Alsdorfer Fraktionen fühlen sich von Schulzentrum-Plänen überrollt

Von: ak
Letzte Aktualisierung:
cvo_bu
Platz genug für das neue Schulzentrum der Stadt Alsdorf, sagen die Planer. Bis auf die Stichwege zu Parkflächen verschwindet die Carl-von-Ossietzky-Straße (l.), die von den Klassenräumen für Gymnasium und Realschule überbaut werden soll. Die mächtige Kraftzentrale (r.) würde dann - „Haus in Haus” - gemeinsame Funktionsräume und Verwaltung sowie die Mensa aufnehmen. Im Vordergrund hätte die Sporthalle Platz.

Alsdorf. Vielleicht erweist sich die Idee, Ofdener Realschule und Gymnasium als Schulzentrum auf dem Annagelände unter Einbindung der Kraftzentrale zu installieren, wirklich als großer Wurf. Daran wollte Dietmar Brühl (FWA) im Hauptausschuss gar nicht mal zweifeln.

Dennoch wollte die FWA den kurzfristig eingereichten Tagesordnungspunkt absetzen.

Damit schlug er in eine Kerbe mit Heinz Liska (FDP), der erst wenige Stunden vor der Sitzung Kenntnis erhalten hatte. „Die vermeintlich kleineren Parteien so zu hintergehen, ist innerhalb unseres demokratischen Systems nicht korrekt”, sagte Brühl. Er könne den Unmut verstehen, antwortete Bernd Mortimer (CDU), aber „der Dringlichkeitsantrag war nötig, um den Zug auf die Schiene zu setzen”.

Immerhin könnten am neuen Standort und mit einem Schulzentrum im Jahr allein rund 780.000 Euro Betriebskosten gespart werden. Und auch eine Fördersumme in zweistelliger Millionenhöhe sei wahrscheinlich. „Seit sieben Jahren ist die Renovierung des Gymnasiums und der Realschule bereits ein Thema.

Und immer wieder wird eine neue Neubau-Sau durchs Dorf getrieben”, meldete sich Horst-Dieter Heidenreich (Grüne) zu Wort. Einen Eileintrag, „der scheinbar auf der Rathaustoilette geschrieben wurde”, den wollte auch er nicht auf der Tagesordnung haben. „Die Sache ist einfach viel zu bedeutend, als dass wir sie auf Zuruf entscheiden wollen”, betonte Heidenreich.

Er sprach sich weiterhin für die geplante Sanierung am alten Standort aus, so wie sie im April 2007 entschieden worden war. „Schließlich haben auch Nachbarstädte wie Würselen oder Baesweiler relativ alte Schulen, dennoch wurden sie im Rahmen der Energieeinsparverordnung mit Fördergeldern bedacht, weil sie ein ausgereiftes Konzept vorgelegt haben. Warum also nicht die Möglichkeit nutzen, sich neu zu bewerben?”, fragte Heidenreich.

Doch ebenso wie sich CDU und SPD geschlossen hinter den Antrag stellten, plädierte auch Bürgermeister Helmut Klein für ein Schulzentrum auf dem Annagelände: „Der Standort ist auch aus Gründen der Stadtentwicklung die richtige Entscheidung. Damit Alsdorf wieder die Schulstadt wird, die es einmal war.”

Am 3. Februar wird sich der Rat der Stadt weiter mit dem Thema auseinandersetzen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert