Alsdorf - Alsdorf bekennt Farbe: Hand in Hand statt fremd und feindlich

Alsdorf bekennt Farbe: Hand in Hand statt fremd und feindlich

Von: Sigi Malinowski
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Kenner der „Szene” in der Re
Kenner der „Szene” in der Region: Der Journalist Michael Klarmann, Mitarbeiter unserer Zeitung, wird - hier bei einer Veranstaltung in Herzogenrath - im Rahmen des nächsten Alsdorfer Stadtgesprächs das Thema Rechtsextremismus beleuchten. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Bei aller Ernsthaftigkeit, die dem Thema zukommt - es wurde auch mal schallend gelacht. Als Bürgermeister Alfred Sonders einen Spruch - auf einem Flyer gedruckt - verlas. „Nazis essen heimlich Döner”, da amüsierte sich das gesamte Aktionsbündnis, das in der Bücherei der Stadthalle zusammen gekommen war.

Alsdorf wird eine Aktionswoche vom 3. bis 10. November ausrichten. Sie steht unter dem Titel „Alsdorf bekennt Farbe, Hand in Hand statt fremd und feindlich”. Die Inhalte stellte der Vorsitzende des Stadtrates anhand des Prospekts vor.

Das Interesse an dieser Aktionswoche ist riesengroß. So, dass schon vor dem Einstieg in die Thematik erste Dankesworte Sonders an die vielen unterschiedlichen „Bündnis-Partner” gerichtet wurden. „Es ist sehr wichtig, Zeichen zu setzen”, wendete sich Sonders an die Gemeinschaft. Kirchen, Schulen, Vereine, die Kulturvereine, die Politik, Stadt und Rat, alle beteiligen sich. „Unser Anliegen funktioniert schon sehr gut”, ist Sonders überzeugt, „wir können mit unseren Botschaften bei den jungen Menschen ankommen.” Sogar EU-Ratspräsident Martin Schulz wird sich beteiligen. Allerdings kommt Schulz - er ist zur Aktionswoche in Litauen - erst am 10. Dezember nach Alsdorf und diskutiert mit Oberstufenschülern der Marien-Realschule und des Städtischen Gymnasiums zum Thema „Alle Hände für ein gemeinsames Europa”.

Zur Programmvorstellung, an der auch die Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (Alsdorf) und Bettina Herlitzius (Herzogenrath) sowie der Landtagsabgeordnete Hendrik Schmitz (Baesweiler) und Alsdorfs Ehrenbürger Hans Vorpeil teilnahmen, sagte Sonders, dass die Aktionswoche mit einer Ausstellung des peruanischen Malers Rafael Ramirez am 3. November in der Galerie der Stadthalle beginnt - Thema: „Holocaust Zyklus - Bilder gegen das Vergessen.” Eine Lesung von Professor Werner Janssen („Bitte, vergiss mich nicht!”) folgt. Beginn etwa 19.30 Uhr.

Zur Aktionswoche gehört auch ein symphonisches Konzert (Sonntag, 4. November, 18 Uhr), das unter Leitung von Günter Kerkhoffs steht - Titel: „Mit Mozart gegen Gewalt - der unbekannte Mozart”.

„Wenn wir schon das schönste Kino in der Region haben, wollen wir dort auch einen Film anbieten”, kündigte Sonders die Aufführung von „Gran Torino” im Cinetower (5. November, 10.30 Uhr) als Sondervorstellung für die Schulen an. Am Dienstag, 6. November, wird auf dem jüdischen Friedhof in Bettendorf die Errichtung eines Gedenksteines gefeiert (17 Uhr). Am Mittwoch, 7. November, steht eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion an - von unserer Zeitung, der Stadt Alsdorf und dem Förderverein Stadtmarketing organisiert.

Das Thema lautet „Rechtsextremismus - wir stellen uns dem Problem”. Moderatoren sind der Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing, Peter Steingass, und unsere Redakteur Karl Stüber. Im Ballsaal des Cinetowers werden unter anderem der Journalist und Mitarbeiter unserer Zeitung, Michael Klarmann, sowie Stephan Zenker, Leiter Remok, Polizei Aachen, Streetworker Hartmut Krombholz und Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt diskutieren. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

Donnerstag diskutiert Brandt mit Schülern der Gustav-Heinemann-Gesamtschule zum Thema „Wehrhafte Demokratie - weshalb ist die NPD noch nicht verboten?” „Rock gegen Rechts” findet am Freitag ab 19.30 Uhr statt. Ort ist das Gymnasium an der Theodor-Seipp-Straße in Ofden.

Ebenfalls am Freitag wird ab 18 Uhr eine Gedenkfeier zur Reichspogromnacht an der Schillerstraße 34 stattfinden. Ab 19 Uhr referiert Journalist Michael Klarmann in der VHS-Geschäftsstelle am Übacher Weg zum Thema „Neonazis und Rechtsextremisten im Raum Aachen”. Klarmann ist ein profunder Kenner der rechten Szene im Raum Aachen.

Zum Abschluss der Themenwoche wird sich von der St.-Castor-Kirche aus „ein möglichst großer Friedensmarsch in Bewegung setzen”, sagte Sonders. Der Marsch findet von 16 bis 17.30 Uhr statt und endet an der Martin-Luther-Kirche. Der Friedensmarsch wird von einer interreligiösen Segnung begleitet.
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