33 Siege in 40 Spielen: Mädels des VfR Würselen geben Gas

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Erfolgreich: Die C-Jugend-Mannschaft des VfR Würselen. Foto: ny

Würselen. Diese Mädels sind ganz schön selbstbewusst: Die C-Jugend-Mannschaft des VfR Würselen. Die 25 Fußballerinnen wissen, was in ihnen steckt. Trainer Frank Golasch lässt die letzten vier Monaten Revue passieren: „40 Spiele der Meisterschafts-Frühjahrsrunde sowie Feld-Turniere, davon 33 gewonnen, fünf unentschieden und zwei verloren.“

Die Mädels, Jahrgang 1999 bis 2002, trainieren zweimal die Woche zwei Stunden. Montags und freitags ab 17.30 Uhr. Zusätzlich werden Turniere gespielt und die Meisterschaftsspiele bestritten. Spielen dürfen die, die trainieren.

„Manchmal fällt das trainieren echt schwer. Je nachdem, was gerade in der Schule ansteht. Außerdem ist ein weiteres Hobby fast nicht mehr möglich“, erzählt Carina (13), die das Training höchstens ausfallen lässt, wenn sie auf einen Geburtstag eingeladen ist. Sonst gibt es wenige Ausreden, um nicht zu kommen. Meistens wird auf dem VfR Platz, Drischfeld 17, gespielt, manchmal auch auf Tellebenden. „Frank sagt uns, was in uns steckt“, sagt Hatice (15), die von ihren Mitspielerinnen Hati genannt wird. Die Würselnerin hat „irgendwann die Liebe zum Fußball entdeckt“ und gehört als Stürmerin zu den Torjägerinnen der Mannschaft.

Diese ist inzwischen eng zusammengewachsen, zumal sie im letzten Jahr viele Niederlagen hinnehmen musste. „Damals waren die Mädels zu jung für die Klasse. Zu neu als Team. Zu unerfahren“, erklärt Golasch (46), der in Köln und Aachen arbeitet, aber in Neuss wohnt. Trainer ist der Vertriebler eines Kommunikationsunternehmens seit 2011. Seit Juni ist er zusätzlich offizieller Mädchenbeauftragte des VfR, „um den Mädchen mehr Gewicht zu geben.“ Deshalb will er eine durchgängige Jugend für Mädchen aufbauen. „Wir haben aktuell eine C- und eine A-Jugend und erste Anmeldungen aus den Jahrgängen 2003 und 2006“, sagt der Trainer, der seinen Job ernstnimmt.

„Letztes Jahr habe ich bei einer Bundesliga-Mannschaft hospitiert. Ich habe mir angeschaut, wie das Training durchgeführt, wie die Mannschaft motiviert wird“, erzählt Golasch, der einiges anders macht als andere Trainer. „Das geht los beim Aufwärmen“, sagt er, denn da müssen seine Mädels keine Runden laufen, sondern kreuz und quer durcheinander und dürfen erzählen. „Vom Tag und was ihnen auf der Seele liegt. Das sollen sie ihren Freundinnen erzählen, damit sie den Kopf frei haben, um gut zu trainieren, um Spielzüge zu lernen“, so der 46-Jährige.

„Früher war das Training nicht so streng“, erinnert sich Jana (12). Jetzt weht ein anderer Wind. Redet jemand, wenn Frank etwas erklärt, müssen Strafrunden gelaufen werden. Das machen die Spielerinnen ohne zu murren.

Profis wollen die Mädchen aber nicht unbedingt werden. „Ich möchte später mal Grundschullehrerin werden“, sagt Anna. „Beim Frauenfußball verdienst du einfach kein Geld. Das ist ganz anders als im Männerfußball“, sagt Hati. Dabei ist diese Fußball-Mannschaft mehr als nur eine Mannschaft. „Wir versuchen, so viel wie möglich gemeinsam zu machen“, sagt Hati. Wenn die Mannschaft auf dem Spielfeld steht, geht es nur ums Siegen. Dass das klappt, das zeigt das Resümee des Trainers: 40 Spiele. Davon 33 Siege. Das ist kein Zufall.

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