20 Jahre Jugendaustausch: Freunde schießen niemals aufeinander

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Sind begeistert von den gegens
Sind begeistert von den gegenseitigen Besuchen: (v.l.) Birgit und Bernhard Wiesemann (Chorleiter), Astrid le Page, Viola Linnenberger, Louise und Jean-Arthur Thepaut (Chorleiter). Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. „Freunde werden niemals aufeinander schießen.” 280 Augenpaare schauten auf Bernhard Wiesemann im Sitzungssaal des Rathauses. Der Leiter des Jugendchors des Gymnasiums wechselte gekonnte zwischen Deutsch und Französisch, sprach zu seinen Schülern und zu den Schülern der Babsingers, des Jugendchores aus der Partnerstadt Morlaix.

Karnevalsdienstag waren 70 französische Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahren in die Düvelstadt gekommen, um bei Gastfamilien willkommen zu sein, um ein abwechslungsreiches Programm zu erleben. „Wir waren im Aquana, haben eine Kette mit 45 Reifen gebildet, uns durchs Wasser treiben lassen und gesungen”, erzählte Eva Esser (14). Sie haben in Essen die Zeche Zollverein besucht und in Düsseldorf eingekauft. „Es waren richtig schöne Tage”, urteilt die Schülern des Gymnasiums, die sich schon auf den Gegenbesuch ihres Chores in Morlaix freut.

Vor 20 Jahren wurde von dem damaligen Würselener Bürgermeister Martin Schulz im Theater von Morlaix der Grundstein für einen der nachhaltigsten Jugendaustausche mit Frankreich gelegt. Seither gab es fast jedes Jahr einen Bus voll Besuch und Gegenbesuch mit dem Chor aus der Bretagne.

„Es ist noch nicht lange her, da wurden die Franzosen von den Deutschen Erzfeind genannt. Es ist noch nicht lange her, da wollten die Deutschen nicht französisch sprechen”, erklärte Bernhard Wiesemann, der zu Freunden in die Runde blickte, der selbst mit dem Musikerehepaar Louise und Jean-Arthur Thepaut, den Leitern der Babsingers, befreundet ist. Längst haben die Jugendlichen Freundschaften untereinander geschlossen. „Sie besuchen sich in den Ferien. Sie mailen sich”, sagte Jean-Arthur Thepaut.

Tiefe Verbundenheit

Aber auch ein Schulaustausch über mehrere Monate wird möglich, wenn die Freundschaften zu den Gastfamilien sowieso schon geknüpft sind. Viel Lob bekam die gelebte Freundschaft von Bürgermeister Arno Nelles. „Denn von der tiefen Verbundenheit der Chöre hat die Beziehung der Städte Würselen und Morlaix profitiert”, sagte er. Der Besuch endete mit einem Konzert, in dem der bekannte Stoff von Orpheus und Euridice in einem Musical musikalisch umgesetzt wurde. Da standen die Deutschen und die Franzosen gemeinsam auf der Bühne und es wurde deutlich, dass Bernhard Wiesemann Recht haben wird: Völkerverständigung fängt mit Freundschaften an. Denn Freunde werden niemals aufeinander schießen.
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