Ärger über den Verkehr in der Schaufenberger Straße

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Es knubbelt sich in der Schaufenberger Straße in Alsdorf: Anwohner beschweren sich seit längerem über die Verkehrsbelastung, Lärm und Erschütterungen. Die Stadt erwägt Zugeständnisse in Form eines Lkw-Verbots und breiteren Gehwegen.
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Julian Bergs, Azubi beim Ordnungsamt Alsdorf, und Praktikantin Finja Cormann bei der Verkehrszählung der vergangenen Woche.
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Sehr schmale Gehwege, enge Häuserschlucht, laute Lkw.

Alsdorf. Szenen aus der Schaufenberger Straße, Nummer eins: Zwei Grundschulkinder fahren mit dem Rad auf dem schmalen Gehweg bis an das Halteverbotsschild heran, dessen Fuß die gesamte Breite des Bürgersteigs einnimmt. Sie halten, schauen zurück, um eine Lücke im Verkehr abzupassen, damit sie das Schild umfahren können. Gerade wollen sie auf die Straße wechseln, da nähert sich noch ein Auto. Die Kinder hören das Fahrzeug zum Glück, blicken noch einmal über die Schulter und warten, bis die Straße frei ist.

Nummer zwei (aus der Zeit vor der Sperrung der Luisenstraße, als noch kein Halteverbot an der Schaufenberger Straße bestand): An einer Stelle, wo Autos rechts und links versetzt parken dürfen, stehen sich plötzlich zwei Fahrzeuge frontal gegenüber. Der Klassiker. Auf welcher Seite befindet sich das Hindernis? Wer hat Vorfahrt? Fast zwanzig Sekunden lang passiert nichts. Die Autos bleiben einfach stehen. Dann setzt der Kombi doch noch zurück, gewährt dem Gegenüber die Weiterfahrt.

Nummer drei: Lautes Rumpeln ist zu hören, lange bevor die Lärmquelle zu sehen ist. Ein Lkw fährt mit hohem Tempo um die Biegung. Die Fracht poltert laut bei jeder Unebenheit im Straßenbelag.

Szenen wie diese sind es, die Anwohner der Schaufenberger Straße seit langem verärgern. Mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung, einem offenen Brief an die Presse und einer Bürger-Info-Veranstaltung, die am vergangenen Mittwoch stattgefunden hat, wollen sie auf die Situation vor ihrer Haustür aufmerksam machen und die Stadt zu einer Verbesserung bewegen. Rund 50 Bürger machten beim Info-Abend ihrem Ärger Luft.

„Die Autos rasen hier hoch“, sagte Wortführer Uwe Ortmanns gegenüber unserer Zeitung. Auch oder gerade, wenn Fahrzeuge alternierend parkten, um den Engpass schnell zu passieren. Und bei Gegenverkehr würden Autos über den Gehweg fahren. „Die Straße ist so schmal, dass Fußgänger auf dem Gehweg von Spiegeln gestreift werden“, so Ortmanns außerdem. Und seine Tochter sei fast mit dem Kinderwagen erfasst worden. Wenn Schwerlaster durch die Straße führen, schepperte das Porzellan im Schrank.

Die Enge, die nahe Bebauung an der Straße sind in Schaufenberg historisch als dörfliche Struktur gewachsen. Neben der Luisenstraße ist die Straße seit Jahrzehnten eine der Hauptachsen für den Ausgangsverkehr. Erschwerend kommt hinzu, dass die Straße seit fast einem Dreivierteljahr erst als offizielle Umleitung der Großbaustelle an der Kreuzung Luisenstraße/Kurt-Koblitz-Ring, dann als inoffizielle Ausweichstrecke für die gesperrte Luisenstraße genutzt wird.

Anwohner wünschen sich ein Durchfahrverbot für Lkw, eine Einbahnstraßenregelung oder sogar eine Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone oder einer Anliegerstraße.

„Das ist nicht so einfach“, sagt der Erste Beigeordnete der Stadt Alsdorf, Ralf Kahlen, der beim Info-Abend als Bürger zugegen war. Die umliegenden Straßen seien zu klein und eng, um den Verkehr, der dann ausweichen würde, aufzufangen. „Außerdem haben wir dort eine Gesamtschule, eine Grundschule und eine Kita, die die Eltern anfahren können müssen.“ Die Belastung, der Lärm, die Erschütterungen seien aber nicht „wegzudiskutieren“, auch wenn die neuesten Verkehrszählungen nur ein drei- bis vierprozentig höheres Verkehrsaufkommen im Vergleich zu 2010 ergeben hätten.

„Ich bin schon der Meinung, dass wir da etwas tun können“, sagt Kahlen noch am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Er denke da an eine Verbreiterung der Gehwege und ein Lkw-Verbot.

Spruchreif ist das aber noch nicht und bedarf natürlich der Abstimmung mit allen beteiligten Behörden.

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