Alsdorfer Delegation bei Kranzniederlegung in Brunssum

Von: Philipp Baumanns
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Gemeinsam stark: Alsdorfs Vize-Bürgermeister Heinrich Plum (l.) und Clemens Brocken, Bürgermeister von Brunssum, setzten am Montag ein Zeichen der Freundschaft und der Versöhnung. Foto: Philipp Baumanns

Alsdorf/Brunssum. Für viele Deutsche war es ein ganz normaler Wochenanfang nach einem langen Wochenende. Für unsere niederländischen Nachbarn sind der 4. und 5. Mai zwei Tage mit ganz besonderer Bedeutung: Der Kriegsopfergedenktag und der Befreiungstag.

Zwei Tage, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und an die Befreiung von der deutschen Besatzung mit ihrer Judenverfolgung und der respektlosen Zerstörung von Städten und Dörfern erinnern.

Weit mehr als ein halbes Jahrhundert sind diese Schrecken nun her, aber vergessen sind sie nicht.

Der 4. Mai ist traditionell ein Tag des Zurückblickens und der Besinnung sowie der Ehrbezeugung für die Toten. Da wäre es nicht verwunderlich, wenn an einem solchen Tag die deutschen Nachbarn als aktive Teilnehmer auf den Gedenkveranstaltungen nicht unbedingt gerne gesehen wären.

Ein echtes Zeichen der Versöhnung und der lebendigen Partnerschaft setzte deshalb eine kleine, aber wichtige Alsdorfer Delegation, die am Montagabend in die niederländische Partnerstadt Brunssum reiste. Dort hatte man als Gäste der Feierlichkeiten die Möglichkeit, am Brunssumer Friedhof einen Kranz niederzulegen.

Der stellvertretende Alsdorfer Bürgermeister Heinrich Plum sowie Hildegard Marx hatten sich nachmittags im Wagen des Bürgermeisters auf den Weg in die Partnerstadt gemacht, um einen Teil zur Vergangenheitsbewältigung zu leisten. Seit Beginn der Partnerschaft fahren Alsdorfer Delegationen in den Niederländischen Ort, um dort an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Doch die aktive Teilnahme an der Trauerzeremonie hat Heinrich Plum erst in den letzten Jahren etabliert: „Früher hatte ich oft noch das Gefühl, dass eine aktive Teilnahme, also das Niederlegen eines Kranzes, nicht unbedingt gewünscht war. Das war schon ein bedrückendes Gefühl: Alle legten einen Kranz nieder, nur wir standen daneben.”

Dann jedoch, nach einem Gespräch mit dem Brunssumer Bürgermeister, gab es 2006 das erste Mal die Möglichkeit, „unserer Trauer und unserem Mitgefühl in Form eines Kranzes Ausdruck zu verleihen”. Allerdings: Mehr Interesse in den benachbarten deutschen Städten würde er sich wünschen, schließlich sei dies auch ein Prozess der Aufarbeitung auf deutscher Seite. Da seien die niederländischen Nachbarn schon viel weiter, so Plum.

Bislang hat er „ausschließlich positive Resonanz erfahren. Ich habe von keinem Niederländer gehört, der sich durch unsere Teilnahme verletzt gefühlt hat. Vielmehr sind alle erfreut, dass auch wir an der Veranstaltung teilnehmen.”

Zwei Schweigeminuten

Nach einem ökumenischen und internationalen Gottesdienst fand die Zeremonie sowohl auf dem Gemeindefriedhof als auch auf dem britischen Soldatenfriedhof statt. Dort wurden auch die Kränze von zivilen und militärischen Amts- und Würdenträgern niedergelegt. Vertreter der Nato und verschiedene hochrangige Angehörige des Militärs, unter anderem aus Großbritannien und den Niederlanden, waren anwesend. Um 20 Uhr folgten zwei Schweigeminuten - auch im niederländischen Radio und Fernsehen war es kurz still. Erst danach wurde mit der Zeremonie und dem Gedenken fortgefahren.

Hände gereicht

Ein ganz besonderes Zeichen setzten Plum und der Bürgermeister von Brunssum, Clemens Brocken, als sie ihre Kränze gemeinsam niederlegten und sich danach die Hände reichten. Ein Handschlag, der für viel mehr steht als für eine Partnerschaft zwischen zwei Städten: Versöhnung und eine lange und feste Freundschaft.
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