Alsdorfer Burgremise: Altes Gemäuer wird modern inszeniert

Von: Stefan Schaum
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Offene Türen: Für viele Veranstaltungen - von der Hochzeitsfeier bis zum Seniorenkaffee - soll die Remise der Alsdorfer Burg künftig nutzbar sein. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Einen „momentanen Schnappschuss” hatte Kerstin Hohmann die Pläne zur Umgestaltung der Remise der Alsdorfer Burg bei der Vorstellung im Ausschuss für Stadtentwicklung im Dezember genannt. Heute ist klar: Die Bezeichnung war treffend gewählt. Denn das Bild ist mittlerweile ein ganz anderes.

Eine deutlich geänderte Fassung stellte die Projektleiterin bei der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft GmbH (GSG) nun in diesem Gremium vor. Einen großen Saal auf rund 130 Quadratmetern, wie er für den mittleren Teil des Gebäudes geplant war, wird es so nicht geben. Eher: Darf es so nicht geben. Denn an den Zwischenwänden im Inneren und an der Gestaltung der Gewölbedecke lässt sich nicht rütteln - sie gelten als historisch.

Es war der Kalkmörtel im Gebäude, der Dr. Stephan Strauss, Architekturhistoriker bei der Krefelder Historische Bauwerke GbR, beim Ortstermin auf diese Spur gebracht hatte. Zwar wurden in den 80er Jahren wohl etliche neue Steine und Fugen eingebracht, doch die Grundsubstanz im Gebäude sei historisch, die Struktur der inneren Mauern daher nicht veränderbar, stellte der Fachmann fest, nachdem er auch den alten Mörtel auf dem Mauerwerk analysiert hatte. Das Amt für Denkmalschutz hatte diese Bestandsaufnahme gefordert.

Behutsam anpacken

Etwa im Jahr 1750 ist die Remise entstanden, der nun eine zwar behutsame, gleichwohl umfangreiche Umgestaltung bevorsteht. Statt die Dimension der inneren Räume zu verändern, sollen sie nun in Szene gesetzt werden. Dazu wird im rückwärtigen Mittelteil eine Empore angelegt, die über einen Durchgang bis in den linken Teil des Gebäudes führt. Von dort oben soll der Blick auf die alten Holzbalken in der Höhe besonders imposant ausfallen.

Mit Strahlern sollen das Mauerwerk und der hohe Dachstuhl zusätzlich hervorgehoben werden. „Das wird hier richtig klasse aussehen”, sagt GSG-Geschäftsführer Achim Speer, „ganz rustikal”. Ein Tennen- oder Scheunencharakter solle das Gebäude prägen. „Es ist eine große technische Herausforderung das umzusetzen, aber es wird sich lohnen.”

Behindertengerecht

Statt eines großen Saales sollen im Erdgeschoss des mittleren Teils nun einen Empfangsbereich, ein Raum für den Service sowie Sanitäranlagen - behindertengerecht zugänglich - eingerichtet werden. Im linken Teil, der so genannten Tenne, stehen rund 70 Quadratmeter zur Verfügung. Der rechte Teil, der Gewölbesaal, bietet weitere Flächen, etwa 45 Quadratmeter sind es dort.

Hauptnutzer der Remise wird zwar der Ortsverein Alsdorf-Burg der Arbeiterwohlfahrt sein. Doch dem häufiger transportierten Namen „Bürgerhaus” soll das Gebäude gerecht werden können. Franz-Josef Gehrke, Vorsitzender des AWO-Ortsvereins: „Beide Räume werden vermietet und sind etwa für Hochzeitsfeiern ideal nutzbar.”

Dass die ursprüngliche Planung nicht zum Zuge kommt, begrüßt Gehrke sogar. Mit zwei separaten Räumen lasse sich nämlich flexibler planen. Gleiches formulierte im Ausschuss ABU-Fraktionsvorsitzender Bernd Mortimer: „Die neue Variante ist besser als die erste - dem Denkmalschutz sei Dank.”
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