3Pagen: Die Zeichen stehen auf Erweiterung

Von: Verena Müller
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Bei 3Pagen wird noch von Hand kommissioniert, beim neuen Mutterkonzern ist alles automatisiert. Trotzdem stehen die Zeichen nach der Übernahme auf Erweiterung am Alsdorfer Standort. Foto: Verena Müller
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Betriebsratsvorsitzender Mussa Ouahid begrüßt, dass die Arbeitsverträge unangetastet bleiben. Foto: Verena Müller
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Franz Hermanns, Geschäftsführer von 3Pagen, ist nach dem Vertragsabschluss erleichtert. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Gerne hätte man bei den Vertragsverhandlungen zur Übernahme von 3Pagen Mäuschen gespielt, denn nach außen gedrungen ist nichts, was den letztendlichen Kaufpreis für das Alsdorfer Versandhandelsunternehmen betrifft. Vergangenen Freitag, 12 Uhr, war das Closing. Dann war es definitiv: Das Traditionsunternehmen wechselt den Besitzer. Es geht von der 3SI Group an die Damartex Group.

Selbst 3Pagen-Geschäftsführer Franz Hermanns sagt, dass er die Summe nicht kennt, die die Damartex Group gezahlt hat. Nur so viel wisse er: „Hoch“ sei sie gewesen. Die Unterhändler des ehemaligen Mutterkonzerns, der zu 100 Prozent der Otto Group gehört, seien mit einem breiten Grinsen aus den Gesprächen gegangen. Und dass die Käufer den Preis aus Barmitteln gezahlt hätten.

Warum er nicht mehr wisse? 3Pagen selbst sei nur für das Marketing zuständig gewesen, „dafür, die Braut aufzuhübschen“, sagte Hermanns am Dienstag bei der offiziellen Bekanntgabe der Übernahme. Mit den Vertragsverhandlungen habe das Management in Alsdorf nichts zu tun gehabt – was nicht ungewöhnlich ist.

Eine Nachfrage bei der Damartex ergab: keine Auskunft. Vertrauliche Übereinkunft. Wichtig sei doch vielmehr, dass 3Pagen nun in „guten Händen“ sei. Auf diese Wendung scheint man sich verständigt zu haben. Denn: „Wir können 3SI und der Otto Group sehr dankbar sein. Sie haben ihr Wort gehalten, uns in gute Hände zu geben“, sagte auch Hermanns.

Damartex habe bei 3Pagen ganz oben auf Liste der potenziellen Käufer gestanden. Der Konzern mit Sitz in Frankreich ist börsennotiert, seine Aktien befinden sich überwiegend in Familienhand. 800 Millionen Euro Umsatz macht der Konzern im Jahr.

Die Ausrichtung – Kunden im Seniorenalter – sei die gleiche, sagt Hermanns, außerdem gebe es große Schnittmengen im Sortiment. Bei den sogenannten Hartwaren (von Dekoartikeln bis hin zu Küchenutensilien) will sich der französische Konzern künftig breiter aufstellen. Nicht weniger als die führende Position in Europa ist das Ziel.

Was heißt das für Alsdorf? Eine Ausweitung des Lager- und Logistik-Zweigs? „Nein“, sagt Hermanns. Die Waren würden aus Frankreich heraus dem deutschen oder weiteren europäischen Markt zur Verfügung gestellt. Zumal das Textilgeschäft, der eigentliche Schwerpunkt der Damartex, leichter vom Heimatstandort aus abzuwickeln sei. Die Damartex verfüge über eine automatisierte Logistik für diesen komplexen Bereich. In Alsdorf wird noch per Hand kommissioniert.

Dennoch stehen die Zeichen in Alsdorf auf Erweiterung: im sogenannten Frontoffice – Callcenter, Controlling, IT und so weiter.

Derzeit sind 60 bis 70 Menschen im Callcenter beschäftigt, weitere 100 in Supportfunktionen wie Einkauf und Controlling.

Mit „30 Leuten mehr im Support und einer am Anfang noch flexiblen Menge im Callcenter“ rechnet Hermanns. Diese Anzahl neuer Mitarbeiter sei von der Menge her auch leicht am Alsdorfer Standort unterzubringen.

Für den bestehenden Personalstamm ändert sich zunächst nichts. „Der Vorstand von 3Pagen bleibt der gleiche, die Verträge der Mitarbeiter bleiben die gleichen. Das sind gute Nachrichten“, sagte Betriebsratsvorsitzender Mussa Ouahid.

Die Kollegen seien alle von Patrick Seghin, CEO der Damartex Group, der sich vor der Vertragsunterzeichnung bei der Belegschaft persönlich vorgestellt hatte, sehr angetan gewesen. „Sehr nahbar“ fand diesen auch Arnulf Zuschlag, Bereichsleiter Personal und Kundendienst.

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