8. Bücherbörse bricht alle Rekorde

Von: ehg
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Spaß beim Stöbern: Die große Bücherbörse hatte für jeden Geschmack etwas zu bieten. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. War das ein Ansturm! Da musste sich erst einmal in der Schlange vor der Pforte des Alten Rathaus in Geduld geübt werden, bis sie sich endlich weit öffnete. Dann aber setzte der Run auf Tausende Druckerzeugnisse, wie sie die 8. Würselener Bücherbörse zu bieten hatte, erst recht ein.

Obwohl sie thematisch gut sortiert auf mehr als 100 laufenden Metern präsentiert wurde, war es angesichts der großen Nachfrage gar nicht so leicht, den Durchblick zu finden. Sigrid Kerrinnis, die Leiterin des städtischen Kulturbüros, die mit Wilhelm Peters, Sportredakteur unserer Zeitung, die Börse gemeinsam organisiert hatte, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Da sage noch einmal einer, es gebe keine Lesekultur in unserem Land mehr.”

Kulturelles Ereignis in der Region

Unter dem Motto „Antiquarisches - Modernes - Wertvolles” boten neben Wilhelm Peters mit seinen literarischen Schätzchen aus der Bibliothek des 2006 verstorbenen stellvertretenden Chefredakteurs der Aachener Volkszeitung, Hans Siemons, 15 Fremdaussteller ihre Sammlungen feil, wobei auch die Stadtbücherei ihre Pforten weit geöffnet hatte. Die Börse hob sich auch in diesem Jahr wieder weit von einem üblichen Flohmarkt ab.

Sigrid Kerrinnis: „Wir haben vom ersten Tag an Wert auf Qualität gelegt.” Darin liege das Geheimnis, dass sich die Würselener Bücherbörse, wie es Chefredakteur Bernd Mathieu formuliert habe, zu einem kulturellen Ereignis für die Region entwickelt habe. So kamen die Aussteller nicht nur aus der Städteregion, sondern auch aus Geilenkirchen und Heinsberg. Und mit ihnen die Leseratten, die derart fündig wurden, dass sie nicht nur mit einem literarischen Fundstück von dannen zogen.

Organisator Wilhelm Peters lebte nicht nur im Vorfeld, sondern auch am Tag selbst ob der großen Nachfrage bei fast 3000 Besuchern im Stress, obwohl er seine ganze Familie, gute Freunde und zahlreiche Kollegen mit eingespannt hatte. Denn das Interesse war riesig, so auch an den von Sabine Mathieu angebotenen wunderbaren Kunstbildbänden. Spontan sprang da der Schirmherr, Bürgermeister Arno Nelles, stundenlang mit in die Bresche, als Peters die Nachfrage alleine nicht mehr bewältigen konnte. „Das ist der Wahnsinn, was hier abgeht!”, hörte man nicht nur aus dem Mund der Anbieter. Der Run hielt auch über Mittag bis in den Nachmittag hinein an.

Vom ersten Tag an stellte sich auch Künstler Hans Wittl in den Dienst der Börse und damit in den Dienst der Aktion „Menschen helfen Menschen” des Zeitungsverlages Aachen. Er signierte Drucke und hatte auch Originale im Angebot. Speziell für die achte Börse hatte er Straußeneier dekorativ bemalt, 19 an der Zahl, jedes ein Kunststück. Neu war die CD- und Schallplattenbörse. Die aus dem Nachlass von Wilhelm Peters´ Bruder angebotenen Schätzchen waren heißbegehrt. Peters: „Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir ein solches Angebot unterbreitet haben.”

Was unter dem Strich für die gute Sache herausgesprungen ist, konnte sich mehr als nur sehen lassen. Wenn auch die genaue Abrechnung noch nicht vorliegt, so ist Wilhelm Peters sicher, dass sich die heiße Schlacht gelohnt haben wird. „Wir werden den Erlös des Vorjahres toppen können.” Dieser hatte bei rund 4000 Euro gelegen. Über „Menschen helfen Menschen” kommt der Erlös zwei Würselener Vereinen, die sozial schwachen Kindern unter die Arme greifen, zugute.
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