70 Jahre Männergesangsverein: Konzert auf der Freilichtbühne

Von: ehg
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Langjährige „Oprhea“-Mitglieder geehrt: (v.l.) Chorleiter Willi König, Heinrich Kuckelkorn (60 Jahre), Martin Fuchs (50), Ewald Neyses (25) Hans Grefen (25) und Vorsitzender Paul Jobes. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Sieben Jahrzehnte lang ehrt der Männergesangverein „Orphea“ im „Dörflein“ nun schon gebührend „Sang und Klang“. Und so hatte er mehr als nur einen guten Grund, seinem treuen Publikum beim Jubiläumskonzert im altehrwürdigen Rund der Burg Wilhelmstein einen bunten musikalischen Strauß zu binden, womit er auch sich selbst ein schönes Geburtstagsgeschenk machte.

Dabei mitwirken zu dürfen, war für den Instrumentalverein Herbach, der sein 120-jähriges Bestehen feiern kann, eine hohe Ehre. Die Besucher und die rund 30 Blechbläser stimmten am Ende gemeinsam ein von Heinz Briegel arrangiertes Volksliedermedley „Deutschland ist schön“ an. Und bereiteten sich auch selbst dabei einen musikalischen Genuss der besonderen Art. Als Gäste begrüßte Vorsitzender Paul Jobes Vize-Bürgermeister Winfried Hahn und den 1. Beigeordneten Werner Birmanns sowie Pfarrer Gottfried Kader.

Nach dem Aachener Sängerspruch ließ die „Orphea“ die Gründerjahre in ihrem kontrastreichen Programm mit romantischen Werken von Franz Schubert, Friedrich Silcher und Kurt Lissmann Revue passieren. Einfühlsam vorgetragen wurden unter der souveränen Stabführung von Willi König „O wie schön ist deine Welt“, „Es löscht das Meer“ und Trojka Glocken“. Mit einem schwungvollen Opening aus der Feder von Ernst Hoffmann meldete sich der stark verjüngte Instrumentalverein Herbach erstmalig als harmonischer Klangkörper unter Willi Beckers zu „Wort“.

Barocke und poppige Elemente lebten in „Queen Parks Melodie“ von Jakob de Haan auf. Auch bei ihrem „Böhmischen Traum“, einem Partyhit, waren die jungen und älteren Musikanten ganz in ihrem musikalischen Element. Das Publikum geizte nicht mit Beifall.

Hohe Ansprüche stellten die rund 20 „Orphea“-Sänger bei der „Landerkennung“ des norwegischen Komponisten Edvard Grieg an sich. Als Solist glänzte in diesem anspruchsvollen Werk, in dem die Seele des hohen Nordens zum Klingen gebracht wurde, Josef Dümont. Als Kontrast dazu dann Melodien aus dem Musical „May Fair Lady“ von Frederick Loewe. Blumenverkäuferin Eliza Doolittle und Phonetiker Mister Higgens trieben ihr heiteres musikalisch Spielchen, „bis sie es endlich drauf hatte“. Ganz nach dem Geschmack der Konzertbesucher. Gemeinsam ganz groß heraus kamen Sänger und Instrumentalisten beim „Gefangenenchor“, einem bekannten Ohrwurm aus Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“.

Nach der Pause wurde ein ebenfalls kontrastreiches Programm geboten. André Rieu ließ der Instrumentalverein in Concert, einem Arrangement von Erwin Jahreis, „aufmarschieren“.

Nicht minder nach dem Geschmack des Publikum war das Stück „Highland Cathedral“, eine bekannte Dudelsackmelodie von Michael Korb. Noch einmal grüßte die italienische Oper. Die „Orphea“ stellte sich auf die Seite des betrogenen Ehemanns „Bajazzo“, wie Ruggero Leoncavallo ihn in seiner gleichnamigen Oper in Noten gesetzt hat.

Udo Jürgens kam sowohl beim Chor („Ich war noch niemals in New York“) und bei den Bläsern in einem Medley strahlend zu Ehren. Eine weitere Kostprobe seiner Vielseitigkeit lieferte der Instrumentalverein mit „Unser Kommandant“ von Metod Prikyl, einem mitreißenden Konzertmarsch, ab. Einen wunderbaren Schlusspunkt setzte der Chor mit „Mno gaja ljeta“. Bassist Karl-Heinz Kuck wartete mit einer bravourösen musikalischen Leistung auf. „Orphea“-Vorsitzender Paul Jobes bedankte sich bei vier aktiven Sängern für deren langjährige Treue.

Als Silberjubilare grüßten Ewald Neyes und Hans Grefen sowie als Goldjubilar Martin Fuchs. Auf sechs Jahrzehnte hatte es Heinrich Kuckelkorn gebracht. Ihre offizielle Ehrung durch den Chorverband der Städteregion wird im Oktober erfolgen.

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