Alsdorf - Alsdorf will sein Potenzial nutzen

Alsdorf will sein Potenzial nutzen

Von: Stefan Schaum
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Geschenk mit Signalwirkung: Als Fotograf Algirdas Milleris das Fördermaschinenhaus 2008 ablichtete, war es noch in Gerüste gehüllt. Heute glänzt es als Veranstaltungsort. Bürgermeister Alfred Sonders (li.) hat WFG-Geschäftsführer Dr. Axel Thomas die Aufnahme beim Neujahrsempfang geschenkt. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Bildungsförderung mal ganz anders: Studenten der Aachener RWTH, die sich für Alsdorf als Erstwohnsitz entscheiden, soll die Erstattung der Studiengebühr für ein Semester winken! Dieses ungewöhnliche Angebot hatte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders bei seinem ersten Neujahrsempfang in der Alsdorfer Stadthalle parat.

Und es war bei weitem nicht das ehrgeizigste Beispiel für das Bestreben der Kommune, Synergien in der Städteregion zu nutzen und dabei das eigene Profil werbewirksam zu schärfen.

Vor gut 500 Zuhörern akzentuierte Sonders vielerorts das Wir-Gefühl. „Ich will heute über das reden, was gut in Alsdorf ist und worauf wir gemeinsam aufbauen können.” Namentlich etwa die Wirtschaftsförderung.

Etliche bereits geschaffene Arbeitsplätze im IGA-Park stehen zu Buche, unter anderem bei „Global-playern” wie GIF und Cinram. „Weitere Unternehmen wollen wir hier mit offenen Armen und tatkräftiger Unterstützung empfangen.” Auch im Herzen der Stadt, dem Anna-Park, „dem strategisch wichtigsten Zentrum für den Aufschwung”, so Sonders.

„Wo früher Kohle gefördert wurde, können wir heute Ideen, Kreativität und Wissen fördern.” Nicht nur - aber auch - im engagiert vorangetriebenen Neubau von Realschule und Gymnasium in Einheit mit der Kraftzentrale. „Ich möchte, dass hier ein einzigartiges Bildungszentrum entsteht. Die schulische Nutzung rund um die Kraftzentrale möchte ich mit dem Energeticon verknüpfen und dort auch innovativen Unternehmen eine Plattform bieten.”

Ihre Hausaufgaben in dieser Sache habe die Kommune gemacht. „Es gibt ein sehr wichtiges Teilergebnis, denn wir können nachweisen, dass die Stadt ihren finanziellen Anteil an dem Großprojekt schultern kann.” Zwar bleibt offen, wie der Stadt die bereits zugesagten zwölf Millionen Euro aus nordrhein-westfälischen Fördertöpfen zukommen sollen. „Doch ich bin felsenfest vom Willen der Landesregierung überzeugt, unserer Stadt im Strukturwandel zu helfen und das Versprechen einzulösen.”

Vertrauen schaffen

Ein weiteres Ziel: die Stärkung des Einzelhandels. „Wir brauchen mehr Leben für die Innenstadt.” Auch kulturell und gastronomisch. Im Schulterschluss von Stadtmarketing, Aktionsgemeinschaft und Bürgern sollen neue Veranstaltungen und Feste dazu beitragen, den innerstädtischen Zusammenhalt zu kräftigen und neue Besucher anzulocken.

Eine gewichtige Rolle könnte dabei der neu gestaltete Denkmalplatz spielen, „wie ich finde, das Schmuckstück der Stadt”. Eines, das glänzen soll. Weshalb auch neue Konzepte zum Thema Sauberkeit eine gewichtige Rolle bei der Imagepflege spielen sollen.

Solche tut Not, bekräftigte im Anschluss an die gut halbstündige Rede des Bürgermeisters der Gastredner des Abends: Dr. Axel Thomas, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion. Kommunen müssten heute zu Marken mit eindeutigem Profil werden. „Das bringt Unverwechselbarkeit und schafft Vertrauen. Das sind Vorteile im Wettbewerb der Regionen.”

Nachbarstädte seien dabei bereits einen Schritt weiter. „Baesweiler positioniert sich in Medizintechnik und Biotec, Herzogenrath in Maschinenbau und Forschung.” Eine solche Kernbotschaft müsse Alsdorf möglichst rasch für sich formulieren. Auf die Karte Energie und Bildung zu setzen könne sich dabei auszahlen empfahl Thomas in seinem Vortrag, der wie der des Bürgermeisters mit viel Zwischenapplaus bedacht wurde. „Alsdorf sollte die Nähe zum RWTH Campus nutzen und unter dem starken Dach der Städteregion zu einer ganz eigenständigen Marke werden.”

Visitenkarten hat die Stadt bereits zu bieten. Etwa den Städtischen Chor, der sich unter Leitung von Günther Kerkhoffs mit einem Auszug aus Joseph Haydns „Schöpfung” einmal mehr glänzend empfahl Gleiches galt für die Interpretation des Cindy-Lauper-Hits „True Colours” durch das Vokalensemble „Andersart”. Sonders: „Es gibt keinen Grund, in Alsdorf anders als selbstbewusst und zuversichtlich gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten.”
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