40-Tonnen-Rotor in 98 Meter Höhe montiert

Von: Stefan Schaum
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Maßarbeit: Auf dem Feld bei Birk wurde am Wochenende ein weiteres Riesenwindrad aufgestellt. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Die Flügel sind montiert. Das Anbringen des gewaltigen Rotors an der jüngsten Windkraftanlage bei Birk war am Samstag ein Kraft- und Balanceakt zugleich. Gut 40 Tonnen wog die Last, die ein spezieller Kran auf 98 Meter Höhe hinaufhieven musste. Um sie dort passgenau an die so genannte Gondel zu bringen. Ein Schauspiel, das von vielen verfolgt wurde.

Im Feld des Landwirtschaftsbetriebs Lamberts standen zahlreiche Interessierte mit Ferngläsern und Videokameras. Sie konnten sich Zeit lassen mit dem Filmen. Eine gute halbe Stunde dauerte es, bis die Flügel oben waren. Arbeiter hatten sie währenddessen mit mehreren Seilen justiert und in der Balance gehalten.

Hans-Willi Schruff, einer von knapp 20 Investoren der so genannten Bürger-Windkraftanlage, hat besonders genau hingeschaut. Schließlich hat seine Dürener Firma „Regenerative Energieanlagen Management” (REA) den Bau der Anlage geplant. „Alles reibungslos gelaufen”, lautete sein Fazit zum Ende der gut zweimonatigen Bauzeit.

Das Windrad ist das vierte bei Birk. Größer als die umstehenden ist es mit seinen knapp 100 Metern nicht. Aber leistungsstärker. Neueste Technik und drei kürzere - aber deutlich breitere - Flügel lassen die Anlage eine Leistung von 2,3 Megawatt erreichen.

Die Windräder in der Nähe bringen es auf je 1,5 Megawatt. Zwar werden heute auch deutlich höhere Masten - bis gut 200 Meter - gesetzt, doch sei eine solche Anlage am Würselener Standort nicht sinnvoll, sagt Schruff. Die jetzt errichtete Anlage vom Typ Enercon E-70 sei „optimal für das Gelände. Würselen liegt leicht erhöht im Vergleich zu den umliegenden Kommunen, das sind gut Bedingungen für die Nutzung der Windenergie.”

Etwa 2,5 Millionen Euro kostet die Anlage, die einen weiten Weg hinter sich hat. Der in Emden gefertigte Mast aus Beton wurde zunächst per Schiff über Rhein und Mosel nach Trier verfrachtet und von dort aus per Schwerlasttransport über die belgische Autobahn.

Etwa zwei Wochen wird es noch dauern, bis die Arbeiten im Inneren des Turmes erledigt sind, der Netzanschluss beendet ist und die Flügel sich erstmals drehen können.

Die Nähe zu der Biogasanlage bei Birk - knapp 40 Meter trennen die beiden Anlagen - komme nicht von ungefähr. „Wir hoffen, dass sich die beiden in der Nutzung gut verbinden lassen.”

Gut 20 Jahre Arbeitsdauer hat die Windkraftanlage vor sich. Etwa 1500 Haushalte könne sie mit ihren jährlich produzierten 4,5 Millionen Kilowattstunden mit Strom versorgen, rechnet Schruff vor.

Er träumt davon, dass Windenergie eines Tages den Strombedarf des Landes deckt. In Würselen wird er jedoch kein Windrad mehr errichten. „Der Bedarf ist hier gedeckt, die Fläche ausgereizt.” Dass die bestehenden Anlagen eines Tages technisch aufgebessert werden, ist indes möglich.

„Repowering” nennt das der Fachmann. „Dadurch lässt sich mit solch einer Anlage das drei- bis vierfache des jetzigen Wertes produzieren.”
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