Akkordeonorchester Breinig: Ein Mix aus Kirchen- und Tangokonzert

Von: Christoph Hahn
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„Kunst einmal anders“ in St. Willibrord: Das Akkordeon-Orchester Breinig unter der Leitung von Andrea Deserno begeisterte das Publikum. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Von seinem Reichtum an Klangfarben her mag das Akkordeon als nächster Verwandter der Orgel gelten. Insofern erschien es schlüssig, im Rahmen der Reihe „Kunst mal anders“ einmal ein Akkordeonorchester – und zwar das aus Breinig – in die Euchener Kirche St. Willibrord einzuladen.

Dass ausgerechnet Dirigentin Andrea Deserno und ihre Mitstreitern im üppig ausgemalten Altarraum des dörflichen Gotteshauses Platz nahmen, beruht sicher weder auf Willkür noch auf Zufall: Die künstlerische Leiterin wohnt schräg gegenüber, vielleicht gerade mal 50 Meter von der Kirche entfernt.

Zum neunten Mal „Kunst mal anders“ in St. Willibrord, zum ersten Mal aber ein Konzert in diesem Rahmen mit dem Orchester aus der Voreifel – das quittierte auch Eleonore Bülles von dem für die Veranstaltungsreihe zuständigen Gemeindeausschuss in ihrer kurzen Begrüßungsrede durchaus frohgemut.

Die Breiniger ihrerseits hatten für Euchen dem Bekunden der Dirigentin nach „einen Mix aus Kirchen- und Tangokonzert“ als Synthese aus beiden aktuellen Programmen konzipiert und zogen in diesem Sinn schon zum Auftakt im wahrsten Sinn alle Register.

Ihre Qualitäten ließen die Breiniger in der Tat schon bei Jacob de Haans Pavane hören. Ein gewichtiges, aber nicht dröhnendes Bass-Fundament, über dem sich dann die Melodie in der Art des im Titel beschworenen Schreittanzes grazil bewegt – das war sinfonische Musik vom Allerfeinsten.

Dass de Haan eigentlich für Blasorchester komponiert, hat jedenfalls Andrea Deserno nicht beirren können.

Qualität ist das, was zählt – vor und beim Konzert. Und so bemerkte die Leiterin im Gespräch mit unserer Zeitung schließlich humorvoll: „Wir spielen alles, was sich nicht wehrt.“

Feinkost für die Ohren gab es aber auch sonst noch. Eine Bearbeitung von Leon Boellmanns Toccata für Orgel, de Haans „La Storia“ für einen imaginären Film, „Die zertrümmerte Kathedrale“ von Vaclav Trojan, ein angesichts des zerstörten Dresden entstandenes Werk und andere Stücke mehr: Auch von ihrem Repertoire her erwiesen sich die Breiniger als gute Botschafter ihrer ganz besonderen Klangwelt.

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