Baesweiler - Alemannia-Spieler zum Anfassen

Alemannia-Spieler zum Anfassen

Von: Sigi Malinowski
Letzte Aktualisierung:
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Auch ein Publikumsliebling: Die G-Junioren Concordias sind von Alemannia-Maskottchen AL-AIX ganz hin und weg. Alle Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Heinrich Gräwe hat existenzielle Sorgen. Sein Arbeitsplatz ist gefährdet. Alemannia Aachen bringt dem 52-Jährigen am Samstag spürbare Zerstreuung. Der Cinram-Elektriker ist von der Entlassung bedroht. Wie 400 weitere Kollegen auch.

Doch das dunkle Thema vergisst er (fast) drei Stunden. Benny Auer, Manuel Junglas, Kevin Kratz oder Aimen Demai helfen ihm dabei. „Natürlich habe ich Angst zu denen zu gehören, die rausgeschmissen werden”, gehen die Augen des Familienvaters unruhig über den Sportplatz des Stadions an der Parkstraße. Dort erzählt er - während er das Spiel verfolgt - von seinen Reisen nach Hamburg. Auf St. Pauli, am Millerntor, war er. Hat mit dem FC den Aufstieg bejubelt. Und sofort hellt sich das Gemüt des Baesweilers wieder auf.

Die Oidtweiler Concorden, die das Freundschaftsspiel zwischen Alemannia Aachen und dem VVV Venlo hervorragend organisiert haben, leisten unbemerkt eine Therapie gegen Arbeitsplatz-Verlustängste. Auch so etwas kann der Fußball bewirken.

An anderer Stätte im Stadion, in dem 1800 Zuschauer sind, erzählt ein junger Mann von seiner Zahn-OP. Nico Herzig - Alemannia-Spieler ohne Existenzsorgen - berichtet seinem Manager Eric Meijer ganz genau, wie die Operation abgelaufen ist. Nur unterbrochen von den vielen Autogrammjägern, die immer wieder den blonden Publikumsliebling der Oecher umgarnen.

Und noch einer erzählt: Benny Auer, mit seiner Frau Sabrina gerade in die Elternrolle gewachsen, beschränkt sich nicht darauf, die fünfjährige Monique Retzer stumm auf den Platz zu führen. Er gibt der süßen Concorden-Maid sogar noch einen Kurz-Kurs in „Winken fürs Publikum”.

Im Dialog haben sich die Kassierer und Alt-Concorden „Krampe Lui” (Franz-Josef Crampen) und Hubert Breuer auf ein 3:1 verständigt. Wie Oberfeuerwehrmann Raphael Baldes, der ebenso wie Hans-Dieter Decker Sicherheitsdienst beim Spiel schiebt, behalten die Männer auch noch recht.

Nach dem Schlusspfiff betreiben die Alemannen über das 3:1 gegen den niederländischen Ehrendivisionisten hinaus noch ein bisschen Eigenwerbung. Geduldig lassen sie sich mit jedem Steppke oder heranwachsenden jungen Dame fotografieren, schreiben Autogramme und ziehen mit ihren Fußballer-Kollegen ins VIP-Zelt am Stadion ein.
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