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Ahnenforscher Kahlen legt Familienwurzeln frei

Von: unserem Redakteur Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:

Würselen. „Durchgefressen durch eine zähe Materie”, hat er sich. Und „durch die Verwandtschaft gegraben, seit ungefähr drei Jahren”. Eine große Verwandtschaft. Das vorläufige Ergebnis derartiger Schwerstarbeit präsentiert Hobby-Ahnenforscher Stefan Kahlen mittlerweile im Internet.

Etwa 1700 Personeneinträge, mehr als 1000 Fotos und rund 150 Dokumente hat er dort eingestellt.

Für alle, die in und um Würselen den Namen Kahlen tragen, möglicherweise eine reichhaltige familienhistorische Fundgrube. Und auch verwandte Familien-Linien wie Hellmanns, Bücken, Capellmann oder Müller sollten sich die Adresse www.philatel.net/familienchronik/kahlen merken. Stefan Kahlen hat sämtliche verfügbare Informationen bis etwa zum Jahr 1650 recherchiert - und der Arbeitseifer ist ihm keineswegs vergangen.

Im Gegenteil: Der Wissensdurst des 50-Jährigen, der in Würselen geboren wurde und den es nach Borgholzhausen, drei Kilometer vor der NRW-Grenze zu Niedersachsen, verschlagen hat, ist nicht gestillt. „Sicher gibt es in Würselen noch viele Verwandte und Inhaber alter Dokumente, von denen wir nichts wissen”, hofft er.

Gemeinsames Interesse

„Wir”, das sind Ahnenforscher Kahlen und sein Vetter Peter Bücken aus Aachen. Beide hatten sich vor drei Jahren auf einer Familienfeier kennen gelernt und ihr gemeinsames Interesse an der Familiengeschichte festgestellt. „Wir wollten mehr über unsere Wurzeln wissen und beschlossen, eine Online-Familienchronik zu erstellen”, beschreibt Stefan Kahlen den Moment, der sein künftiges Freizeitverhalten nachhaltig verändern sollte: „Endlose Telefonate” hat der kaufmännische Angestellte geführt, meist an Wochenenden und Feiertagen „viel Zeit investiert”, um an Informationen zu kommen, die auf eine bereits existierende Familienchronik aus dem Jahre 1932, erstellt vom Würselener Johann Hellmanns, aufbauen.

Recherchiert hat Kahlen bei Pfarreien, die als erste bereits im 17. Jahrhundert über Personenbestände Buch führten. Oder bei Standesämtern, in alten Fotoalben vieler Familienmitglieder, im Internet. Kahlen und Bücken, der als Informatiker für den richtigen Auftritt im Internet sorgt, durchforsteten Fotoalben, stöberten Urkunden auf, fanden alte Ariernachweise. „Ein Konglomerat vieler Informationsquellen”, so Kahlen.

Mord im Jahre 1891

Das nicht nur Interessantes der Familienhistorie, sondern auch Sozialgeschichtliches hervorsprudeln ließ: Die Urgroßmutter, die Allerheiligen 1891 nahe Kaisersruh ermordet wurde, oder Stefan Kahlens Eltern - seine Mutter Marianne war in den 80er Jahren stellvertretende Würselener Bürgermeisterin, sein Vater Rektor der Landwirtschaftlichen Berufsschule - sind ebenso erwähnt wie deren Vorfahren, die sich laut bisherigem Datenmaterial bis etwa 1650 zurückverfolgen lassen. „Unsere Familie stammt mutmaßlich von einem Bauernhof auf der Kleinstraße in Morsbach.”

So waren die meisten Kahlen wohl „Ackerer”, bis die Industrielle Revolution die althergebrachten Strukturen radikal veränderte. „Fortan verdingte sich die Verwandtschaft als Tagelöhner, Kupferschläger, Eisendreher, Hausdame oder Nadler”, weiß Ahnenforscher Kahlen. Eine weitere Zäsur dann nach dem zweiten Weltkrieg: Das Berufsbild der Großfamilie ändert sich erneut, viele Mitglieder arbeiten als Pädagogen, im Sozialwesen, im Gesundheitsbereich.

„Die Familienchronik Kahlen ist mitnichten lediglich eine Ansammlung verstaubter Daten. Konzipiert und gehandhabt wird sie durchaus auch als Instrument der heutigen Generation der Großfamilie Kahlen”, sagt Stefan Kahlen. So sind im Internet auch neuste Informationen über Geburten, die Silberhochzeit von Tante Agnes oder der Geburtstag der Schwiegermutter verzeichnet.

90 Prozent im Raum Würselen

Er schätzt, dass rund 90 Prozent der Großfamilie und ihrer eingeheirateten Linien immer noch in Würselen oder im Großraum Aachen leben. Den Rest hat es vornehmlich in den Großraum Köln und ins Rhein-Mosel-Gebiet gezogen.

Oder nach Borgholzhausen eben, wo Stefan Kahlen nicht nur mit der Online-Chronik an der Familiengeschichte arbeitet: Mit seinen drei Kindern hat er seinen ganz persönlichen Beitrag zum Fortbestand der Großfamilie bereits tatkräftig geleistet.

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