50 stramme Junggesellen legen sich voll ins Zeug

Von: mabie
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Die Oidtweiler Junggesellen lassen ihre Muskeln spielen: Maikönig Pascal Haaren genießt indes den Ritt auf dem Maibaum. Foto: Bienwald
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„Baaaaaaaaaaaum hoch!“: Lauthals gibt Hauptmann René Braun die Befehle. Foto: Bienwald

Baesweiler. „Baaaaaaaaaaaum hoch!“ Immer wieder schallte am Samstagnachmittag dieser Ruf von Hauptmann René Braun über den Dorfplatz in Oidtweiler. Seine Stimme durchschnitt nicht nur den niemals stoppenden Regen. Die beiden Worte mit dem unüberhörbaren Ausrufezeichen dahinter erreichten die Ohren von gut 50 jungen Männern, die ihrer Tradition folgten und zur Kirmes des Junggesellenvereins Oidtweiler den Baum aufstellten.

Und das ist nicht irgendeine Birke, sondern ein mächtiger, hunderte Kilo schwerer Stamm, der, bemalt, geschmückt und mit einer Fichte an der Spitze, auch weithin sichtbares äußeres Zeichen der Kirmes in Oidtweiler ist. Also hieß es für die Männer, die am Vorabend noch den Startschuss in die viertägige Kirmes kräftig feierten, im richtigen Moment an der richtigen Stelle anzupacken.

„Partyservice“ hieß der DJ-gesteuerte Auftakt im Festzelt, und beim Baumaufstellen gab es die Chance, noch einmal die Geschichten der vergangenen Nacht Revue passieren zu lassen. Dazu gehörte der Wunsch, nach Feierschluss mit einem Autoscooter nach Hause zu fahren. So etwas sorgte für Laune. Auch beim Schmücken gaben die Jungs vom Junggesellenverein Gas. Wer schon immer einmal sehen wollte, wie gestandene Männer mit bunten Fähnchen einen Baum schmücken und fleißig bunte Glühbirnen in die Fassungen der eingearbeiteten Schmuckkränze drehen, war hier an der richtigen Stelle.

Gut lachen hatte derweil Maikönig Pascal Haaren: Er durfte sich – der Tradition folgend – von seinem „Volk“ auf dem mächtigen Stamm sitzend zum Baumstandplatz tragen lassen. „Ein gutes Gefühl“, sagte er. Zu Klängen der Blaskapelle Oidtweiler und unter Applaus von anfangs nur wenigen Zaungästen gingen sie ans Werk. Zwischendurch war aber nicht nur Platz und Zeit für ein oder zwei Bierchen zur Stärkung, denn der Baum wurde fachmännisch aufgestellt und gesichert.

Dafür standen die Jungs der Freiwilligen Feuerwehr Oidtweiler bereit, die den Platz schon großzügig abgesperrt hatten. Hinterm Flatterband zogen sie mit ihrem Mehrzweckfahrzeug das metallene Sicherungsseil stramm, sorgten mit Schrauben, Muttern und dicken Keilen dafür, dass der prächtige Baum einen guten Stand bekam. „Das Seil ist nur zur Sicherung da“, erklärte Hauptmann Braun.

„Den Rest machen wir mit reiner Muskelkraft – Baaaaaaaum hoch!“ Wieder hob sich der Stamm ein wenig mehr. Ein paar fleißige Männer schoben Leitern an zuvor definierte Punkte. Je steiler es nach oben ging, umso mehr wuchs die Zahl der beschirmten Zuschauer. „Wichtig ist, dass der Baum langsam steigt, nicht durchhängt oder gar abknickt“, sagte Braun.

Natürlich gab es aus den Mündern von eher zur Kategorie „Altgesellen“ gehörenden Gästen die besten Tipps, wie der Stamm unfallfrei und vor allem gerade seinen Weg in die Senkrechte finden könne.

Gut 90 Minuten später stand der Baum kerzengerade, unter Jubel und Beifall der inzwischen stark angewachsenen Menge. Dann musste König Pascal noch mal ran. Ihm wurde die Ehre zuteil, mit einem dicken Holzhammer den Zapf in den Stamm einzuschlagen, womit die Kirmes letztlich offiziell eröffnet war.

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