AKV-Ordensverleihung: Übertragung ist ein Problem

Von: ehg
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Ganz entspannt: Dr. Werner Pfeil stellte sich den Fragen des Moderators Dr. Matthias Wendt. Foto: Sevenich

Würselen/Aachen. Wenige Tage vor der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ im Aachener Eurogress hatte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV), Dr. Werner Pfeil, seinen Auftritt in der 29. Talk-Veranstaltung von „Schwarz auf Weiß“ im Pfarrheim St. Marien. Er stellte sich den Fragen des Moderators Dr. Matthias Wendt, ebenfalls kein Kind von Traurigkeit.

So erlebten die zahlreichen Besucher, die Team-Sprecher Hans Peter Pütz zur ersten Veranstaltung im neuen Jahr begrüßen durfte, einen heiteren, aber auch informativen Abend – nicht nur rund um die Ordensverleihung. Handelt es sich bei Dr. Werner Pfeil doch auch um den FDP-Kreisvorsitzenden Aachen-Land, den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Städteregionstag und um den Fraktionsvorsitzenden im Regiorat.

Der 1966 in Stolberg Geborene hatte in Trier zum Jura studiert. „Dorthin hatte mich die ZVS verschlagen – für Bonn hatte es nicht gereicht.“ Seit 1996 ist er als Rechtsanwalt zugelassen am Landgericht Aachen. Zwei Jahre später wurde seine Dissertation, die er zu den Grundfreiheiten in Europa verfasste, angenommen. Obwohl in seiner Heimatstadt in einer siebenköpfigen Sozietät tätig, wohnt er in Würselen. „Es ist ein toller Beruf. Man bekommt immer neue Fälle auf den Tisch.“

Lange habe er darüber nachgedacht, ob er das Amt des AKV-Präsidenten übernehmen solle – wo doch die politische Arbeit ein besonderer Schwerpunkt gewesen sei. Er war seit zwölf Jahren AKV-Mitglied, als er sich am 30. August 2010 zur Wahl stellte. „Es musste etwas geändert werden.“ Kennengelernt hatte er den Verein schon längere Zeit zuvor durch den AKV-Geschäftsführer Dietmar Werner.

2004 habe er sich bereits als Initiator und Mitbegründer des AKV-Creative-Teams engagiert. Das habe mit Chart-Breaker-Veranstaltungen im Tanzpalast „aufhorchen lassen“. Heute sorge es mit pfiffigen Ideen bei den AKV-Sommerfesten für Furore.

Probleme rund um die Fernseh-Übertragung der Festsitzung stecke er locker weg. „Eine Lösung zu finden, gehört einfach zu unserer Arbeit dazu.“ Und der Kampf mit dem WDR beziehungsweise der ARD fange „immer von vorne an, spätestens dann, wenn neue Verträge abgeschlossen werden müssen“. Die anfallende Arbeit sei so groß, dass der Elferrat jeden Montag – bis auf vier Wochen im Sommer – tage. Jeder Elferrat habe sein Aufgabengebiet. „Drei feste Angestellte arbeiten die ganze Woche.“

„Wer verkörpert Humor im Amt?“ – das sei ausschlaggebend für die Wahl des Ordensritters. Dass die Einschaltquote bei der Sendung im vergangenen Jahr nur Mittelmaß gewesen sei, bedauerte der Präsident. Dabei sei er mit der Sitzung zufrieden gewesen. Seien doch viele tolle Elemente darin eingeflossen.

Auf Wunsch von ARD und WDR seien Comedians bei der Programmgestaltung mit einbezogen worden. Er führte diese Tatsache darauf zurück, dass die Konkurrenz zu groß gewesen sei. Auch in diesem Jahr gehe es beim Ordensritter Christian Lindner (FDP) darum, einen Politiker in einer anderen Rolle zu zeigen. Die Programmgestaltung liege beim AKV, die Schneiderechte bei ARD beziehungsweise WDR.

Was sich vor und hinter den Kulissen bei der Aufzeichnung der Sitzung tut, wollte Dr. Matthias Wendt wissen. Eine Woche vorher „reise“ der WDR mit seinem Equipment an. Ab Mittwoch wird geprobt. „Bis Freitagabend muss alles stehen!“ Die Ritter und Knappen treffen sich am Freitag in geselliger Runde mit dem amtierenden Prinzen Bernd I.. Am Samstag stehen dann erst der Besuch einer Messe im Dom, ein Empfang beim Oberbürgermeister und ein Bad in der Menge in der Rotunde des Elisenbrunnens auf dem Programm. Schließlich tagt noch der Ritterkonvent.

Der Talkgast bekannte, dass er „schon angespannt“ sei, wenn sich der „Vorhang“ zur Festsitzung mit 1300 Besuchern hebe. „Da muss jedes Wort sitzen.“ Und wie bewertet Pfeil die Chancen seiner Partei nach der Schlappe bei der Bundestagswahl? Es sei ein Fehler gewesen, sich auf die Reduzierung von Steuern zu fokussieren.

„Die freiheitlichen Ideale, für die die Freien Demokraten stets gestanden haben, müssen wieder nach Vorne gebracht werden. Wir können unseren Bürgern Freiheiten verschaffen – was andere Parteien nicht können.“ Dass in Europa wieder die Nationalstaatlichkeit an Einfluss gewinnen könne, darum sorgte sich der FDP-Kreisvorsitzende, für den die Wahrnehmung von Ämtern ein Ausgleich zur Arbeit im Büro ist. Wenn auch wenig Freizeit verbleibe: „Was ich mache, mache ich gerne!“

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