Alsdorfer Bowler wollen es jetzt wissen

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Optimistisch: Michail Khonok (v.l.), Paul Kessel, Christoph Susen, René Trott und Philipp Leucht sind Mitglieder des Vereins „Event-Bowling-Club Alsdorf“. Die Landesliga haben sie fest im Visier.

Alsdorf. Für Menschen, die The Big Lebowski kennen, ist Bowling untrennbar mit dem „Dude“, dem langhaarigen Jeff Bridges in Bademantel und mit einem ständig überzuschwappen drohenden White Russian verbunden.

 In dem Film geht es oberflächlich um ein paar sehr unterschiedliche Typen, die im Grunde nur eines gemeinsam haben: den Spaß am Bowlen. Wenn Paul Kessel den Titel der Komödie hört, muss er eine Sekunde überlegen. „Ach so, doch, klar“ kennt er den.

„Manche Spieler lassen sich auch den Namen in die Anzeigetafel eingeben“, sagt der Geschäftsführer von Event Bowling in Alsdorf, der seit vergangenem Sommer auch Mitglied der Bowling-Mannschaft ist. Gerade setzt diese zum Sprung von der Bezirksliga in die Landesliga an.

Gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft gerade erst eine Saison dabei ist. Der Abstand zur Konkurrenz in Bonn ist gering, drei Spiele stehen noch aus, zwei davon sind Heimspiele, eins an diesem Sonntag. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht ...

Aber wie ist die Idee, einen Bowling-Verein und eine Mannschaft zu gründen, entstanden? Kessel erzählt, dass ein paar seiner regelmäßigen Gäste bereits vorher auf Landesliga gespielt haben, die hätten die Sache ins Rollen gebracht. Und irgendwie bräuchte jedes große Bowlingcenter auch seine eigene Mannschaft, findet er.

Vorher gab es nur eine Hausliga. „Könnt ihr gerne machen, ich bin auch dabei, aber ich werde nicht den Vorsitzenden mimen, dafür habe ich zu viel zu tun“, war die Antwort des 58-Jährigen. Und so setzt sich nun der Vorstand aus Horst Klose, Karina Batti, Stefan Peters, Marco Hansen und eben Kessels zusammen.

30 Mitglieder zählt der Verein „Event-Bowling-Club Alsdorf“ inzwischen, neun spielen in der Mannschaft. „Das gibt den Leuten auch die Möglichkeit, mal auf anderen Bahnen zu spielen“, erläutert Kessel.

Da die Bahnen und deren Ölung sehr unterschiedlich sein können, haben die angehenden Profis oft sechs Kugeln dabei, höhere Klassen auch das Doppelte.

Der Altersdurschnitt der Alsdorfer Bowler liegt jenseits der 40. Ein paar der älteren sind Finanzbeamte, unter den jüngeren gibt es einen Maschinenbau-Studenten und einen Konstrukteur für Elektroautos.

In persona sind letztgenannte Christoph Susen (20), der aber nur zum Training mitbowlt und in der Bundesliga antritt, und Philipp Leucht.

Susen hat, nebenbei bemerkt, eine ungewöhnliche Technik, die den Laien über die tatsächlichen Fähigkeiten Susens leicht in die Irre führen können: Er wirft die mit beiden Händen gegriffene Kugel seitlich rechts am Körper vorbei. Nur wenn er nicht gleich abgeräumt hat, nimmt er die Kugel in eine Hand. Aber: Nicht mit drei Finger fixiert er sie, sondern mit zweien.

 

Die Hand von Philipp Leucht (23) aus Geilenkirchen steckt in einem orthopädisch anmutendem Handschuh. Eine Verletzung? Nein. „Das ist eine Bowlingschiene. So eine Sieben-Kilo-Kugel kann schon mal schwer werden und das Handgelenk umknicken. Mit der Schiene hat man außerdem einen guten Abgabepunkt“, so Leucht. Der Zeigefinger ist quasi geschient und bleibt gestreckt.

Viel geredet wird während des Trainings an dem Abend nicht. Susen poliert seine Kugel vor jedem Wurf mit einem Lappen und einer drehenden Bewegung, Konzentration, Wurf, nachblicken, leiser Kommentar im Wegdrehen, warten, bis die Kegel wieder stehen.

Auch Paul Kessel räumt noch schnell ein paar Dutzend Kegel ab, bevor er gleich eine größere Gruppe aus England bewirten muss.

Eigentlich mitten im Training also, aber so ist das nun mal, wenn man gleichzeitig Chef des Ladens ist, in dem man sein privates Hobby betreibt. Seit 40 Jahren bowle er schon, erzählt Kessel. Seit fünf Jahren ist er Pächter an der Otto-Wels-Straße.

Manchmal treffe man beim Bowlen tatsächlich auf Paradiesvögel und andere schräge Typen, sagt Kessel. Aber wie den „Dude“ und dessen Freunde Walter und Donny dann doch nicht.

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