Abfallgebühren steigen um fast sieben Prozent

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Die Abfallgebühren steigen. Grafik: ZVA / Quelle: Stadt Herzogenrath

Herzogenrath. Noch läuft die europäische Woche der Abfallvermeidung, um Konsumenten dafür zu sensibilisieren, dass es oft genug bessere Wege gibt, als einfach nur Müll zu produzieren. Denn der muss letztlich entsorgt werden, und das kostet Geld – wenn auch die Gebühren in den Kommunen über die Jahrzehnte hinweg relativ stabil geblieben sind.

So steigen in Herzogenrath die Abfallgebühren im kommenden Jahr zwar um fast sieben Prozent. Aber die Leerungsentgelte für die grauen Tonnen beispielsweise liegen 2017 immer noch rund sechs Prozent unter dem Niveau der Abfallgebühren des Jahres 2014, wie Rodas Verwaltung betont.

Verantwortlich für die Steigerungen sind gewachsene Gesamtausgaben gegenüber dem Jahr 2016 (+ 84.300 Euro), der Ausgleich einer Kostenunterdeckung in der Gebührenberechnung in Herzogenrath aus im Jahr 2015 in Höhe von 133.400 Euro sowie eine deutlich geringere Kostenüberdeckung von 120.900 Euro bei der Regio-Entsorgung aus dem Jahr 2015 gegenüber dem Jahr 2014.

So erhöhen sich die Verwaltungs- und Betriebskosten bei der Stadt um 20,27 Prozent. Dies sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass für die Einsammlung und den Transport von wildem Müll sowie die Entleerung von Straßenpapierkörben ein zusätzlicher Mitarbeiter eingesetzt werden müsse.

Faktor Altholz

Der Entsorgungspreis für das Altholz, so legt die Verwaltung ergänzend dar, werde in 2017 erheblich steigen, von 35 auf 89,25 Euro pro Tonne. „Die deutliche Erhöhung der Entsorgungspreises für die Altholzverwertung ist Folge der Veränderungen auf dem gesamten Energiemarkt und den derzeit niedrigen Erdölpreisen“, stellt die Verwaltung generell fest.

Im Klartext: Das Altholzaufkommen ist allgemein steigend, weil zum einen aufgrund der vergangenen milden Winter Lagerbestände aufbereiteten Altholzes nicht abgebaut worden sind. Zum anderen, so Experten aus der Holzbranche, werde aufgrund der günstigen Weltmarktpreise für Öl und Gas selbst in Heizwerken vermehrt mit diesen Brennstoffen statt mit Holz eingeheizt. Um aufbereitetes Altholz dennoch abstoßen zu können, sinken die Verkaufspreise auf dem Altholzmarkt.

Wie Stephanie Pfeifer seitens der Regio-Entsorgung AöR auf Nachfrage darlegt, habe dies für die beauftragte Abfallverwertung Aachen GmbH (AWA) zur Folge, dass sie eingesammeltes Altholz immer schwerer absetzen kann. 544 Tonnen Altholz wurden 2015 auf dem Wertstoffhof der Regio-Entsorgung an der Eygelshovener Straße erfasst, im Jahr 2014 waren es noch 468 Tonnen gewesen (+16,2 Prozent).

Deutlich bessere Erlöse gibt es auf dem Altpapiersektor. Zusammen mit den Erlösen für Alttextilien, die seit 2016 durch die RegioEntsorgung erfolgt, werden diese „vollständig zur Deckung der entstehenden Kosten eingesetzt und dienen so unmittelbar der Reduzierung der notwendigen Gebühreneinnahmen für die Abfallentsorgung in Herzogenrath“, wie die Verwaltung darlegt. Die Müllgebühren im einzelnen: siehe Grafik.

Harte Winter wirken nach

Nur unwesentlich erhöhen sich die Gebühren für Straßenreinigung und Winterdienst, hauptsächlich zum Ausgleich steigender Lohn- und Betriebskosten. Und beim Winterdienst seien weiterhin die „langen und harten“ Winter 2009/2010 und 2010/2011 dafür verantwortlich, dass die durchschnittlichen Kosten hoch bleiben, erläutert die Verwaltung. So steigen die Gebühren in Reinigungsklasse S1 (überörtliche Hauptverkehrsstraßen, wöchentliche Reinigung inklusive Winterdienst) und S2 (Haupterschließungs- und innerörtliche Verbindungsstraßen) um einen Cent auf 1,42 Euro je Frontmeter.

Und für die Gebiete der Klasse S5 (Hauptfahrbahnen durch die Stadt, nur Winterwartung) von 0,73 auf 0,75 Cent. 44 Cent pro Frontmeter mehr bezahlen müssen Eigner von Grundstücken der Klasse S6 in den Zentren der einzelnen Stadtteile: „Hier wirken sich besonders deutlich die Lohnkostenerhöhungen der letzten Jahre auf das Ergebnis aus, weil die in diesem Tarif inbegriffene manuelle Handreinigung äußerst personalintensiv ist“, erklärt die Verwaltung. 5,71 Euro pro Meter werden dort ab 1. Januar fällig.

Die Straßenverzeichnisse finden sich in der Satzung auf der städtischen Homepage im Internet: bit.ly/2fVKh4E.

Ebenfalls nur unwesentlich ändern sich die Gebührensätze auf dem Abwassersektor. Mitte Juli dieses Jahres ist das neue Landesabwassergesetz NRW in Kraft getreten, der Städte- und Gemeindebund NRW hat eine Mustersatzung dazu erarbeitet. Aufgrund der zahlreichen rechtlichen Änderungen ist eine Neufassung der Satzung über die Erhebung von Abwassergebühren und Kostenersatz für Grundstücksanschlüsse auch in Herzogenrath nötig.

Da Kostendeckung zu erzielen ist, kann der Gebührensatz für Schmutzwasser von 3,91 Euro pro Kubikmeter auf 3,81 Euro gesenkt werden. Für Niederschlagswasser muss ab 1. Januar ein Cent mehr bezahlt werden, pro Kubikmeter werden somit 99 Cent fällig. Der Gebührensatz für Kleinkläranlagen bleibt unverändert.

Abgesegnet werden müssen die Kalkulationen noch vom Stadtrat in seiner Sitzung am 13. Dezember.

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