Alsdorf rüstet beim Brandschutz auf

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
6032102.jpg
Normalerweise nicht sichtbar: Rohrleitungen und Kabel hinter der Deckenabhängung bergen aber Gefahren. Daher werden dort zukünftig auch Brandmelder zur frühzeitigen Warnung installiert. Foto: Holger Bubel
6032104.jpg
Arbeit in luftiger Höhe: Im Rathausfoyer ersetzen bald überall Gipskartonplatten die Holzdecke.

Nordkreis. Natürlich ist er auch für den privaten Häuslebauer ein ganz wichtiges Thema: der Brandschutz. Da gibt es einiges zu berücksichtigen: Brandmeldeanlagen (Rauchmelder) sind etwa seit diesem April auch in NRW Pflicht, wenn das ersehnte Eigenheim „aus dem Boden gestampft“ wird.

Bauherrn haben aber noch mehr zu bedenken, das geht aus der Brandschutzverordnung hervor. Öffentliche Gebäude, in denen gearbeitet und Besucher ein und ausgehen, sollten da selbstverständlich keine Ausnahme sein.

Und so ist es nun endlich auch an der Reihe: das Alsdorfer Rathaus. Lange konnte das hausinterne Bauordnungsamt vor den Mängeln in Sachen Brandschutz in dem Verwaltungsgebäude die Augen auch nicht mehr verschließen. „Die Kollegen hatten da viel Geduld mit uns. Wir haben die notwendigen Maßnahmen für das Rathaus immer wieder vor uns hergeschoben. Zuerst haben wir die Schulen in Sachen Brandschutz ertüchtigt. Das hatte für uns Priorität“, sagt Erster Beigeordneter Ralf Kahlen. „Aber wir haben ja auch eine Verantwortung für unsere Mitarbeiter und die Bürger, die uns besuchen. Also haben wir losgelegt“, sagt Kahlen.

Bereits im vergangenen Jahr wurde in einer ersten Maßnahme eine Außenfluchttreppe über dem Ratssaal installiert, zudem die Lüftungsanlage im Großen Sitzungssaal mit brandschutztechnischen Schotten ausgestattet, um im Fall der Fälle die Politik vor lodernden Flammen und Rauch zu retten. Auch alle Büros in der sechs Etagen hohen Verwaltung wurden mit Brandmeldern ausgestattet, und die Flurtüren unter brandschutztechnischen Aspekten erneuert.

Die Brandschutzmaßnahmen des 1970 bezogenen Rathauses sind aber jetzt erst so richtig in vollem Gange. Und das durchaus für Mitarbeiter und Besucher sichtbar – und hörbar. Unter Leitung der Stadtentwicklungsgesellschaft werden derzeit von einer Aachener Trockenbaufirma im Kellergeschoss und im ersten Obergeschoss die Holzdecken mit 70er-Jahre-Charme herausgerissen. Auch die Abhangdecken in den Fluren vom zweiten bis zum sechsten Obergeschoss werden erneuert. Das macht Lärm und Dreck. Dass der Ausbau des Foyers – hier sind Abbruch-, Trockenbau- und Elektroarbeiten notwendig – in die Sommerferien fallen, macht also durchaus Sinn.

IT-Netz wird neu verlegt

Hinter der künftigen Abdeckung aus Gipskarton, fürs Auge nicht sichtbar, verschwinden die neuen Brandmeldeanlagen. Und nicht nur diese: „Wir brauchten dringend eine neue Verkabelung für das interne IT-Netz“, erklärt Ralf Kahlen. Dass der Versand einer hausinternen Nachricht per Email vom Keller in die oberste Etage länger dauere, als die Stufen selbst zur Vermittlung zu erklimmen, war lange Zeit ein Treppenwitz in Verwaltungskreisen. Zumindest wäre man aber jetzt auf diesem Weg vor Feuer sicher, denn das Treppenhaus wurde brandschutztechnisch eingehaust, in der sechsten Etage – hier lebten die Mitarbeiter „besonders gefährlich“ – wurde eine Rauchabzugsanlage installiert. Das Gröbste sollte für 2013 überstanden sein, wenn die Mehrzahl der Verwaltungsmitarbeiter aus den Ferien zurückkommt. Doch 2014 geht es weiter: Dann soll der Aufzugschacht vom Keller über sechs Etagen saniert werden.

Finanziert wird das ganze rund 800.000 Euro teure Unternehmen übrigens aus dem Bauhaushalt für das Rathaus. Ursprünglich war mit dem Geld geplant, das über vier Jahrzehnte alte Gebäude zu verschönern. Daraus wird nun nichts. Und auch der Wunsch nach einer energetischen Auffrischung bleibt vorläufig nur ein solcher. Denn: Sicherheit geht nun einmal vor, ob im privaten Haushalt oder in der Verwaltung.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert