Alsdorf: „Hotel Mertens“ weicht Wohnkomplex

Von: Karl Stüber
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Die Tage des alten „Hotel Mertens“ und des angrenzenden hellen Hauses sind gezählt: Noch im Dezember soll mit dem „Rückbau“ des mittlerweile komplett leer stehenden Komplexes begonnen werden. Die GSG GmbH errichtet hier ein Haus mit 33 Wohnungen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Die Tage des ehemaligen „Hotel Mertens“, das schon jahrelang als gastronomische Einrichtung nicht mehr genutzt wird, und eines angrenzenden Hauses am alten Bahnhofsplatz in Alsdorf-Mitte sind gezählt. Der letzte noch verbliebene Wohnungsmieter ziehe um.

Der „Rückbau“ des Komplexes an der Ecke zur Würselener Straße soll in den nächsten Wochen beginnen, wie der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft GmbH (GSG), Dieter Sandlöbes, auf Anfrage unserer Zeitung sagte. 

Mit einem schlichten Abbruch solcher Objekte ist es schon lange nicht mehr getan. Zur Genehmigung muss ein Gutachten vorgelegt werden, in dem eine Gefährdungsabschätzung nachgewiesen wird. Asbest und andere Umweltfrevel der Vergangenheit müssen berücksichtigt werden – und dennoch erweisen sich Altbauten immer wieder als wahre Wundertüte, wenn sie denn erst einmal geöffnet werden, weiß Sandlöbes.

Große Arztpraxis zieht ein

Anstelle der alten Bausubstanz soll ein Großprojekt verwirklicht werden. „Es handelt sich um das größte Bauvorhaben in der Geschichte der GSG“, wie Sandlöbes berichtet. Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde der entsprechende Bebauungsplan behandelt. Es geht um ein Sechs-Millionen-Euro-Objekt, das diese bislang erheblich in die Jahre gekommene und keineswegs mehr ansehnliche Zufahrt, ja Stadttor zum Zentrum Alsdorfs künftig positiv prägen wird. Sandlöbes, dessen GSG GmbH zu 76 Prozent der Stadt Alsdorf und zu 24 Prozent der Aachener Bank gehört, skizziert den Neubau: Es handelt sich um ein sechsgeschossiges Gebäude, das Platz für insgesamt 33 Wohnungen und eine große (diabetologische) Arztpraxis bieten wird. Die Kennzahlen: 2386 Quadratmeter Wohnfläche, über 500 für die Praxis. Der umbaute Raum wird mit 14.000 Kubikmeter angegeben, die Bruttogeschossfläche mit über 4600. Die Wohnungen werden zwischen 47 und 102 Quadratmeter groß sein und mit großen Bädern nebst bodengleichen Duschen ausgerüstet sein und somit den Ansprüchen einer immer älter werdenden Bevölkerung Rechnung tragen, sagt der GSG-Geschäftsführer – seniorengerechte Wohnungen eben, um die Hauptzielgruppe der potenziellen Mieter zu nennen. Dabei weiß Sandlöbes um die „klasse Lage“ gegenüber der Euregiobahn-Haltestelle und dem Busbahnhof. „Hier kann man auch ohne eigenes Auto gut leben.“ Zumal Einkaufsmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld an der Bahnhofsstraße vorhanden sind, wie er betont.

Bevor das Gebäude im Dezember abgerissen wird, ist an eine große Feuerwehrübung gedacht, wie Sandlöbes von einer Anfrage berichtet. In dem teilweise recht verschachtelten und verwinkelten Altbau-Komplex könnten die Feuerwehrleute auf eine recht knifflige Einsatzlage treffen.

Die GSG GmbH hat nach dem Neubau, an dem im Frühjahr die Arbeiten aufgenommen werden sollen (Fertigstellung Frühjahr 2015), am Bahnhofsplatz aber noch mehr vor der Brust. Weitere Altbauten in direkter Nachbarschaft hat die Gesellschaft im Auftrag der Eigner dort erworben. Die sollen allerdings nicht abgerissen, sondern hergerichtet (Treppenhäuser) und so aufgewertet werden. Auch die derzeit wenig reizvolle Hinterhofsituation soll positiv verändert werden. Die Mieter dürften in ihren Wohnungen bleiben, beruhigt Sandlöbes.

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