Alle Hoffnung ruht auf der Knochenmarkspenderdatei

Von: fs
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Hoffen auf Hilfe: Reinhard Richter, Mitglied der Kulturstiftung, Rabea Karthoff, DKMS, Dr. Edgar Jost, Anja Lynen und Achim Großmann, Vorsitzender der Kulturstiftung berichteten über ihre Aktion. Foto: Sevenich

Würselen. lm März 2013 ließ sich Nina Scheeren aus Würselen bei der DKMS – Deutsche Knochenmarkspenderdatei registrieren. Anfang dieses Jahres ermöglichte die 23-jährige zahnmedizinische Fachangestellte tatsächlich einem Menschen die lebensnotwendige Transplantation, weil ihre Gewebemerkmale genau passten. Nach der Spende erfuhr Nina Scheeren, dass sie einer 45-jährigen Frau in Ungarn geholfen hat.

Auf einen Lebensretter hofft auch Norbert Lynen aus Würselen. Der 59-jährige Familienvater hat Blutkrebs, eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance. Seine Tochter Anja Lynen berichtet über den Schock, als die Familie Anfang Januar die Diagnose erfuhr.

„Wir waren uns schnell klar, dass wir Stammzellspender suchen wollen. Also haben wir mit Freunden und Bekannten eine Aktionsgruppe gegründet, um in Würselen eine Registrierungsaktion zu starten.“ Es wurde die Internetseite www.norberthelfen.de eingerichtet, Plakate und Infomaterial gedruckt, vor dem Alten Rathaus hängt ein Banner. Anja Lynen: „Ich bin überwältigt, wie viel Zuspruch wir bereits haben.“

Wer helfen möchte, gesund und zwischen 18 und 55 Jahren alt ist, kann sich am Samstag, 28. Februar, von 11 bis 17 Uhr in der Aula des Gymnasiums an der Klosterstraße 74 bei der DKMS registrieren lassen. Das erfolgt durch die Entnahme einer kleinen Menge Blut. Zusammen mit der Erfassung der Daten wird die Prozedur nur wenige Minuten dauern.

Der Arzt von Norbert Lynen, Dr. Edgar Jost von der Uniklinik Aachen, sagt: „Mit den Daten aus der Blutanalyse erhalten wir mehr Daten als bei anderen Methoden. Wir benötigen viele neue Spender, die bereit sind, sich typisieren zu lassen. Die Erfolgsquote steigt, je mehr Spender wir haben. Bereits jetzt können wir vielen Erkrankten helfen.“ Ganz wichtig sei auch der Hinweis, dass in 90 Prozent der Spenden die Stammzellen aus dem Blutkreislauf entnommen werden können, „also ohne großen Eingriff“. Viele kennen diese neue Entwicklung noch nicht.

Die Aktionsgruppe „Norbert helfen“ hofft auf große Resonanz. Achim Großmann und Reinhard Richter von der Kulturstiftung berichten, dass sich schon über 30 Helfer gemeldet haben, zudem eine Reihe von Sponsoren. Als Arzt wird am Samstag der Leiter der Schmerzklinik des Medizinischen Zentrums Würselen, Dr. Till Wagner, zur Verfügung stehen, ebenso Dr. Ulrich Keysselitz. Wer zu alt für eine Stammzellspende oder bereits registriert ist, kann mit einer Geldspende helfen und am Samstag in die Cafeteria kommen.

Dort gibt es Kuchen zu zivilen Preisen, die Einnahmen fließen in die Aktion. Der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Günter Kuckelkorn, will alle Sportvereine einbeziehen. Das Polizeipräsidium wirbt für die Teilnahme, die VR Bank Würselen übernimmt die Laborkosten für Spender aus ihrer Belegschaft. Die Eschweiler „Biker für soziales Engagement“ sind dabei, einige ihrer Kinder besuchen die Goltstein-Schule Inden, wo Norbert Lynen unterrichtet. Die Aktionsgruppe hofft, dass viele Beispiele folgen.

Auch „Menschen helfen Menschen“, das Hilfswerk unserer Zeitung, sammelt Spenden – unter dem Stichwort „Lynen“ an die Sparkasse Aachen, IBAN DE 17-3905-0000-0000-776666.

Ein früherer Klassenkamerad Norbert Lynens ist Schirmherr der Aktion: Martin Schulz, Präsident des Europa-Parlaments. Er appelliert: „Ich bitte Sie herzlich und eindringlich, bei der Aktion zur Gewinnung neuer Stammzellspender mitzumachen. Sie helfen Norbert und anderen Menschen, die an Blutkrebs erkranken. Es kann uns alle treffen.“

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