23 Infotafeln an historischen Gebäuden

Von: ehg
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Das Foto von der früheren Synagoge am Lindenplatz in Würselen aus dem Jahr 1925, über der einst stolz der Davidstern schwebte, hängt im Jüdischen Museum in Berlin.
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In Würselen erinnert eine grau abgesetzte Giebelwand an dem neuen Wohnhaus an das einst stattliche Gebäude. Foto: Wolfgang Sevenich
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Erinnerungstafeln werden unter anderem bald auch am Alten Rathaus angebracht.

Würselen. Der Heimatverein Würselen, der vor 20 Jahren der Stadt eine Ehrenkette für den Bürgermeister zum Geschenk machte, staffiert anlässlich des 80-jährigen Bestehens 23 ausgewählte historische Gebäude und Objekte in der Stadtmitte mit Infotafeln aus.

Denn die Historie manch stattlicher Gebäude ist vielen Bürgern nicht mehr präsent. Aber auch auf verschwundene oder nur noch als Relikte vorhandene bedeutsame Stätten wird hingewiesen werden.

Die erste Tafel wurde jetzt von Bürgermeister Arno Nelles und dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Heinz Blankenheim, neben der Eingangstür des neuen Rathauses enthüllt. Zu diesem Anlass begrüßte Blankenheim auch die Repräsentanten der Hauptsponsoren, für die Kulturstiftung der Sparkasse Aachen Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers und Achim Großmann, Vorsitzender der Kulturstiftung Würselen. Vorgestellt wurde das komplette Ergebnis einer langen intensiven Arbeit im nahen Alten Rathaus.

Am Anfang sei man oft der Frage begegnet, ob es in Würselen überhaupt historische Stätten gebe beziehungsweise gegeben habe, ging der Vorsitzende des Heimatvereins dem tieferen Sinn der Arbeit nach. Dabei verwies er beispielhaft auf die Brennerei Cornely an der Aachener Straße und auf die erste Poststelle, an der Kaiserstraße 43. Aber auch auf den Bergbau und die Grube Gouley, die für die Würselener Geschichte so bedeutsam gewesen sei, und auf die Messingindustrie mit ihrer Nadelproduktion als Überbleibsel eines bedeutsamen Beschäftigungszweiges. Als weitere Beispiele nannte Blankenheim die chemische Industrie mit den Solvay-Werken sowie die Tabak- beziehungsweise Zigarrenfabrik Bischoff.

Geschichtlich von besonderem Wert seien auch die Mühlen im Wurmtal, die bei der neuen Aktion allerdings ausgespart worden seien, weil sie schon beschildert sind. Erwähnung fanden auch die Rathäuser. Blankenheim: „Sie zeigen einen Teil der Stadtentwicklung – von der Verwaltung in der Privatwohnung des jeweiligen Bürgermeisters hin zu unserem Rathaus am Morlaixplatz.“ Und dieses habe auch schon drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Die neuen Erinnerungstafeln liefern prägnante Informationen über die jeweilige historische Stätte. Sie sollen aber auch Anregung geben, sich intensiver mit der interessanten Würselener Geschichte zu beschäftigen.

Auf seiner Homepage wird der Heimatverein die einzelnen Objekte zudem eingehender vorstellen. Darüber hinaus ist ein Rundweg durch Würselen in Planung, der die einzelnen historischen Stätten miteinander verbindet. Nach dem Vorbild der Beschilderung in Bardenberg möchte der Heimatverein Würselen auch in Stadtmitte den historischen Wert der Stadt den Bürgern näher bringen. Mit welch immensem Aufwand dieses Vorhaben letztlich verbunden ist, hatten die Macher nicht geahnt. Umso mehr freute es sie nun, das gelungene Ergebnis vorstellen zu können.

Das Rathaus wurde als erstes Objekt der Beschilderung ausgewählt, weil von ihm aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Würselens verwaltet und organisiert worden seien beziehungsweise werden. Dank sagte der Vorsitzende des Heimatvereins Sponsoren und Immobilien-Eigentümern, aber auch denen, die für die Umsetzung verantwortlich zeichneten: „Ohne Ihre Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen.“

Die einzelnen Schilder werden in den kommenden Wochen von den Kommunalen Dienstleistungsbetrieben Würselen (KDW) nach und nach angebracht. „Die Spuren der Vergangenheit werden nach draußen getragen“, bedankte sich Bürgermeister Arno Nelles beim Heimatverein für die Aufarbeitung städtischer Historie. Selbst Einheimische seien überrascht, wie reich die Stadt an historischen Denkmälern sei. „Würselen ist eine tolle Stadt mit einer tollen Vergangenheit, einer tollen Gegenwart und einer hoffentlich ebenso so tollen Zukunft“, kannte Nelles‘ Begeisterung kaum Grenzen. Die Kulturstiftung habe sofort ihre Unterstützung zugesagt, unterstrich Vorsitzender Großmann den Wert des historischen Projektes ebenso wie der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Hubert Herpers.

Das Anbringen der 23 Tafeln sei nur ein erster Schritt, um an die reiche Historie der Stadt zu erinnern, sagte Blankenheim. Weitere würden folgen...

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