Ab Januar übernimmt Herzogenrath die Rettungswache

Von: Beatrix Oprée
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Richtungsweisend: Beide Wachen in Herzogenrath-Mitte sind bald wieder in städtischer Hand. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Das Raumkonzept ist noch nicht ganz fertig, auch die künftigen Gebühren müssen noch im Detail mit den Krankenkassen ausgehandelt werden, doch die notwendigen Neueinstellungen sind getätigt: Ab 1. Januar 2014 übernimmt die Stadt Herzogenrath wieder komplett die Regie im Wachgebäude an der Erkensmühle.

Will heißen: Die Trägerschaft der Rettungswache wird von der Städteregion an die Rodastadt zurück übertragen. So wird mit Jahresbeginn nicht mehr das Deutsche Rote Kreuz, sondern die Feuerwehr zu Rettungseinsätzen ausrücken.

Ursprünglich hatte es nur eine Erweiterung der Beteiligung der rodastädtischen Feuerwehr am Rettungsdienst sein sollen, dem Wunsch der Städteregion gemäß, Kranken- und Rettungswagen künftig von „einer Hand“ steuern zu lassen. Denn seit 1997, als der Notruf zentral aufgeschaltet wurde (seinerzeit nach Simmerath) und die Städteregion das Rettungswesen übernahm, stellt Herzogenrath mit eigenem Personal weiterhin einen Krankentransportwagen

Im Zuge der entsprechenden Personalgestellungsvereinbarung hat die Städteregion die Kosten für das benötigte Personal aus der hauptamtlichen Wache erstattet und Miete für die Flächen gezahlt, die derzeit noch vom DRK für einen Rettungswagen sowie für den Krankentransporter benötigt werden.

Künftig aber sei es öffentlich-rechtlich nicht mehr zulässig, dass die Stadt dafür Personal an die Städteregion abstelle, erläutert Birgit Froese-Kindermann, Erste Beigeordnete in Herzogenrath. So stand Herzogenrath vor der Frage, die Krankentransporte abzugeben oder auch die Rettungsfahrten zu übernehmen. „Wir haben uns für die Übernahme entschieden“, sagt Froese-Kindermann.

Da mit der Notrufaufschaltung die 1977 per Verordnung durch den Regierungspräsidenten erteilte städtische Trägerschaft nie aufgehoben worden ist, sah sich die Stadt schon bei Antragstellung auf die Wahrnehmung rettungsdienstlicher Aufgaben im Dezember 2012 rechtlich auf der sicheren Seite.

Eine Reihe von Argumenten spreche für diese Entscheidung, wie die Fach-Dezernentin darlegt: Herzogenrath habe eine lange Rettungstradition, ein Großteil der Wehrleute und heute jeder Neueingestellte sei doppelt, sprich als Feuerwehrmann und als Rettungssanitäter, ausgebildet, viele hätten sogar Ausbildungsbefugnis. Bisher bereits, so würdigt die Beigeordnete, hätten Rodas Wehrleute „mit Liebe den Rettungsdienst und die Krankentransporte unterstützt“.

Überdies sei mit einem größeren Stab an Personal eine flexiblere Schichteinteilung möglich, werde die Dienstplangestaltung einfacher. Zudem lasse sich die räumliche Aufteilung im Gebäudekomplex an der Erkensmühle bei miteinander vertrauten Kollegen besser bewerkstelligen. Zuletzt war es mit DRK, Krankentransport durch die Feuerwehr, Hauptwache sowie Löschzug Herzogenrath-Mitte doch etwas „eng“ geworden, wie Froese-Kindermann bestätigt.

Einen weiteren Synergieeffekt sehen Stadtverwaltung und Politik – die Ausweitung der Aufgaben der Wehr auf den Rettungsdienst ist einhelliger Wille in der Rodastadt – auch in der Unterstützung der Retter durch technische Hilfeleistungen, etwa wenn es gilt, Verletzte zu befreien. Auch der Selbstschutz lasse sich höher einschätzen, unterstreicht Froese-Kindermann. Eine gute Ortskenntnis sei durch die Eigenverantwortlichkeit vom ersten Tag an besser gewährleistet, als wenn das Rettungswesen alle fünf Jahre neu ausgeschrieben und unter Umständen an eine neue Organisation übergeben werde.

Über 20 Jahre lang hatte einst die Johanniter Unfallhilfe das Rettungswesen in Herzogenrath innegehabt. Bei der Ausschreibung im Jahr 2008 erhielt das DRK den Zuschlag. Im Zuge der Vorbereitung des Rettungsdienstbedarfsplans wäre nun turnusgemäß eine Neuausschreibung fällig gewesen.

Eine Ausschreibung gibt es dennoch: Die Stadt Herzogenrath möchte für die freiwillige Feuerwehr in Langzeitmiete über 36 Monate einen Rettungswagen anschaffen. Die Angebotseröffnung ist laut städtischer Homepage am 19. November um 12 Uhr.

Rund 13 neue Stellen, einschließlich einer Verwaltungskraft für die Abrechnung, so fasst Froese-Kindermann zusammen, seien zwecks Wahrnehmung der neuen Aufgaben besetzt worden. Erstmals wird Herzogenrath auch eine Frau als Hauptamtlerin in Rodas Feuer- und Rettungswache beschäftigen.

Insgesamt habe die Zahl der Interessenten die der Stellen deutlich überschritten, es seien auch Bewerbungen aus anderen Städten dabei gewesen, bestätigt die Beigeordnete: „Das Konzept in Herzogenrath hat überzeugt. Man muss einem Feuerwehrmann unterstellen, dass er sehr gerne Menschen rettet. Die Situation, im Rettungswesen eng mit Feuerwehrleuten zusammen zu arbeiten, ist da offenbar besonders attraktiv.“

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