Als Feuerwehrfrau im Einsatz: „Helfen und gesund zurückkommen“

Von: Nadine Tocay
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Die Aufgaben sind vielfältig: Auch das tägliche Kontrollieren und Reinigen der Fahrzeuge gehört zum Alltag der Feuerwehrfrau Simone Emmerich. Foto: Nadine Tocay

Alsdorf. Sich als Frau in einem von Männern dominierten Beruf zu behaupten, das ist für die 37-jährige Simone Emmerich aus Alsdorf selbstverständlich. Im April 2015 begann sie ihre 18-monatige Ausbildung bei der Feuerwehr Alsdorf und arbeitet dort nun bereits seit einem halben Jahr als Berufsfeuerwehrfrau, genauer gesagt als Brandmeisterin.

Insgesamt gibt es auf der Wache 50 hauptberufliche Feuerwehrkräfte, die im Notfall zu jeder Zeit für die Menschen in der Umgebung da sind. Die Voraussetzungen für diesen Beruf sind hart: „Ich musste das Deutsche Sportabzeichen und den Rettungsschwimmer in Silber machen“, berichtet Emmerich. Auch die Absturzsicherung, Gefahrguteinsatzschulungen, die Prüfung für den Lkw-Führerschein und viele theoretische Aspekte des feuerwehrtechnischen Dienstes waren Teil der Ausbildung.

Doch wie kommt man als Frau auf die Idee, einen solchen Beruf zu ergreifen? „Ich habe früher auf der Wache als Rettungssanitäterin gearbeitet“, erklärt Emmerich. Nach einiger Zeit reizte es sie, auch mal „die andere Seite“, wie sie sagt, kennenzulernen. Und auch zu Hause war sie ständig mit dem Berufsfeld konfrontiert. „Mein Mann ist seit 25 Jahren bei der Berufsfeuerwehr in Aachen“, sagt die Brandmeisterin. Somit war ihr vollstens bewusst, worauf sie sich einließ. Rund drei bis vier Einsätze fährt sie im Schnitt pro Tag.

Die Art der Hilfeleistung variiert und reicht von der Beseitigung von Unwetterschäden, Brandbekämpfung, Hilfeleistungseinsätzen, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, bis hin zum Entfernen von Ölspuren. „Am Anfang war es schwierig für meine Kollegen, dass nun jemand Weibliches mit ihnen arbeitet, aber mit der Zeit gewöhnt man sich aneinander. Man darf halt nicht so typisch Frau sein“, erzählt Emmerich. Mittlerweile gebe es aber keinen Unterschied mehr, sie packe schließlich genauso mit an wie jeder ihrer Kollegen. Auch die ständige Weiterbildung gehört zu ihrem Job. Da sie regelmäßig mit dem Rettungswagen unterwegs ist, legte sie im Dezember eine Ergänzungsprüfung zur Notfallsanitäterin ab.

In den Zeiten zwischen den Einsätzen arbeitet sie in den Werkstätten, überprüft dort die Atemschutzmasken, reinigt und kontrolliert die Fahrzeuge. 24 Stunden dauert ein Arbeitstag. Das ist mit dem Familienleben nicht immer einfach zu vereinbaren. „Mein Mann und ich arbeiten in verschiedenen Schichtsystemen“, erklärt sie. So sei in der Regel immer einer der beiden bei dem zwölfjährigen Sohn und der neunjährigen Tochter zu Hause. Und das oberste Ziel jedes Tages rückt mit dem Gedanken an die Familie immer wieder aufs Neue in den Vordergrund: „Das Wichtigste ist, den Menschen zu helfen und auch selbst mit den Kollegen wieder gesund vom Einsatz zurückzukommen“, sagt Emmerich.

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