Alexander Kissler: „Keine Toleranz gegenüber den Intoleranten“

Von: Nina Krüsmann
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„Alexander Kissler hat uns einen lange überfälligen Blick hinter die Kulissen der Political Correctness gegeben“ – das sagt der Pfarrer von St. Gertrud in Herzogenrath, Dr. Guido Rodheudt (r.) über den Berliner Referenten (l.) beim Montagsgespräch. Foto: Nina Krüssmann

Herzogenrath. „Wir dürfen unsere Werte nicht auf dem Altar der Gleichheit opfern, sonst opfern wir uns mit“, stellt Dr. Alexander Kissler fest. Der Berliner Kulturjournalist sprach jetzt im Pfarrzentrum von St. Gertrud auf Einladung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt beim Montagsgespräch zum Thema „Keine Toleranz gegenüber den Intoleranten – Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

Kissler weiß: Schweinefleisch verschwindet aus Schulbüchern, die Moschee von der Seifenpackung – die Selbstzensur des Westens treibt absurde Blüten.

„Der Westen hat sich zu einer Vereinigung von Menschen entwickelt, denen alles egal ist, solange niemand sie beim Lebensgenuss und dessen Verdauung stört“, stellt der Referent treffend fest. Und er fragt: „Ist auf dieser Grundlage die christlich-abendländische Kultur noch in der Lage, sich gegenüber dem Islam beziehungsweise dem islamischen Terror zu behaupten?“.

Geschichte als Schulfach wichtig

Kissler betonte, wie wichtig es ist, sich der Geschichte bewusst zu sein: „Das Wissen um unsere Historie ist ein unschätzbarer Wert. Wir dürfen das Gedächtnis nicht verwerfen, unser Vermächtnis nicht verspielen. Geschichte als Schulfach ist wichtig, auch wenn dies heutzutage nicht so deutlich wird angesichts des Plädoyers für die Mint-Fächer.“

„Alexander Kissler hat uns einen für mich lange überfälligen Blick hinter die Kulissen der Political Correctness“ geworfen. Dort haben wir das Vakuum einer Gesellschaft entdeckt, die sich im selben Moment um Toleranz des Islam bemüht, in dem sie ihre eigenen Wurzeln nicht mehr erträgt“, resümierte Rodheudt. Damit habe das Montagsgespräch zu einer neuen Nachdenklichkeit über die Frage geführt, wie mit dem Selbstbewusstsein einer um Vormachtstellung bemühten islamischen Kultur in Europa umzugehen ist. „Es geht nämlich darum, die Inhaltsleere eines Toleranzbegriffs zu überwinden, der für ein freies Europa leicht suizidgefährdend sein kann“, betont Gastgeber Rodheudt.

Der Pfarrer unterstreicht: „Es ist nicht ganz leicht, im aufgeheizten Klima unserer Tage einen kühlen Kopf zu behalten. Kissler gelingt es, echte Argumente für einen differenzierten Diskurs über das Thema Toleranz zu entwickeln.“ Der Berliner Kulturjournalist und und Sachbuchautor Alexander Kissler weist nach, warum zuviel Political Correctness der falsche Weg ist.

Redakteur und Autor

Kissler arbeitete als Redakteur und Autor bei der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und beim Focus Magazin. Seit Januar 2013 hat er die Leitung des Kulturressorts bei der Zeitschrift Cicero inne, dem Monatsmagazin für politische Kultur aus Berlin.

Aktuelle Beispiele, wo christliche Werte in Gefahr sind, kennt Kissler en masse: Der spanische Fußballverein Real Madrid habe nach einer Kooperation mit einem Emirat das Kreuz aus seinem Wappen verschwinden lassen. Und am neu aufgebauten Berliner Stadtschloss soll aus Toleranzgründen kein Kreuz zu sehen sein. Solche Fälle lieferten noch reichlich Diskussionsstoff unter den zahlreich erschienenen Gästen.

Das nächste Montagsgespräch unter dem Titel „Evangelisch gleich Katholisch?! Was man im Lutherjahr wissen sollte“ findet am Montag, 10. Juli, um 19.30 Uhr mit Dr. Peter Düren aus Augsburg statt.

Der ist seit 28 Jahren Theologischer Referent im Bischöflichen Ordinariat Augsburg in der „Hauptabteilung VI Grundsatzfragen: Glaube und Lehre – Hochschule – Gottesdienst und Liturgie“.

Systematische Gegenüberstellung

Nebenberuflich betreibt er den Dominus-Verlag. Er zeigt in einer systematischen Gegenüberstellung die Unterschiede zwischen den Bekenntnissen und den Verlauf der konfessionellen Grenzen auf. Auf dieser Grundlage gilt es die Frage zu klären, ob und für wen das 500-jährige Reformationsjubiläum ein wahrer Grund zur Festesfreude ist.

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