Herzogenrath/Würselen - AG Wurmtal: Ein Segen für das kleine Tal

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AG Wurmtal: Ein Segen für das kleine Tal

Von: fs
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Drei Dekaden unermüdlichen Ei
Drei Dekaden unermüdlichen Einsatzes wollen gefeiert werden - mit noch mehr Einsatz im Naturschutz: (v.l.) Dr. Lutz Dalbeck, Werner Schneider, Vorsitzender Günter Kalinka, Katja Rüth, Dr. Hans-Jürgen Weyer und die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Fink. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath/Würselen. Mächtig ins Zeug gelegt hat sich die Arbeitsgemeinschaft Wurmtal bei der Ausrichtung ihrer diesjährigen Jahresversammlung, zumal das 30-jährige Bestehen der lokalen Naturschutzgruppe hierzu genug Anlass bot.

Vorstandsmitglied Dr. Hans-Jürgen Weyer begrüßte zahlreiche Gäste und Mitglieder, darunter die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Herzogenrath, Anne Fink sowie mehrere Ratsmitglieder der Städte Würselen und Herzogenrath und moderierte souverän den Ablauf der Versammlung.

Anne Fink, sprach in ihrem Grußwort den besonderen Dank der Stadt Herzogenrath und betonte den hohen Wert und die Wichtigkeit der Naturschutzarbeit, die von den Mitgliedern der AG Wurmtal ehrenamtlich geleistet wird. So führte die Biologin Katja Rüth kompetent und anschaulich in ihrem Vortrag die bedrohten Kleinsäugetierarten Siebenschläfer, Haselmaus und Gartenschläfer vor und erläuterte deren Lebensraumansprüche. Mit einer Reihe mitgebrachter Requisiten wie angebissene Früchte konnte sie die Lebenszeichen der scheuen, dämmerungs- und nachtaktiven Säugetiere eindrucksvoll vorstellen.

Anlässlich des dreißigjährigen Bestehens der AG Wurmtal führte Dr. Hans-Jürgen Weyer in Würdigung und Ehrung auch die verstorbenen Mitglieder und Freunde der AG Wurmtal auf - Jakob Frenz, Jakob Schütten, Victor Hauke, Peter Gralla, Leonhard Frohn, Gustav Kalinka, Gerhard Moll und Johannes Seeger - auf. Einen weiten Bogen schließend, berichtete der Vorsitzende der AG Wurmtal Günter Kalinka in seinem Vortrag vom Beginn der Naturschutzarbeit im Wurmtalraum vor dreißig Jahren, über erzielte Erfolge aber auch Rückschläge und noch offene Punkte.

Am Anfang stand der Nistkasten

Mit seinem Vortragsthema „30 Jahre AG Wurmtal, Rückblick auf dreißig Jahre lokale Naturschutzarbeit” verband er insofern die provokante Frage an die Zuhörer, „lohnende Aufgabe oder vergebliche Mühe?” Die Anfänge der AG Wurmtal im September 1982, die sich aus einem Öko-Kurs der VHS „Rettet das Wurmtal” entwickelte, waren Aktivitäten wie Wildmüll-Sammlungen, Nistkastenbau und Biotopkartierungen.

Im Verlauf ihrer dreißigjährigen Geschichte kommt die AG Wurmtal auf die stolze Zahl von circa 11.500 Stunden rein ehrenamtliche aktive Umweltarbeit. Kalinka stellte außerdem negativ wirkende Umweltmaßnahmen wie Bebauungen, die das Naturschutzgebiet Wurmtal betreffen, dar. Aktuell kann dies bei einer Sonderabfalldeponie in Haanrade auf niederländischem Gebiet gesehen werden, das schädlich in das Naturschutzgebiet Wurmtal nördlich von Herzogenrath hineinwirkt.

Die unzureichende Schutzstellung des Wurmtalwaldes und die Auswirkungen der forstwirtschaftlichen Eingriffe durch die Beseitigung von alten Bäumen stimmen noch nicht mit den FFH- und NSG Schutzzielen überein.

Für Spechte oder bedrohte Fledermausarten wie das große Mausohr oder den Abendsegler sind diese Refugien lebensnotwendig. Kalinka erinnerte hierbei auf die bei der letzten Jahresversammlung der AG Wurmtal gemachten Zusagen der Vertreter Herzogenraths und Würselens hin. Diese versprachen, auf eine Bewirtschaftung ihrer im Eigentum befindlichen, ökologisch besonders wertvollen Waldbereichen des Wurmtals zu verzichten.

Dr. Lutz Dalbeck, stellvertretender Leiter der Biologischen Station in Düren und Bibersachverständiger, vermittelte in seinem Vortrag den Zuhörer in anschaulicher Weise die Wiederbesiedlung des Bibers im Rureinzugsgebiet. Durch einige Präparate und andere Anschauungsmaterialien konnten die Anwesenden viele interessante Details über Biber und deren Lebensweise erfahren.

Die in der Nordeifel an der oberen Rur zwischen 1981- 1989 erstmals angesiedelten Biber haben sich zwischenzeitlich auf einen Gesamtbestand von rund 400 Tieren vermehrt. Die Biber haben sich über das ganze Rureinzugsgebiet so auch in die Rurnebengewässer Inde und Wurm verbreitet. Im Wurmtal nördlich von Herzogenrath konnten bereits Anfang 2000 die ersten Biber mit ihren Tätigkeiten festgestellt werden.

Für Dr. Lutz Dalbeck ist unklar, ob es sich bei dem Bibervorkommen im Wurmtal um eine Einwanderung des Rurbibers oder aber möglicherweise um Biber von der Maas handelt, wo vor vielen Jahren ebenfalls Biber angesiedelt wurden.
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