Ärzte klären auf über die Volkskrankheit Nummer 1

Von: Nina Krüsmann
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Fachleute zum Thema Rückenschmerzen: Die Referenten des Vortrags. Foto: Krüsmann

Würselen. Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nummer Eins: In Würselen fand jetzt ein Info-Abend statt, um Betroffene über Behandlungsmöglichkeiten, Chancen und Risiken einer Operation und Reha-Maßnahmen zu aufzuklären.

Der Vortrag „Wenn das Kreuz schmerzt” von Dr. Ferdinand Anton Krappel, Chefarzt der Orthopädie des Medizinischen Zentrums Aachen, und seinem Team zog viele Interessierte ins Alte Rathaus.

„80 Prozent der Bevölkerung leiden unter Rückenschmerzen, die teilweise kommen und gehen”, erklärte Krappel vor vollem Haus. Zunächst sei es wichtig, abzuwarten, sich etwas zu schonen und dann nach Möglichkeit sich zu bewegen.

„Wenn die Schmerzen nicht weggehen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Risikofaktoren und Ursachen gibt es viele.” Ein Großteil habe genetische Ursachen, auch Stress, Bewegungsmangel, falsche Belastung oder Übergewicht begünstigen Wirbelsäulenprobleme. Die Erkrankten haben viele Fragen: Was tun gegen den Schmerz? Darf oder soll ich mich bewegen? Bevor an einen operativen Eingriff zu denken ist, sollten konservative Methoden angewandt werden.

„Den Rücken zu schonen, ist langfristig der falsche Weg. Besser ist in vielen Fällen eine vielseitige Bewegungstherapie sowie Spazieren und Radfahren”, rät Referent Andreas Kalz, Sporttherapeut ambulante Rehabilition. Ein leichtes Training und Krankengymnastik seien oft die beste Behandlung.

Wenn der Schmerz nicht verschwindet, sind weitergehende Untersuchungen notwendig. „Durch Röntgen- und Kernspin-Aufnahmen wird zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert”, erläutert Krappel. „Aber auch bei Patienten mit chronischem Rückenschmerz muss es nicht gleich der ganz große Eingriff sein. Auch kleine Operationen können zur Beschwerdefreiheit führen”, sagt Oberärztin Dr. Michaela Honscha.

In schweren Fällen ersetzen Krappel und seine Kollegen verschlissene Bandscheiben mit Prothesen, begradigen eine gekrümmte Wirbelsäule mit Hilfe von Schrauben oder versteifen den Rücken notfalls. Wie hoch das Risiko ausfällt, nach einer Wirbelsäulenoperation querschnittsgelähmt zu sein, das ist die Sorge vieler Patienten.

„Eine OP schwankt immer zwischen Nutzen und Risiko. Durch moderne Methoden haben wir heute aber viel bessere Kontrollmechanismen”, verdeutlicht Krappel, der um die Ängste der Betroffenen weiß. Ziel der Eingriffe sei, dass die Patienten nachher wieder schmerzfrei in ihren Alltag zurückkehren können.

„Eine Erfolgsgarantie gibt es leider nicht. Einige Patienten sind entgegen aller Hoffnungen lediglich schmerzärmer.”

Wie groß die Leiden, Ängste und Sorgen vieler Betroffene sind, zeigte auch die anschließende Diskussionsrunde. Viele nutzten die Gelegenheit, den Fachleuten ihre Krankengeschichte vorzutragen und den einen oder anderen persönlichen Rat einzuholen.
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