Nordkreis - 31 Wahlvorschläge auf 94 Zentimetern: Stimmzettel XXL

31 Wahlvorschläge auf 94 Zentimetern: Stimmzettel XXL

Von: Stefan Schaum
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Der taugt auch als Expander: Die Herzogenrather Verwaltungsmitarbeiterin Sandra Frantzen muss lange Arme machen, um den Stimmzettel ausbreiten zu können. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Chronisch Unentschlossene könnte dieser Stimmzettel glatt zur Verzweiflung treiben: 31 Wahlvorschläge stehen auf dem 93,5 Zentimeter langen Papierbogen, auf dem die Wähler am Sonntag, 7. Juni, ihr Kreuzchen bei der Europawahl machen dürfen.

So üppig war das Angebot noch nie. Gut einen halben Meter länger als noch vor fünf Jahren ist das Papier. Doch ob dieses Mehr an Parteien auch die Wahlbeteiligung erhöht, die damals beispielsweise in Herzogenrath bei gerade mal 48 Prozent lag?

Bernd Sauren, Leiter des Wahlamtes in Roda, glaubt nicht so recht an den großen Run auf die Wahllokale. „Bislang haben wir gut 2800 Briefwahlanträge bearbeitet. Das spricht für eine ähnliche Beteiligung wie vor fünf Jahren.”

Dem ersten der drei diesjährigen Wahltermine sieht er gelassen entgegen. Zumal der logistische Aufwand heruntergeschraubt worden ist. Wird es bei der Kommunalwahl am 30. August in Herzogenrath 43 Wahlbezirke plus fünf für die Briefwahl geben, sind es in Sachen Europa lediglich 31 plus drei.

„Wir haben mehrere Bezirke zusammenfassen können”, sagt Sauren. Was auch die Zahl der benötigten Wahlhelfer in den Wahllokalen reduziert, nämlich von etwa 380 auf rund 250. Probleme, genug Helfer für alle drei Termine zu finden, erwartet er nicht. Seine private Urlaubsplanung hat das erhöhte Wahlaufkommen indes beeinflusst.

„Ich gönne mir in diesem Jahr nur zwei Wochen Anfang Juni. Normalerweise bin ich dann länger weg.” Ab Anfang August werden dann alle fünf Mitarbeiter des Wahlteams an Bord sein.

Probleme bei der Stimmauszählung erwartet er trotz des XXL-Stimmzettels nicht. Obwohl: „Wenn die alle ausgerollt auf die Tische gelegt werden müssen, kann es schon eng werden.” Dass die etablierten Parteien allesamt die oberen Plätze auf der Liste belegen, erleichtere immerhin dem Wähler das Suchen.

„90 Prozent werden ihr Kreuzchen sicher im oberen Fünftel machen.” Wer sich für exotischere Kandidaten wie „Die Violetten” (für eine spirituelle Politik) oder „Die Piraten” interessiert, wird den Zettel allerdings komplett entfalten müssen. Immerhin: „Wer hier nicht das Passende für sich findet, findet es auch bei keiner anderen Wahl.”

Jenseits der Grenze

Angeschrieben worden sind in Herzogenrath knapp 1200 dort lebende Bürger der Europäischen Union. Die mussten bis zum 17. Mai einen formellen Antrag stellen, um wählen zu dürfen. Etwa 150 haben das getan, 40 mehr als noch in 2004. Ein Aufwand, der jenseits der niederländischen Grenze nicht betrieben werden muss.

Hans Hoever, Mitarbeiter des Zweckverbandes Eurode, ist ein Deutscher, der in den Niederlanden lebt. „Ich hatte meine Wahlbenachrichtigung einfach gleich im Briefkasten”, sagt er. Auch so geht Europa. Selbst bei einer Kommunalwahl ist er in Deutschlands Nachbarland automatisch stimmberechtigt. Das möchte er nicht missen. „Das ist doch sehr praktisch.”

In Alsdorf haben bislang 1600 von 33.867 stimmberechtigten Bürgern die Briefwahl beantragt. Ähnlich ist die Quote in Baesweiler und Würselen. „Mit der Kommunalwahl ist das nicht zu vergleichen”, sagt die in Alsdorf zuständige Marion Carduck-Ress. Doch erhöht ist der Arbeitsaufwand auch dieser Tage.

Drei Auszubildende helfen mit, die Briefwahl zu betreuen. Bei der Europawahl gibt es auch in Alsdorf keinen Mangel an Wahlhelfern. Für die Kommunal- und Bundestagswahl werden indes Interessierte gesucht, die sich unter 02404/50313 informieren können.
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