Alsdorf hat kaum Platz für neue Windräder

Von: Verena Müller
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Eines der beiden Windräder, die hinter dem Nordfriedhof in Alsdorf gebaut werden. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Gibt es in Alsdorf noch Flächen, auf denen man Windräder aufstellen könnte? Dieser Frage ist Sebastian Wiese von der Bauleitplanung der Stadtverwaltung in den vergangenen vier Jahren in akribischer Kleinstarbeit nachgegangen und hat nun einen umfassenden Bericht vorgelegt.

Das Ergebnis: Viel Raum bleibt nicht. Maximal sechs zusätzliche Windenergieanlagen könnten aufgebaut werden. Aber auch das ist noch mit vielen Fragezeichen versehen.

Anlass war ein Antrag der Grünen-Fraktion aus dem Jahr 2012. Zwei Jahre später wurden die ersten Ergebnisse vorgestellt und beschlossen, die Ausweisung neuer Windvorrangzonen in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Zwei weitere Jahre verstrichen, bis das endgültige Resultat vorlag. Wiese erklärt die Dauer mit anderen Aufgaben, die zwischenzeitlich Vorrang hatten und: „Erschwerend kam hinzu, dass es im vergangenen Jahr einen neuen Windenergieerlass gab.“ Da kam also vieles erneut auf den Prüfstand.

Derzeit ist in Alsdorf eine einzige Zone ausgewiesen, hinter dem Nordfriedhof am Übacher Weg, an der Grenze zu Baesweiler. Zwei Windräder werden bald in Betrieb gehen. Hier könnten laut Wiese in unmittelbarer Nachbarschaft, zur Rechten und zur Linken, noch insgesamt drei weitere Anlagen aufgestellt werden.

Der zweite mögliche Standort befindet sich nordwestlich der Siersdorfer Straße am Rande des Schaufenberger Gewerbegebiets (zwei Windräder), der dritte am Industriepark Nord, zwischen der Konrad-Zuse-Straße und der Kläranlage des Wasserverbands Eifel-Rur (ein Windrad).

Gerade einmal 1,39 Prozent der Gesamtfläche Alsdorfs käme so für eine Ausweitung der Windkonzentrationszonen in Frage.

Im Zuge der Energiewende hatte das Land Nordrhein-Westfalen das Ziel formuliert, den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung bis 2020 von vier auf 15 Prozent zu erhöhen. Zwei Prozent der Landesfläche sollen für diese Nutzung ausgebaut werden.

Alsdorf kann dieses Ziel also nicht erreichen. „Selbst wenn man gewerbliche Flächen in die Analyse aufnehmen würde, käme man höchstens auf 1,51 Prozent“, so Wiese. Das sei keine „signifikante Veränderung des Gesamtergebnisses“ und deshalb zu vernachlässigen.

Die geringe „Ausbeute“ erklärt Wiese mit der Siedlungsstruktur. Viele große Freiflächen gebe es in Alsdorf nicht. „Und mit einem Abstand von 500 Metern zur Bebauung bewegen wir uns schon an der untersten Kante des gesetzlich möglichen“, so Wiese weiter. Auch andere Faktoren galt es zu beachten. So liegt in einem Gebiet eine geotektonische Störung vor (nördlich des Gewerbegebiets Schaufenberg), so dass dort generell nicht gebaut werden kann.

Neben Schall und Schattenwurf sind der Artenschutz und der militärische Anlagenschutzbereich zu berücksichtigen. Zu Deutsch: Windräder werfen einen Radarschatten. Bei den nun ins Auge gefassten möglichen Standorten, die der Stadtentwicklungsausschuss gebilligt hat, setzt als nächstes also die Behördenbeteiligung ein. Dann wird geklärt, ob möglicherweise eine Tierart aus ihrem Lebensraum verdrängt werden würde und ob beispielsweise der Immissionsschutz der Bundeswehr Einwände hat.

Wie viele von den avisierten sechs weiteren Windrädern letztendlich gebaut werden könnten, ist also zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen offen.

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