Aachen/Herzogenrath - 1500 Faltblätter gegen die umstrittene Umgehungsstraße

1500 Faltblätter gegen die umstrittene Umgehungsstraße

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Kämpfen weiter gegen die B 25
Kämpfen weiter gegen die B 258 n: (v.l.) Bernd Fasel, Bettina Herlitzius und Roland Foto: Ralf Roeger

Aachen/Herzogenrath. Die Grünen wollen auf Nummer sicher gehen: „Wir sind misstrauisch. Wir haben schon oft erlebt, dass eine Straße doch noch gebaut wird.” Damit dies bei der heftig umstrittenen B 258 n zwischen Richterich und Kerkrade nicht ebenfalls geschieht, wurden am Wochenende 1500 Faltblätter in Richterich, Horbach und Kohlscheid an die von der Planung betroffenen Haushalte verteilt.

Denn obwohl sich beispielsweise alle Parteien in Aachen gegen das Projekt ausgesprochen haben, ist das Aus noch längst nicht beschlossene Sache. Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius: „Die Straße steht nach wie vor im Bundesverkehrswegeplan.” Und die Bundesregierung halte unbeirrt an ihr fest.

Damit laufen nach Auskunft der Grünen auch die Planungen weiter, obwohl die Kosten von ursprünglich 6,6 Millionen Euro inzwischen auf 19 Millionen Euro hochgeschnellt sind - allein auf deutscher Seite. Dies liegt vor allem an elf Brücken und einem Tunnel, deren Kosten viel zu gering angesetzt worden waren. Auf niederländischer Seite kommen für den Anschluss an den Buitenring noch einmal 14 Millionen Euro hinzu.

Die 4,8 Kilometer lange Straße würde das landschaftsgeschützte Heydener Ländchen durchschneiden, in der Nähe des Wohngebiets Schönauer Friede würde ein halbes Kleeblatt, ähnlich einem Autobahnkreuz, angelegt. Die Trasse würde auch nahe am Neubaugebiet Richtericher Dell, Uersfeld, Bank, Forsterheide, am Kern von Horbach und Pannesheide vorbeiführen - ohne Lärmschutzwände, denn dafür reichen die prognostizierten Nutzerzahlen nicht.

Dabei sei die Entlastung in Kohlscheid und Herzogenrath nur gering, rund zehn Prozent pro Tag. Das habe das Bundesverkehrsministerium auf eine Kleine Anfrage von ihr geantwortet, erklärt Abgeordnete Herlitzius weiter. Dafür würde sich auf der Kohlscheider Straße, zwischen Roermonder Straße und Autobahnanschluss Laurensberg, eine Zunahme des Verkehrs um 5500 Autos pro Tag ergeben, weil sich Verkehr von der A 4 und A 44 auf die neue Schnellstraße B 258 n verlagern würde. Deshalb, so Herlitzius weiter, sei es wichtig, die Bürger sachlich über die Entwicklung zu unterrichten.

Unterstützt wird sie darin von Bernd Fasel, dem Vorsitzenden der Herzogenrather Grünen: „Selbst die Befürworter der B 258 n im Herzogenrather Stadtrat haben ihre Zustimmung von einer Entlastung von 25 Prozent für das Herzogenrather Stadtgebiet abhängig gemacht. Eine solche Entlastung ist aber nicht zu erwarten.” Auch Roland Jahn, Vorsitzender des Aachener Mobilitätsausschusses, assistiert: „Es wäre sehr hilfreich, wenn aus Herzogenrath ein entsprechendes Votum käme.”

Die dortigen Gremien hätten sich noch nicht damit befasst, weil kein Meter der Straße über Herzogenrather Grundstück führe. Jahn verweist darauf, dass die B 258 n nicht nur aus ökonomischen und ökologischen Gründen unsinnig sei, sondern dass es Alternativen gebe, etwa den Ausbau der Euregiobahn (inklusive Avantislinie und Haltepunkt Richterich), dichtere Buslinien, bessere Radwege und effektivere Nutzung vorhandener Straßen etwa durch Car-Sharing.

Bettina Herlitzius hofft auf die Bürger: „Jeder hat die Möglichkeit, den verantwortlichen Ministern in Berlin und Düsseldorf seine Ablehnung mitzuteilen. Dazu haben wir im Internet Musterbriefe bereitgestellt.” Vorläufiges Ziel ist es, mit Unterstützung der rot-grünen Landesregierung die Verwirklichung der B 258 n zu verhindern, langfristig soll das Projekt bei der Neufassung des Bundesverkehrswegeplans in den Jahren 2013/14 ganz herausgenommen werden.
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