Abtei Rolduc: Arbeitsgruppe will Golfplatz verhindern

Von: Katrin Fuhrmann
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Bäume, Wiese und Häuser: Noch ist von dem Golfplatz rund um das Gelände von Abtei Rolduc nichts zu sehen. Ab Mitte des kommenden Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Das Foto zeigt die geplante Golfbahn sechs. Foto: Katrin Fuhrmann
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Bemängeln das Mitspracherecht der deutschen Anwohner und sind gegen den Golfplatz (v.l.): Bruno Barth, Ratsmitglied der Stadt Herzogenrath, Martin Krewinkel, Arbeitsgruppe gegen den Golfplatz, Marianne Laumann, Ratsmitglied SP Kerkrade, Gabriele Johnen, Anwohnerin, Herman Langen, Arbeitsgruppe, John Peskens, Arbeitsgruppe und Vorsitzender der Arbeitsgruppe, Jos Pieter.

Herzogenrath/Kerkrade. Der Bau des geplanten Golfplatzes rund um die Abtei Rolduc rückt immer näher. Damit werden auch die Stimmen der Kritiker wieder lauter. Denn: Anwohner und eine eigens gegen die Golfbahn gegründete Arbeitsgruppe haben immer noch – oder gerade jetzt wieder – Sicherheitsbedenken.

Hinzu kommt, dass die deutschen Anwohner in den Entstehungsprozess des Platzes weiterhin nicht einbezogen werden. Der angrenzende Wald ist vor allem für Spaziergänger ein Ort der Erholung und wegen der vielen Teiche und Grünflächen sehr beliebt. Von gemütlichen Spaziergängen könne aber bald nicht mehr die Rede sein, ist sich Bruno Barth, Ratsmitglied der Stadt Herzogenrath (UBL), sicher. Schließlich fliegen da bald die Golfbälle umher.

Noch viel schlimmer seien die mangelnden bis fehlenden Informationen. „Die Anwohner rund um den Rolducer Wald auf Herzogenrather Seite haben keine Mitwirkungsmöglichkeit“, sagt Barth. Obwohl sie davon betroffen seien.

Ragnar Migenda, Technischer Beigeordneter der Stadt Herzogenrath, hält allerdings dagegen. „Die Anwohner müssen selbst aktiv werden, wenn sie Bedenken haben“, sagt er. Als Deutscher in Grenznähe hätte man auch die Möglichkeit, seine Meinung mit einzubringen. Die Gemeinde Kerkrade sei da offen und bislang, so Migenda, immer sehr hilfsbereit gewesen: „Ich empfehle wirklich jedem, der vom Bau des Platzes betroffen ist, sich bei der Gemeinde Kerkrade zu melden.“ Sicherheitsbedenken weist er erneut zurück. „Wir haben das damals geprüft und festgestellt, dass es keine Beeinträchtigungen für die Anwohner gibt“, sagt er.

Das sieht Anwohnerin Gabriele Johnen allerdings anders. Sie wohnt direkt am geplanten Loch sechs des Platzes. „Wenn ich bald im Garten grille, muss ich mir einen Helm aufsetzten“, befürchtet sie. Sie könne sich nicht vorstellen, wie man sicher gehen wolle, dass die Bälle nicht bis zu ihr aufs Grundstück fliegen. Netze machten es ihrer Meinung nach nicht besser. Schließlich lägen zwischen ihrem Haus und dem Platz nur wenige Meter.

Zur Erklärung: Die Golfbahn liegt nicht auf deutschem Boden, deswegen hat die Stadt Herzogenrath auch keine Möglichkeit, in den Bau und die Planung auf niederländischer Seite einzugreifen. Weil aber deutsche Anwohner betroffen sind, war der Golfplatz auch in den Ausschüssen immer wieder ein Thema, sagt Migenda. Man habe seine Bedenken und Anregungen gegenüber der Gemeinde Kerkrade geäußert.

Von Seiten der Gemeinde Kerkrade heißt es auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Sicherheit gewährleistet werde. Für Fußgänger bestehe keinerlei Gefahr, von Golfbällen getroffen zu werden. Außerdem heißt es, dass nur kranke Bäume gefällt werden. Man plane zudem, eine Reihe neuer Bäume zu pflanzen. Sollten gesunde Bäume gerodet werden, bedürfe das ohnehin einer Umweltgenehmigung. Außerdem verweist die Gemeinde bei Bedenken an die Abtei Rolduc selbst. Die sei schließlich der Initiator der Bahn und somit auch mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut.

Dass Kritiker der geplanten 18-Loch-Anlage rund um die Abtei Rolduc Sicherheitsbedenken hegen, ist nicht neu. Seit dem bekanntwurde, wo der Platz gelegen ist und an welche Häuser, Felder und Straßen er grenzt, sind viele Anwohner in Aufruhr – und das seit fast drei Jahren.

Zwar sprechen die Verantwortlichen immer wieder davon, dass der Platz schon aus ökonomischer Sicht ein Gewinn für Rolduc wäre, für die Arbeitsgruppe, die inzwischen 1500 Unterschriften gegen den Platz hat gewinnen können, zerstört der Platz aber vor allem die Natur, sagt Herman Langen, der seine Stimme auch der Arbeitsgruppe gegeben hat. „Im Wald leben viele Dachse und Vögel. Wenn hier auf einmal Netze stehen, verletzen sich die Tiere. Außerdem wird ihr Lebensraum durch den Platz zerstört.“

Bis zum 4. Oktober haben die Kerkrader Bürger (und auch die aus Herzogenrath) noch die Möglichkeit, Beschwerden und Bedenken bei der Gemeinde Kerkrade zu äußern.

Die Rahmenbedingungen des Platzes sind längst bekannt: Zum Beispiel werden nur Spieler den Platz nutzen dürfen, die eine Platzreife nachweisen können. Außerdem gibt es im Golf strenge Reglements, die man beachten muss. Sonst droht einem der Verweis aus dem Verein. Außerdem, das bestätigten die Verantwortlichen schon 2015, gebe es einen Sicherheitsabstand links und rechts der Fairways (der kurz gemähte Bereich einer Spielbahn zwischen Abschlag und Grün).

Rings um die Rolducer Anlage soll vor allem entlang des Spazierwegs am Berenbos mit Sträuchern und Bäumen aufgeforstet werden. Entlang der Roderlandbahn werde zudem wo nötig ein Wall aufgeschüttet, um den Straßenverkehr nicht zu gefährden.

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