Aktionsgruppe will in Pannesheide ein „DORV-Zentrum” gründen

Von: Patrick Kreitz
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Noch sind die Jalousien gesenkt und die Tür ist verschlossen. Möglichst ab Mai soll aber in der ehemaligen Pannesheider „Dorfschänke” wieder Leben herrschen. Das dort geplante DORV-Zentrum soll Einkaufsmöglichkeit und Treffpunkt zugleich sein. Foto: Partrick Kreitz

Herzogenrath. Morgens schnell mal Brötchen holen und dazu frischen Aufschnitt kaufen - in Pannesheide ist das so kaum möglich. Gut, in einiger Entfernung gibt es einen Supermarkt. Doch gibt es einen Gemüsehändler? Eine Bäckerei? Einen Schuster? Oder einen Geldautomaten?

Kleine Läden schließen, und Versorgung gibt es nur noch auf der grünen Wiese. Dieses Schicksal teilt Pannesheide mit vielen anderen dörflichen Ortsteilen in ganz Deutschland.

Hieran möchten Wilfried Hammers und weitere Pannesheider, die sich zu einer Aktionsgruppe zusammengeschlossen haben, etwas ändern. Inspiriert von einem Projekt in Jülich-Barmen soll auch in ihrem Ort nun ein „DORV-Zentrum” (Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung) stehen.

Reparaturen und Babysitter

Im Umwelt- und Planungsausschuss informierte Hammers die Politik über den aktuellen Stand. „Ich war begeistert von der Resonanz”, berichtete Hammers von einer ersten Versammlung Ende 2008. Damals seien mehr als vierzig Personen zusammengekommen, um erste Ideen zu sammeln, wie sie sich das DORV-Zentrum vorstellen.

„Ins DORV soll das kommen, was ins Dorf gehört”, fasste Wilfried Hammers die Angebote zusammen, die er und die Pannesheider sich vorstellen können. Dabei gehe es nicht darum, eine ähnlich unüberschaubare Warenmenge wie Großdiscounter anzubieten. Das DORV-Zentrum, das in der ehemaligen „Dorfschänke” untergebracht werden soll, werde eher einem klassischen Tante-Emma-Laden gleichen, in dem nicht alles vorhanden sei aber alles bestellt werden könne - Lieferung nach Hause inbegriffen.

Wichtig ist Hammers zudem, dass „das DORV auch gesellschaftsstiftend ist”: Als Treffpunkt, wo es auch eine Tasse Kaffee gibt, sowie als Kontaktstelle, wo allerhand Dienstleistungen vermittelt werden. Diese sollen die Bürger selbst anbieten, etwa Reparaturdienste, Altenpflege oder auch eine Babysittervermittlung. Hammers: „Wir wollen die Alltagskompetenz der Leute im Dorf nutzen.”

Die Initiativgruppe des Projekts möchte sich dabei nur als ein Personenkreis betrachten, der den Stein ins Rollen bringt. Um alles am Laufen zu halten, müsse sich die Dorfgemeinschaft beteiligen. Die Meinung der Leute sei wichtig - daher sind Mitglieder der Gruppe mit einem auf Pannesheide zugeschnittenen Fragebogen unterwegs, mit dem der Bedarf an verschiedenen Dingen ermittelt werden soll. Unterwegs sei man, so Hammers, nicht nur in Pannesheide, sondern auch in der Mühlenbachsiedlung und in Bleijerheide. Beide Gebiete würden vom geplanten DORV-Zentrum ebenfalls profitieren.

Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich hocherfreut vom Vorstoß der Bürger um Wilfried Hammers. „So etwas ist ein Leuchtzeichen gegen rein betriebliches Denken”, lobte Bruno Barth (SPD). „Sie haben Unterstützung und Rückhalt, sie haben die Räumlichkeiten - der Startschuss kann kommen!” Auch Reimund Billmann (CDU) befand die Idee für gut, äußerte jedoch Bedenken, ob das Projekt auch finanziell durchdacht sei.

„Ohne überheblich klingen zu wollen: Was die Leute in Jülich-Barmen schaffen, schaffen wir allemal”, antwortete Hammers. Man orientiere sich am Barmener Modell eines eingetragenen Vereins in Kombination mit der Gründung einer GmbH für den Laden selbst und einer verwaltenden GbR. Außerdem plane man eine Kooperation mit der Arge, um Ein-Euro-Kräfte für das Personal hinzuzugewinnen, die im Idealfall aus Pannesheide stammen und so wieder eine Beschäftigung finden.

Diese Themen würden derzeit erörtert und gründlich geplant, betonte Hammers. Auch wenn die Eröffnung des Pannesheider DORV-Zentrums für den 1. Mai geplant ist, sei dieser Termin nicht verbindlich. Hammers: „Wir müssen keine Frist einhalten, also wird alles gut durchdacht.”
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