Herzogenrath - Abtauchen und den Tag genießen

Abtauchen und den Tag genießen

Von: Anja Klingbeil
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Für Wasserratten und Sonnenanbeter genau richtig: Sofie (v.l.), Anna-Lena und Jenny kommen regelmäßig ins Freibad. Foto: Anja Klingbeil

Herzogenrath. Nachtschwimmer - auch die gibt es. Unerlaubterweise, wohlgemerkt. Sind einfach über den Zaun geklettert. Leider haben sie nicht nur Abkühlung zu nachtschlafender Stunde gesucht, sondern haben auch noch eine Fensterscheibe zerschlagen.

Da die Übeltäter auch noch unüberhörbar laut waren, haben die Nachbarn die Polizei alarmiert. Dabei geht es doch auch ganz legal: Im Freibad Merkstein lässt sich ein entspannter Urlaubstag mit der Familie verbringen.

Melissa Gerards hat es in mehrerer Hinsicht gut: Nicht nur, dass sie fast jeden Tag im Freibad Merkstein sein kann, sie bekommt dafür auch noch Geld. Die 18-Jährige ist Rettungsschwimmerin im Freibad. „Aber das mache ich nur als Nebenjob. Im Sommer bin ich fast jeden Tag da, weil ich Schulferien habe”, erzählt Melissa, die das Berufskolleg besucht. Sie muss den Überblick bewahren, auch an den Tagen, an denen das Wasser quasi schwarz vor Menschen ist.

„Wenn es richtig warm ist, dann ist eben schon viel los”, sagt Melissa, die seit dem vergangenen September als Rettungsschwimmerin arbeitet. Wann sie selbst einst das Schwimmen lernte, weiß sie schon gar nicht mehr so genau. „Aber bereits während meiner Grundschulzeit habe ich das Silber-Abzeichen gemacht”, erzählt sie.

Mode-Problem

Während Reiner Höppel, geprüfter Meister für Bäderbetriebe, in den ersten Tagen des Sommers auf Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 schwört, verzichtet Melissa gänzlich auf die schützende Creme. „Einen Sonnenbrand hatte ich noch nie, auch wenn ich hier den ganzen Tag am Beckenrad verbringe.”

Viel zu tun gibt es für Reiner Höppel und die Rettungsschwimmer. Mal sind es kleinere Blessuren, die zu behandeln sind, wie etwa Insektenstiche, oder auch Schwimmer, die sich selbst überschätzt haben und unter Wasser einen Krampf bekommen haben. „Ein ernsthafter Unfall ist in dieser Saison aber noch nicht passiert”, sagt Reiner Höppel. Außerdem muss so mancher (vorwiegend männliche) Jugendliche zurück in die Kabine geschickt werden. Denn es scheint Mode zu sein, so hat Reiner Höppel festgestellt, unter der Badehose noch die Unterhose zu tragen. Am besten so, dass der prominente Name des Designers noch zu sehen ist. „Aber das ist eben total unhygienisch”, betont Höppel. Ebenso wie das Baden mit T-Shirt. „Im Shirt sammelt sich der Schweiß und der ist dann im Wasser”, erklärt Höppel. Also: Vor dem Sprung ins kühle Nass erst einmal ab unter die kalte Dusche. Das ist doch auch schon reichlich erfrischend.

Das Freibad Merkstein ist das einzige Bad im Nordkreis. Es lockt neben dem Schwimmbecken unter anderem mit Wasserrutsche, großzügiger Wiesenanlage für die Sonnenanbeter, außerdem mit einem Beach-Volleyball-Feld sowie einem Baby-Schwimmbecken.

Im knöcheltiefen Wasser plantscht gerade eifrig der kleine Dejan. 14 Monate alt ist der Knirps. Steht mit wasserfester Pampers da und füllt seinen kleinen Plastikeimer eifrig mit Wasser. Eine echte Wasserratte. Papa Daniel Krüger kommt mit dem Sohnemann öfters ins Bad, wenn das Wetter mal wieder auf Sommer eingestellt ist. „Es ist wirklich schön hier. Ich komme gerne nach Merkstein. Das ist für mich viel billiger als ins Aquana zu gehen”, meint der Würselener.

Auch Heike Esser ist mit ihren beiden Töchtern Lea und Lara oft zu Gast im Merksteiner Bad. „Wir fahren nicht in den Urlaub. Aber hier kann man auch einen schönen Urlaubstag verbringen”, sagt sie. Und während die kleine Lea, drei Jahre, noch mit ihren Schwimmflügeln unterwegs ist, beherrscht Lea, sechs Jahre, das Schwimmen bereits gut. „Ich trainiere für das Bronze-Abzeichen”, sagt sie und taucht auch gleich wieder ab.
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