wurde im Gespräch mit Moritz Stürtz, zusammen mit Bruder Sebastian Teilhaber und Geschäftsführer des Cinetower Alsdorf, über die Revolution im Kinowesen und deren Auswirkungen schnell deutlich.

Als größten Fortschritt sieht Stürtz die deutlich flexibleren Möglichkeiten zur Programmgestaltung: „Wir sind in der Lage, auch auf kurzfristige Wünsche unserer Kunden einzugehen. Sondervorstellungen für Schulen oder Firmenfeiern sind auch kurzfristig organisierbar.“

Live-Übertragungen, wie beispielsweise die Fußballeuropameisterschaft, werden seit Jahren gut angenommen. Bemerkenswert ist, dass das „Public Viewing“ in Alsdorf ungefähr genauso viele Besucher anzieht wie der Standort Aachen. Dort haben sich dagegen Formate wie die Übertragung der Metropolitan Opera etabliert. Der Erfolg führte dazu, ein solches Event auch in unregelmäßigen Abständen in Alsdorf anzubieten.

Der Kinobesuch hat sich laut Stürtz im letzten Jahrzehnt in ein cineastisches Multi-Media-Event gewandelt. Wie Stürtz erläutert, ist der Standort entscheidend: „Aachen als internationale Studentenstadt hat natürlich einen höheren Bedarf an ausgefalleneren Formaten. Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit Filmen in Originalsprache gemacht. Auch Vorstellungen auf Russisch und Türkisch werden von den Besuchern sehr gut angenommen.“

Alsdorf ist im Gegenzug Hochburg für das Genre Horror. Wer glaubte, dass ausschließlich Romantikfilme und Action-Blockbuster Anspruch auf die großen Säle Tower 7 und Atrium haben, der irrte also. „In der jeweiligen Startwoche können wir praktisch jeden neuen Horrorfilm groß spielen. Allerdings fällt hier das Interesse anders als in anderen Genres auch schnell wieder ab. Im Schnitt halbieren sich die Besucherzahlen in der zweiten Spielwoche schon wieder“, erklärt Stürtz. „Wir kennen unser Publikum sehr gut. Danach gestalten wir unser Programm.“

Der Beruf des Filmvorführers hat sich laut Stürtz stark gewandelt: „In gewisser Hinsicht gibt es den ,klassischen‘ Filmvorführer nicht mehr, er ist mittlerweile mehr ein technischer Leiter, der im IT-Feld bestens bewandert sein muss.“ Natürlich sind die Kenntnisse im Kinowesen nach wie vor sehr wichtig. „Zur perfekten Feinjustierung beispielsweise der 3D-Technik braucht es sehr viel Erfahrung“, sagt Stürtz. Viele der Alsdorfer und Aachener Filmvorführer hat die Familie Stürtz selbst ausgebildet. Die meisten sind seit vielen Jahren dabei und haben den Umstieg von der Analog-Technik ins Digitale von Anfang an miterlebt.

Während die Filmvorführer bis vor wenigen Jahren noch mit der Sackkarre riesige Zelluloid-Filmrollen zwischen den einzelnen Kinos hin und her bewegen mussten, läuft mittlerweile alles auf digitaler Ebene ab. Stürtz sieht einen erheblichen Vorteil im Wegfallen von jeglichem materiellen Verschleiß: „Ich kann mich unter anderem dunkel an die Verführungen von Titanic 1997 erinnern. Dieser Film lief rund ein Jahr in unseren Kinos auf Zelluloid-Band. Wir mussten mehrmals Ersatzkopien vom Verleih anfordern, da die alten Rollen durch die massiven Beanspruchungen schlicht am Ende waren. Solche Probleme gehören seit geraumer Zeit Gott sei Dank der Vergangenheit an.“

Trotz der Tatsache, dass der Kinosektor eine Nische auf dem Technikmarkt darstellt, entwickelt sich die Technik mit hoher Geschwindigkeit weiter. Alsdorf ist hierbei im Vergleich zu Aachen im Vorteil: neu entwickelte Technik findet zunächst hier Anwendung.

Die Eltern Leo und Ulrike Stürtz sind übrigens weiter im Hintergrund tätig. Ein gänzliches Ausscheiden kommt für beide nicht in Frage. Die nächste Generation ist derweil schon im Anmarsch: Sebastian und Ivana Stürtz erwarten ihr erstes Kind.

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