15 Jahre im Spiegel der Zeit

Von: Beatrix Oprée
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Freuen sich, zu einem eingespi
Freuen sich, zu einem eingespielten Team zu gehören: Peter Nickels (Attac Wurmtal), Künstlerin Barbara Mertens, Tanzpädagogin Bettina Lauber, Fördervereinsvorsitzender Wilfried Hammers, Hausmeister Jonny Jungheim und Hermann Gendrisch (Attac). Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Es begann als Experiment - jetzt wird sein „schräges Jubiläum” gefeiert. „Wir sind eben manchmal auch schräg”, sagt Wilfried Hammers, Vorsitzender des Vereins für Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen, Träger des Soziokulturellen Zentrums Klösterchen, das am Wochenende seinen 15. Geburtstag feiert.

„Bettelstudenten” seien sie einst gewesen, um das vakante Gebäude an der Dahlemer Straße in Ritzerfeld beziehen zu können. Was folgte, war eine „lange Phase der Liaison mit der transglobalen St. Gobain”, Eignerin der Immobilie am Rande des ehemaligen Vetrotex-Geländes. Nach dem Aus des Glasfilamente-Herstellers zog die Unsicherheit ein. Doch seit der einstimmigen „positiven Botschaft” des Stadtrats in Bezug auf Haus und Garten herrscht wieder Zuversicht. So kann das Erreichte ab Freitag in Ruhe begossen werden. „15 Jahre Klösterchen im Spiegel der Zeit” gibt die von Künstlerin Barbara Mertens gestaltete Einladung als Thema aus.

Das alte, stadtteilprägende Gebäude wieder in den Mittelpunkt zu rücken, war einst die Intention. Keine abgeschottete Einrichtung wollten die Gründer inszenieren, sondern eine offene Veranstaltungsstätte, in der Künstler und Gruppen arbeiten und miteinander wirken, sich dabei bewusst nach außen öffnen. Auch um der Reflexion willen, als Modell, wie Gesellschaft funktionieren sollte: im offenen Dialog und teilhabeorientiert. Und um „gemeinsam zu einem gelinderen Leben beizutragen”. Das Gesamtprogramm aktiv mitzugestalten, dazu ruft denn auch die Homepage jeden Interessierten auf.

18 Gruppen beherbergt die einstige klösterliche Niederlassung der „Armen Dienstmägde Christi” heute, die 1914 an den Orden der „Missionare vom heiligsten Herzen” überging, die dort ein Schülerheim betrieben. 1965 machte die belgische Armee das Anwesen zum „Maison Retraite”, einer Bildungs- und Begegnungsstätte.

Beliebte Veranstaltungsstätte

Der Anbau hinter der Kapelle, das „Casino” zeugt davon. Beide Säle sind beliebte Veranstaltungsstätten, deren Mieteinnahmen beitragen, die Kosten zu decken - Strom, Gas, Reparaturen, Kredite. „Wir wollen keinen Gewinn machen”, sagt Wilfried Hammers, „sondern die Mieten bewusst niedrig halten.”

Von der Hand in den Mund zu leben, nimmt der Trägerverein des vielfältigen generationenübergreifenden Lebens im Haus wegen in Kauf. „Wir würden uns natürlich auch nicht dagegen wehren, mal Rücklagen bilden zu können”, unterstreicht Hammers die Wichtigkeit des soziokulturellen Aspekts: „Wir prägen die Gesellschaft in unserem bescheidenen Rahmen mit.” Dafür fordert auch Bettina Lauber, Tanzpädagogin und ehrenamtliche künstlerische Leiterin im Haus, die nötige Wertschätzung ein. Denn die Stadt nehme das Engagement des Klösterchens gerne in Anspruch: „Wir sind sehr beteiligt am städtischen Kulturleben, und das ist auch schön so.”

Zwölf bis 14 Kulturveranstaltungen gibt es pro Jahr - Aktionen gegen Rechts genauso wie energiepolitische Abende oder politische Plattformen vor Bürgermeisterwahlen. Unter dem Motto „Kultur für die Region zu erschwinglichen Preisen” sind klassische Konzerte, Rockmusik, Theater, Tanz, Liederabende, Lesungen, Kabarett und Kunstausstellungen im Angebot.

Die Kurspalette umfasst Trommeln, Tanz, Bewegung und Malerei. Vier Bands beherbergt das Haus, zudem die „Wichtel”-Vormittagsgruppe der Unter-Dreijährigen, den Kinder- und Jugendtreff „Prisma” und das Aixperten-Theater. Die afrikanische Kirche hat hier eine Dependance, der Weltladen „Fairwicklung” hält ein umfangreiches Warensortiment vor, und auch das Kino hat sich etabliert. 20 Oldiefeten im Jahr verzeichnen guten Zulauf - und Einnahmen aus den bescheidenen Eintritts- und Getränkepreisen: „Mit viel Kreativität hangeln wir uns immer weiter.”

Bildcollage und eine kinetische Skulptur

Für jedes Klösterchenjahr hat Künstlerin Barbara Mertens eine wunderbare Bildcollage geschaffen.

Beim Festabend am Samstag werden die 15 Einzelbilder zum Ganzen, um dann bei einer amerikanischen Versteigerung einzeln unters kunstinteressierte Volk gebracht zu werden, zugunsten des „Klösterchens”. Mindestgebot pro Bild: 15 Euro.

Bürgermeister Christoph von den Driesch übergibt am Samstag im Kulturgarten „Balance” eine „kinetische Figur” der Künstler Peter J.M. Schneider, Stefanie Weskott und Werner Huppertz. Im Sinne des Recycling sind hier Schrottteile komponiert worden.

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