Achim Amme begeisterte mit seiner Lesung zu John Lennon

Von: mas
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Lennons Leben als hörenswerte Lese- und Musik-Inszenierung: Schauspieler Achim Amme stellte den „Beatle“ in der Burg vor. Foto: Malinowski

Baesweiler. John Lennon hatte panische Angst vor Liebesverlusten. Eine Angst, die ihn beispielsweise zur Komposition des Welthits „Jealous Guy“ veranlasste. 1971 schrieb der geistige Kopf der „Beatles“ diesen Song. Die späten Jahre – aber auch das frühe Leben des Weltstars – hat Achim Amme, Hamburger Schauspieler, Autor und Musiker , in der Alten Scheune Baesweiler Amme in einem sehr interessanten Mix aus der Biografie Lennons und Musik vorgestellt.

„Come Together“ – damit startete Achim Amme die Einspieler und brachte die Zuhörer – alle im besten „Beatles-Alter“ nach wenigen Sätzen auf Betriebstemperatur.

Zuvor hatte Baesweilers Bibliotheksleiterin Elke Tetz die Fans des 1940 geborenen Lennon begrüßt. Zur „Nacht der Bibliotheken“ betonte die Bücherei-Chefin: „Ich freue mich, dass wir es heute geschafft haben, ganz viele Männer hier her zu bekommen“. Denn grundsätzlich seien die Veranstaltungen der Stadtbücherei recht frauenlastig besucht.

Auch wenn das Thema der Lesung „All You Need Is Love – Lennons letzte Jahre“ lautete: Sehr viel Informationen lieferte Amme auch aus den ganz jungen Jahren des Sängers und Komponisten, der am 8. Dezember 1980 von einem geistig verwirrten Mann erschossen wurde.

John Lennons Vater Alf fuhr immer wieder zur See, woran die Ehe der Eltern zerbrach. John ging zuerst mit der Mutter Julia mit, verstand sich aber nicht mit deren neuem Partner, so dass sie ihn bei ihrer Schwester Mimi und deren Mann George unterbrachte.

Alf holte den kleinen John dort weg und ging mit ihm nach Blackpool, wo sie bei Bekannten wohnten. Drei Wochen später hatte Julia herausgefunden, wo sie waren, und kam, um den Jungen zurück zu holen. Da John mit der Situation überfordert war, machte Alf den Vorschlag, es noch einmal gemeinsam zu probieren, was Julia ablehnte.

John musste sich entscheiden und da Alf stur auf seinem Stuhl sitzen blieb, ging er mit der Mutter, die ihn wieder zu Tante Mimi brachte. Dieses traumatische Ereignis war wohl mit ein Grund, warum John Lennon Zeit seines Lebens Angst hatte, nicht geliebt zu werden.

Der nächste Schicksalsschlag ereilte John, als er zwölf Jahre jung war. Überraschend starb sein Onkel und Ziehvater George. John ließ keine Gefühle an sich heran und wehrte sich stattdessen mit Auflehnung und Rebellion.

In dieser Zeit hörte er im Radio oft Elvis Presley und Lieder der Skiffle-Bewegung. Mundharmonika hatte er schon früh spielen gelernt, jetzt sorgte er dafür, eine Gitarre zu erhalten.

Bald gründete er mit Freunden seine erste Band, die „Quarry Men“. Bei einem Auftritt der „Quarry Men“ bei einem Gemeindefest lernte er Paul McCartney kennen. Angeblich soll McCartney Lennon direkt etwas auf dessen Gitarre vorgespielt haben. Da der eine aber mit rechts und der andere mit links spielte, wäre das ziemlich schwierig geworden.

John Lennon war jedenfalls von Anfang an bewusst, dass Paul Mc Cartney ihm den Rang als Anführer streitig machen konnte. Andererseits war Paul verdammt gut und konnte die Band weiterbringen. Und, wie John sagte, „ich mochte ihn“.

Paul und John waren sich ziemlich ähnlich, auch wenn sie auf den ersten Blick grundverschieden wirkten. Beide hatten irische Vorfahren und waren sehr belesen. John war nach außen hin der Rüpel und Unruhestifter, hatte aber auch eine empfindsame Seite. Paul zeigte nach außen ein freundliches, diplomatisches Gesicht, er konnte aber auch komplett anders, wenn es sein musste.

In der Zeit näherte sich John auch wieder seiner Mutter an. Vor allem, wenn er Streit mit Tante Mimi hatte, war er bei ihr. Umso schockierte war er, als er mit 17 erfuhr, dass seine Mutter überfahren worden war. Paul hatte ein Jahr zuvor seine Mutter Mary verloren. Er konnte Johns Trauer nachvollziehen.

Am Ende der musikalisch aufgepeppten Lesung blieb nicht nur die große musikalische Botschaft Lennons, die er mit seiner Frau und großen Liebe Yoko Ono hinterließ: „Give Peace A Chance“. Auch das Bewusstsein, dass Lennons Musik und sein Erbe nicht nur eine Epoche waren. Beides ist zeitlos.

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