Alsdorf: Bürgermeister Alfred Sonders verkürzt Amtszeit

Von: Markus Bienwald
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Er weiß, was er seiner Partei schuldig ist: Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders wirft den Hut ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit erneut in den Ring. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Es war die Nachricht des Wochenendes: Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders tritt zurück. Allerdings nur aus dem Grund, um sich am 25. Mai 2014 gemeinsam mit den Stadträten einer vorzeitigen Kommunalwahl zu stellen.

„Diese Möglichkeit will ich nutzen, denn wir brauchen in Alsdorf keine zwei Wahlgänge 2014 und 2015“, sagte der Amtsinhaber bei der Stadtwahlkonferenz der SPD in der Gaststätte „Haus Mertens“ in Busch. Eigentlich hat Sonders noch ein Mandat bis 2015 – und bis zum Wahltag bleibt er natürlich im Amt. Das sagt er auch in einem Anschreiben an alle Bürger, das in dieser Woche an alle Haushalte in der Stadt geht.

Natürlich wagte Sonders einen kleinen Rückblick auf seine vier Jahre als Bürgermeister und einen Ausblick auf das, was er nach einer möglichen Wiederwahl in den sechs Jahren nach der Kommunalwahl 2014 schaffen will. Das wäre dann ein Jahrzehnt Sonders, und Stadtverbandsvorsitzender Hans-Peter Thelen sagte mit Blick auf die von der Alsdorfer SPD eigentlich für das Jahr 2020 ins Auge gefassten Ziele: „Wir sind jetzt schon weiter, als wir es uns erhofft haben.“ Angetreten waren die Sozialdemokraten 2009 nach Auskunft von Sonders mit dem Ziel, Alsdorf sauberer zu machen. „Mein Mitbewerber hat das damals belächelt und gemeint, wir hätten größere Probleme“, so der Verwaltungschef. Das Ziel sei erreicht worden, mehr noch, denn insgesamt sei mehr geleistet worden, als ohnehin angekündigt wurde.

Der Neid der Region

Als Beispiel dafür nannte Alfred Sonders die Sanierung von Sportstätten: So wurden die Turnhallen in der Broicher Siedlung und die Festhalle Ofden generalsaniert, die Hoengener Mehrzweckhalle mit neuem Inventar ausgestattet und in Begau eine neue Turnhalle gebaut. Kunstrasen auf dem Wardener Sportplatz und eine sanierte Tennenanlage ohne Seecharakter in Mariadorf gehörten auch dazu.

Mit der Komplettsanierung der Burg sei ein Areal entstanden, „um die uns die ganze Region beneidet“, was ausdrücklich auch für das Sonders‘ Steckenpferd, dem Tierpark, gelte. „Dass die Euregiobahn nun durch die gesamte Stadt führt, ist ein wichtiger Meilenstein hin zu einer Anbindung aller Stadtteile an das Stadtzentrum durch einen gut funktionierenden Personennahverkehr“, führte er weiter aus. Die Nahversorgung sei nicht nur durch den Discounter-Neubau an der Luisenstraße gesichert, sondern binde auch bestehende Areale wie das toom-Einkaufszentrum ein, das sich nach Ansicht des Bürgermeisters zukunftssicher neu sortiere.

Natürlich zeigte er aber auch Baustellen im Stadtgebiet auf. Bei den Friedhöfen gestand Sonders, dass es noch viel zu tun gebe: „Aber zunächst war hier mal eine Menge nachzuarbeiten und da haben wir vieles verbessert.“ Positiv stelle sich auch die Situation bei den Neubaugebieten dar, wozu auch die Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche betrügen. „Familien finden uns auch deshalb immer attraktiver und ziehen gern nach Alsdorf“, unterstrich der Bürgermeister.

Allerdings wandte er sich in diesem Zusammenhang auch massiv gegen seiner Ansicht nach „gezielte Desinformationen“, was beispielsweise die Nutzung der Fläche am VabW betreffe. Im Umgestaltungsprozess habe es aber auch schmerzvolle Punkte wie die Trennung von Schulen gegeben. Da spielt auch das kommende Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) auf dem Anna-Park mit in Sonders‘ Orchester einer für das Jahr 2020 angestrebten Vorbildfunktion Alsdorf im Reigen der Nordkreis-Kommunen eine Rolle. Mit dem ohne den Einsatz des Bergbaumuseumsvereins undenkbaren Energeticon, das als außerschulischer Lernort ab August 2014 das Angebot der Bildungsstadt Alsdorf ergänzt und der umgesetzten U3-Betreuung seien weitere Meilensteine in die Fortschreibung der künftigen Stadtentwicklung gesetzt worden. Was natürlich aktuell nicht für die Kita Florianstraße gelte, wo aber allen klar war, dass eine Sanierung sinnlos sein würde und der Erste Bürger ausdrücklich das Verständnis bei der Elternschaft lobte.

Eine belebte Luisenpassage, die künftige Disko in der Unterstation, das Augenzentrum Alsdorf und auch das Projekt Seniorenheim hinter der Stadthalle, das nebenbei noch 1,5 Millionen Euro über den Grundstücksverkauf in die klamme Stadtkasse gespült habe, listete Sonders ebenfalls auf der Habenseite auf. Eine Umgestaltung des Schrottplatzgeländes am Anna-Park, das Projekt „Stadttor“ mit einem modernen Wohn- und Geschäftshaus und nicht zuletzt die Situation im Straßenverkehr zeigten eindringlich, dass in Alsdorf etwas geschehe.

„Neues Gesicht, neues Ansehen“

„Wir haben Alsdorf ein neues Gesicht, neues Ansehen gegeben“, resümierte Sonders. „Man respektiert uns wieder in der Region, nicht nur, weil wir ein tolles neues Logo haben, sondern weil wir auf dem richtigen Weg sind.“ Zuvor hatte Stadtverbandsvorsitzender Hans-Peter Thelen noch betont, dass Sozialdemokraten weder zu denen gehörten, die Chancen verpassen, noch zu denen, die sich in die Büsche schlügen, wenn es unbequem werde. „Vielleicht ist es ganz gut, wenn wir uns an diesem 20. Oktober an einen großen Sozialdemokraten erinnern, der mit einer sehr mutigen Politik Deutschland und Europa verändert hat“, so Thelen. So lief am gleichen Tag vor 42 Jahren die Nachricht ein, dass der erste sozialdemokratische Bundeskanzler Willy Brandt für seine Ostpolitik den Friedensnobelpreis erhält. Und mit Blick auf die Worte Brandts schloss der Vorsitzende, dass alle sozialdemokratischen Kandidaten in der Stadt künftig „noch mehr Alsdorf“ wagen wollen.

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