Abzocke per Smartphone: Hilfe bei ungewollten Apps

Von: Yannick Longerich
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Wer im Internet oder per App Abos verkaufen will, muss das mit einer Schaltfläche vor der Bestellung deutlich machen. Foto: dpa/privat

Alsdorf. Die Verbraucherzentrale NRW bietet Hilfe beim Schutz vor Smartphone-Abzocke an. Smartphone-Nutzer haben mit einem Mobilfunkanbieter einen Vertrag zum Telefonieren und Surfen im Netz. Im Hintergrund kassieren jedoch vielfach unseriöse Drittanbieter mit Hilfe des sogenannten WAP-Billings kräftig mit.

Die Masche: Unerkannte Firmen schalten Werbebanner in Apps um ahnungslosen Smartphone-Besitzern mit einem Klick ein kostenpflichtiges Abo anzudrehen. Anbieter solcher Abzocke-Apps kommen an ihr Geld, weil Mobilfunkbetreiber fällige Beträge für Serviceleistungen von Drittfirmen über die Telefonrechnung ihrer Kunden abbuchen.

Es gilt zu beachten, dass ein Vertrag jedoch erst dann wirksam zustande kommt, wenn Handybesitzer den Abschluss eines kostenpflichtigen Abos ausdrücklich durch den Druck auf einen deutlich erkennbaren Bestell-Button getätigt haben. Ein solcher Button muss nicht nur optisch sofort ins Auge springen, sondern auch mit dem Hinweis „zahlungspflichtig bestellen“ gekennzeichnet sein.

Leider ist der Aufwand für rechtliche Schritte oftmals zu groß und steht in keiner Relation zum streitbaren Betrag. Auch das spielt der Abzocke in die Karten. Die Betreiber vertrauen darauf, dass möglichst viele ihrer Opfer die Beträge klaglos bezahlen. Gerichtliche Auseinandersetzungen müssen kaum befürchtet werden, da die Gesetzeslage hier leider noch deutliche Lücken aufweist.

„Wir wollen Menschen über Präventionsmaßnahmen informieren, damit man erst gar nicht in eine solche Abo-Falle hineingerät. In Fällen, bei dem das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, stehen wir natürlich mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt Dr. Timo Sachsen, Allgemeinrechtsberater der Beratungsstelle Alsdorf. Alarmiert sollte man spätestens sein, wenn eine entsprechende Info-SMS eingeht, die keiner gewollten Dienstleistung zugeordnet werden kann.

Die Verbraucherschutzzentrale empfiehlt eine sogenannte Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einzurichten. Diese ist in jedem Fall kostenlos und kann online oder telefonisch beim Anbieter in Auftrag gegeben werden. Von Apps, die einen ähnlichen Dienst anbieten und oftmals kostenpflichtig sind, rät die Zentrale jedoch ab.

Wer in eine Abo-Falle getappt ist, kann weitere Abbuchungen nur verhindern, wenn der unfreiwillige Abo-Vertrag mit dem dubiosen Drittanbieter so schnell wie möglich gekündigt wird. Um Probleme zu vermeiden, akzeptieren sie eine Aufkündigung des Abos in der Regel anstandslos. Für eine Beanstandung der Rechnung muss die Drittfirma innerhalb von acht Wochen angeschrieben werden. Die Abo-Firmen ignorieren oder verweigern allerdings meist die Rückzahlung von bereits gezahlten Beträgen. Gibt es kein Geld zurück, sollten sich getäuschte Kunden an ihren Mobilfunkbetreiber wenden, um bei ihnen auf eine Erstattung ihrer Ansprüche zu pochen

„Prinzipiell sind alle Mobilfunkanbieter gleichermaßen betroffen. Allerdings verteilen sich die Fälle ungleichmäßig, so dass ein vorübergehendes Ungleichgewicht unter den Anbietern eintritt“, erläutert Hasan Alagün, ebenfalls Allgemeinrechtsberater der Beratungsstelle Alsdorf. Kleinere Beträge gehen oftmals unter und werden ohne weiteres bezahlt.

Die Grenze liegt laut Claudia Schmitz, Leiterin der Beratungsstelle Alsdorf, bei ungefähr 30 Euro: „Ab solchen Beträgen werden eigentlich alle, die es betrifft, aufmerksam. Die perfide Masche der Abo-Abzocke richtet sich vielmehr auf kleinere Beträge, die allerdings fortwährend abgebucht werden.

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