Alsdorf: Unterstation wird zur Disco

Von: Karl Stüber
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Überdimensionale Legosteine vor der Unterstation am Busbahnhof in Alsdorf? Mitnichten! Der Außenbereich der in der Unterstation entstehenden Diskothek wird zur Außenterrasse modelliert. Die übereinander gestellten Betonsteine halten allein durch ihr Gewicht „bombig“, wie Architekt Hans-Willi Mertens vor Ort sagt. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Wer junge Leute in Alsdorf halten will und verhindern möchte, dass sie ins Umland, etwa nach Aachen, abwandern, muss ihnen vor Ort etwas bieten. Hinzu kommt, dass die Stadt gerne Studierende aus Aachen „anwerben“ möchte, die ihre „Studentenbude“ in Alsdorf suchen und finden sollen. Da muss die Kommune auch entsprechend attraktiv sein oder werden.

Das gilt gerade im Bereich Freizeit. Die ehemalige Bergbaustadt Alsdorf ist auf dem besten Wege, ein neues Mekka für Diskothekenbesucher zu werden – und das in attraktivem historischen Gemäuer aus der Zeit der Steinkohleförderung. Derzeit wird die ehemalige Unterstation am Busbahnhof am Rande des Annageländes zum Tanzpalast umgebaut.

In Abstimmung mit Stadt und Denkmalschutz wird das Innere entkernt und zum Einbau moderner Discotechnik vorbereitet. Im Erdgeschoss entsteht eine Nutzfläche von 420 Quadratmetern für die Diskothek, wie der Alsdorfer Architekt Hans-Willi Mertens vor Ort erzählt.

Die niederländische Firma Lago Leone GmbH (Mark Swanenberg) hat das Objekt gekauft und lässt es für die Diskotheken-Kette von Peter und John van Kessel, die das Haus betreiben soll, herrichten. Aus Gründen des Schallschutzes wird der Zugang durch das Kellergeschoss erfolgen.

Dort, so Mertens, werden der Kassenbereich, die Garderobe, Sanitäreinrichtungen und ein Bereich, in dem Snacks und andere Kleinigkeiten verzehrt werden können, angesiedelt sein. Die Nutzfläche beträgt rund 250 Quadratmeter.

Diskothek-Betrieb wird in der Regel Freitag- und Samstagnacht sein. Der Betreiber gibt die Öffnungszeiten mit 20 bis 7 Uhr an. Zudem kann das Gebäude natürlich für Kulturveranstaltungen oder aber auch für private Feiern gemietet werden, berichtet Mertens von dem zugrundeliegenden Konzept.

Gegen An- und Abreiseverkehr in Sachen Abtanzen erhofft sich der Betreiber Entlastung durch die nahe Euregiobahn und eben die wenige Meter neben dem Gebäude haltenden Busse. „Es ist daran gedacht, die Diskothek erst in den frühen Morgenstunden zu schließen, wenn die erste Euregiobahn wieder fährt“, so der Architekt.

Auch an Parkplätze ist gedacht, die im Baugenehmigungsverfahren auch nachgewiesen sein müssen. 65 werden direkt neben der Diskothek angelegt und der Parkverkehr auch beaufsichtigt, wie Mertens betont, damit die Besucher nicht mit „quietschenden Reifen“ das Gelände befahren oder auf andere Weise lärmen.

„Nicht die Musik in dem Gebäude ist unter Aspekten des Schallschutzes das eigentliche Problem, sondern der an- und abfahrende Verkehr.“ Dem wolle der Betreiber von vornherein begegnen. Die Erschließung erfolge von der Konrad-Adenauer-Allee aus.

Auf Höhe der Zufahrt zum Parkhaus des nahen Kaufhauses werde in der Fahrbahnmitte der derzeitige Grünstreifen ein Stück weit zur Abbiegespur umgebaut. Es gelte zu beobachten, ob die Stellplätze reichen. Angrenzende Reservefläche sei vorhanden. Warum wird nicht der nahe Park&Ride-Parkplatz für die Euregiobahn einbezogen, der doch nachts in der Regel ansonsten leer sein dürfte?

Mertens verweist darauf, dass in diesem Falle die Gefahr groß sei, dass Besucher der Disko einfach über das Gleis der Euregiobahn gehen und nicht den kleinen Schlenker über den ausgewiesenen Fußgängerweg wählen. Gegebenenfalls müsse man sich da noch etwas einfallen lassen. Mertens betont, dass die Schallschutzrichtlinien eingehalten werden.

Er hält aus städteplanerischer Sicht den Standort Unterstation für eine Diskothek besonders geeignet, ohne andere zu beeinträchtigen. „Die Leute sollten auch hier in der Stadt die Möglichkeit haben, Unterhaltung zu finden“, sagt er.

Auch für „Normalbürger“

Und auch der „Normalbürger“ oder der Bus- und Bahnreisende sollen hier eine Möglichkeit der Rast finden. An der Unterstation wird eine große Terrasse für gastronomische Zwecke angelegt – ein „Freiluft-Wartesaal“ der besonderen Art.

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