Alsdorf: Zeichen deuten auf SPD und CDU

Von: Karl Stüber
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Bei dem Jubel gerät sogar das Foto des ersten SPD-Bundesvorsitzenden nach dem Zweiten Weltkrieg, Kurt Schumacher (hinten), in Schieflage: SPD-Frontmann Gustl Rinkens (m.) hat am Wahlabend im Fraktionszimmer gerade mal wieder einen Teilerfolg des Bürgermeisterkandidaten Alfred Sonders (3.v.l.) verkündet. Foto: Stüber

Alsdorf. Die Bürger in Alsdorf hatten die Wahl - und haben sich eindeutig für Alfred Sonders als Bürgermeister entschieden. Wenngleich die Sozialdemokraten dank Sonders im Stadtrat, der sich am 27. Oktober konstituiert, eine deutlich größere Rolle spielen - die Zahl der Sitze steigt von 13 auf 16 - ist eine feste Koalition mit anderen politischen Kräften wohl nicht realistisch.

Der Rechenschieber gibt zwar angesichts der drei Sitze der Grünen plus der Stimme des Bürgermeisters eine theoretische Mehrheit von 20 Sitzen her (der Rat zählt 38 Mandate plus Bürgermeister), aber die weit auseinander driftenden politischen Vorstellungen sprechen nicht für Rot-Grün, denkt man zum Beispiel an den Streit um den Neubau von Gymnasium und Realschule auf dem Annagelände.

Fraktionschef Gustl Rinkens betonte am Montag auf Anfrage, nach seiner „persönlichen Meinung” habe die SPD in der letzten Wahlperiode „mit der CDU sehr gut zusammengearbeitet”.

Vorbehaltlich der Haltung der Stadtverbandes sehe er keine Notwendigkeit, als stärkste Fraktion auf kleinere Gruppierungen zuzugehen und Koalitionsvereinbarungen auszuhandeln. Sachorientierte Politik könne auch ohne dem im Rat geleistet werden. Zu einer ersten Wahlanalyse wolle die SPD-Fraktion am Abend zusammenkommen.

Auch Bernd Mortimer (CDU), dessen Partei von 14 auf 11 Sitze zurückfiel, sieht keinen Grund zur Eile oder zu Koalitionen. Auch hier wolle die Fraktion am Abend erst einmal zusammenkommen. Analyse und weiteres Verfahren sollen in einer Sondersitzung des Parteivorstandes Themen sein. Klar sei aber, dass die Bürger bei ihrem Votum pro Bürgermeister Alfred Sonders oft einfach „durchgewählt” und sich dann auch für die SPD entschieden hätten.

Horst-Dieter Heidenreich ist sehr zufrieden angesichts der gut 8,1 Prozent für die Grünen. So gut hätten sie noch nicht in Alsdorfer abgeschnitten, obgleich ein viertes Mandat nicht dabei heraussprang. „Inhaltlich trennen uns von anderen Welten”, kann er sich nicht eine feste Koalition mit SPD oder CDU vorstellen, wohl aber eine sachorientierte Politik im Rat mit wechselnden Mehrheiten je nach Thema.

Frank Thyssen glaubt nicht, dass ausgerechnet die SPD auf die Partei Die Linke, die auf Anhieb zwei Mandate errang, zukommen würde, um über mögliche Kooperationen zu sprechen. Thyssen schied im September letzten Jahres im Streit aus Fraktion und Partei. Das vergisst man nicht so schnell ... Bis auf Republikaner und FDP habe Die Linke unabhängig davon schon mal mit künftigen „Kollegen” Kontakt aufgenommen, bleibt doch das ehrgeizige Ziel, als Instrument der Ratsarbeit einen Sozialausschuss zu installieren.

Mit 6,3 Prozent haben die Liberlaen gegenüber 2004 (5 Prozent) zugelegt. Spitzenkandidat Heinz Linska ist damit sehr zufrieden, wie er sagte, wenngleich auch hier das begehrte dritte Mandat letztlic ausblieb. „Wir sind für Gespräche mit anderen bereit”, wolle sich die FDP unter Wahrung ihrer Ziele anderen Kräften nicht von vorneherein verschließen.

Schwer enttäuscht ist Dietmar Brühl. Die Freie Wählergemeinschaft Alsdorf (FWA) fiel von 8,4 auf 5,7 Prozent und verlor einen Sitz im Kommunalparlament. „Mit nur Zweien wird es schwieriger”, sagte Brühl. „Aber wir machen sachorientiert weiter.”
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