Alsdorfer Gymnasiasten nutzen Berufs- und Studienberatung

Von: Holger Bubel
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Einblicke in den Polizeialltag: Beamtin Jeanette Schmidt beantwortete auch Fragen, die über Informationen zur Laufbahn bei der Polizei hinaus gingen. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Dem Aufruf von Schulleiter Wilfried Bock kamen die Oberstufenschüler des Dalton-Gymnasiums Alsdorf gerne und fleißig nach: „Löchern, löchern, löchern“, hatte dieser sie bei der ersten Auflage der „Berufestraße“, die durch die kleine und große Aula führte, ermuntert.

Gemeint waren die Vertreter verschiedener Berufsfelder, die zum „Löchern“ von den hausinternen Studien- und Berufsberaterinnen, den Lehrerinnen Hedi Dittberner, Cony Kaymak und Daniela Streich, eingeladen wurden.

Bei der Veranstaltung durften die Pennäler nicht nur an der Informationsoberfläche kratzen, wie das gemeinhin bei größeren Veranstaltungen dieser Art der Fall ist, sondern ganz tief eindringen in Berufsbilder und Studiengänge, und auch einmal Fragen stellen, die immer schon mal interessierten und nicht unmittelbar mit Laufbahnen oder Karrierevoraussetzungen zu tun hatten.

Natürlich, auch diese interessierten, doch wenn man einer jungen Polizistin die Frage stellen darf, ob sie auch schon mal Angst bei der Ausübung ihres Jobs hat, dann tut man das: „Es kommt darauf an, wie man seinem gegenüber entgegen tritt. Dann kann man sehr viel Anspannung aus einer Situation nehmen. Das Handwerkszeug lernt man und auch den Respekt vor der Waffe“, erklärte Polizistin Jeanette Schmidt.

Manchmal, so die Beamtin, müsse man ganz einfach „seine Frau stehen“, etwa bei Fußballeinsätzen oder bei Schlägereien. Dass sich so viele Mädchen für den Polizeiberuf interessierten – auch wenn die Jungs da nicht nachstanden –, war wohl auch dem Umstand geschuldet, dass eben eine Frau einmal aus dem Alltag einer Ordnungshüterin berichtete.

Die Klischees „Jungs in Technikberufen“ und „Mädchen für Soziales und Kreatives“ war nicht ganz von der Hand zu weisen. Ingenieursstudiengänge ließen sich zumeist die Schüler erklären, während die Schülerinnen sich etwa bei Birgit Gaipl über den Hebammenberuf informierten oder bei Rechtsanwalt Franz Brandt über das Jurastudium oder auch eintauchten in das weite Feld der Sozialarbeit.

Manche Illusion wurde dem einen oder anderen Schüler aber auch genommen: „Dass man als Bachelor of Arts Fitnesstraining nicht nur mit Sport, sondern auch mit Kaufmännischem und Organisatorischem zu tun hat, war manchem nicht bekannt“, erklärte Manfred Stimpel, Geschäftsführer Fitness im Sport-Forum.

Ganz nebenbei gab es dann aber auch allgemein gute Ratschläge zu Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen. „Wenn ich mich bei der Stadt Alsdorf bewerbe, dann kommt das in der Personalabteilung nicht gut an, wenn die Anrede ‚Sehr geehrter Herr Dr. Linkens‘ lautet“, erklärte etwa Doris Keller, Fachbereichsleitung Rat und Verwaltung der Stadt Alsdorf.

Zum Schmunzeln, aber sowas kommt tatsächlich vor, bestätigte auch Fachgebietsleiter Andreas Schäfer. Sorgfalt, Sauberkeit und Information im Vorfeld eines Bewerbungsgesprächs – aus erster Quelle sind solche Hinweise nachhaltiger als Bewerbungstipps aus dem Internet.

Dass viele Ehemalige über die „Berufsstraße“ zurück zur „alten Penne“ gefunden hatten und „von der anderen Seite“ den Karrierestart ihrer Nachfolger begleiten durften, sah Schulleiter Bock mit einer gewissen Genugtuung: „Man sieht, am Gymnasium Alsdorf erhält man das Rüstzeug für eine erfolgreiche Berufskarriere.“

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